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Keine Alternative zum Neubau

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Der Landtagsageordnete Benno Zierer mit Dr. Markus Baur (l.), dem Leiter der Auffangstation und Patrick Boncourt, der eine Petition für den Neubau der Station mit 8000 Unterstützern initiiert hatte.

„Bei der Finanzierung einer neuen Auffangstation für Reptilien ist der Freistaat in der Pflicht“, das steht fest für Benno Zierer, den umweltpolitischen Sprecher der Freien Wähler im Landtag. Zu einem Neubau zwischen Mintraching und Dietersheim gebe es keine Alternative: „Wir können sechs Meter lange Würgeschlangen schließlich nicht einem normalen Tierheim unterbringen“, betont Zierer.

Die Freien Wähler hatten die Staatsregierung in einem Antrag aufgefordert, gemeinsam mit dem Trägerverein der Auffangstation an einem Finanzierungskonzept zu arbeiten. Das wurde am vergangenen Donnerstag im Umweltausschuss von der CSU-Mehrheit abgelehnt. „Der Landtag hätte ein Signal setzen und einen klaren Auftrag erteilen können“, ärgerte sich Benno Zierer. Dennoch gebe es weiterhin Hoffnung für das Neubau-Projekt. Die Reptilienauffangstation in der Kaulbachstraße ist zu klein, die Terrarien stapeln sich bis unter die Decke. Tierärzte und Pfleger versorgen unter schwierigsten Bedingungen jährlich bis zu 1200 Giftschlangen, Echsen oder Vogelspinnen. Die Tiere wurden ausgesetzt, abgegeben oder von Behörden beschlagnahmt – die Station übernimmt also auch staatliche Aufgaben. Die Lösung der Platznot soll ein Neubau in Neufahrn bei Freising sein. FW-Umweltsprecher Zierer unterstützt dieses Projekt von Beginn an, hat den Kontakt zum Tierschutzverein Freising vermittelt, der nebenan ein Tierheim baut. Die Idee dahinter: Beide Vereine könnten sich Kosten teilen und Geld sparen, zum Beispiel den 250000 Euro für die Erschließung. Der Verein „Auffangstation für Reptilien München“ könnte dank einer Erbschaft das 20000 Quadratmeter große Grundstück von der Gemeinde Neufahrn kaufen, zu einem sehr fairen Preis. Die Freisinger Tierschützer um den Vorsitzenden Joseph Popp verzichteten sogar auf eine Option für die Hälfte dieser Fläche und veränderten ihre Planungen, um dem neuen Nachbarn eine bessere Zufahrt zu ermöglichen. Der Rückschlag kam Ende vergangenen Jahres, als im Landtag der Nachtragshaushalt verabschiedet wurde. Die Münchner Reptilienfreunde waren davon ausgegangen, dass Geld für die Erschließung eingeplant wird – doch die CSU-Haushälter stellten das Projekt insgesamt in Frage. Das zuständige Umweltministerium hatte die Kosten auf mindestens 20 Millionen Euro beziffert – allerdings auf der Basis einer ersten groben Planung. Das war den CSU-Abgeordneten zu viel. Die Einsparmöglichkeiten bei der Erschließung waren damit jedenfalls vertan. Gestorben ist das Projekt aber noch nicht. Es wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, an der mehrere Ministerien beteiligt sind. Der Trägerverein wird die Pläne für das Reptilien-Zentrum im Landkreis Freising überarbeiten. „Wir werden zu einer finanzierbaren Lösung kommen“, davon ist der Landtagsabgeordnete Benno Zierer überzeugt.

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