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Kritische Geister im Gedankenaustausch

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Verschaffte sich mit kühnen Thesen Gehör: Auto Oliver Janich war beim Freidenker-Stammtisch zu Gast. Eingeladen hatte Anton Gebhard (links neben Janich), Gründer dieses regelmäßigen Gedankenaustauschs.

Jeden einzelnen Besucher persönlich zu begrüßen, das lässt er sich nicht nehmen: Anton Gebhard jun. aus Nandlstadt hat es gewagt und im vergangenen November den “Freidenker-Stammtisch” aus der Taufe gehoben. Dabei geht es darum, sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen kritisch auseinander zu setzen. Beim jüngsten Lokaltermin stand Stargast Oliver Janich im Zentrum.

Freitagabend, halb acht in Deutschland. Zeit, sich nach einer anstrengenden Arbeitswoche zurück zu lehnen und das Wochenende kommen zu lassen. Nicht so jeden zweiten Freitag im Monat in Nandlstadt - hier muss der Akku noch geladen sein, denn seit Herbst des vergangenen Jahrs findet hier um 19.30 Uhr im Café La Villa in der Bäckerbräugasse der “Freidenker-Stammtisch” statt, gibt es also Themen, die Interesse und Aufmerksamkeit erfordern. Das Ziel dieses regelmäßigen Treffens ist die Betrachtung scheinbarer Fakten an Hand alternativer Quellen, wie Gründer Anton Gebhard jun. erklärt: “Es ist wichtig, sich kontroversen aktuellen Themen aufgeschlossen  zu nähern und vermeintlich unumstößliche Fakten, gesellschaftliche Normen und auch das eigene Konsumverhalten neu zu beurteilen”. Sehr wohl - der Wochenendmodus muss noch warten, denn die Freidenker erweitern durch - auch kontroversen - Austausch ihre Wahrnehmungen und Bewertungen aktueller politischer Themen: “Jeder soll dabei seinen eigenen Weg gehen und kann verlorene Selbstbestimmung wieder zurückgewinnen. Dazu ist eigenverantwortliches Handeln gefragt, der Stammtisch kann und will nur Handlungsalternativen aufzeigen”, so Gebhard weiter, der mit seinem Ziel, den Freidenker-Stammtisch im beschaulichen Nandlstadt zu etablieren, ins Schwarze getroffen hat. Das belegt die Zahl der Besucher am vergangenen Freitag, als knapp 40 Diskutanten mit Gebhards Stargast, dem Autor Oliver Janich, lauschten. Der las aus  seinem aktuellen Buch “Die vereinigten Staaten von Europa - Geheimdokumente enthüllen die dunklen Pläne der Elite” und motivierte mit ebenso kühnen wie unbekannten Thesen zum Zu- und Widerspruch. “Was die Massenmedien erzählen, ist nicht die Wahrheit”,  mahnte Janich, der einschlägige Erfahrungen als Journalist bei Focus, Springer Verlag oder Süddeutscher Zeitung gesammelt hat, und stellte zum Thema Europa und EU eine Menge radikaler Thesen auf, die auf Originaldokumenten fußen. So etwa, dass das unterschwellige Ziel der EU, die durch Eliten von langer Hand geplant sei, darin bestehe, den Sozialismus einzuführen - “damit sich kein Land beschweren kann, dass es wo anders besser ist”, dass die EU die Schweiz faktisch längst annektiert habe oder dass aktuell in Deutschland ein “Vernichtungskrieg gegen den Mittelstand nach Vorbild Lenins” geführt werde.

Was tun, war die mehrfach gestellte Frage aus dem Plenum. Janich plädiert für weniger: Kleinststaaten würden die Selbstverwaltung fördern, er selbst wäge die Möglichkeit des Auswanderns ab. Etwa auf die Philippinen, die mit ihren rund 7000 Inseln kaum Zentralismus aufweisen. Und sonst? “Gehen Sie auf die Straßen für mehr Freiheit! Verbreiten Sie Ihre Ansichten!”

Genau dies hat Janich getan, und Toni Gebhard sorgte für die Plattform. Der studierte Volkswirt hatte die Idee, als er einen vergleichbaren Stammtisch in München besucht hatte: “Stammtische dieser Art gibt es im gesamten deutschsprachigen Raum. Ungewöhnlich für diesen dürfte sein, dass er in einem relativ kleinen Ort stattfindet.” Ein  Nachteil, so hat der 34-Jährige bemerkt, muss das nicht sein, waren doch die Teilnehmer am vergangenen Freitag aus Moosburg und Freising ins “La Villa” gekommen.

Damit darf auch am Freitag, 9. Mai, gerechnet werden, wenn Gebhard zum nächsten Freidenker-Stammtisch lädt. Das Thema wird im Vorfeld im FORUM bekannt gegeben.

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