Freisinger Allianz Klimanotstand

Die Krise als allerletzte Chance...

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Klare Forderungen in einer echten Klimakrise: Die Freisinger Allianz Klimanotstand nimmt die Stadt in die Pflicht. Unser Foto zeigt v.l. Luca-Marie Beck (Fridays for Future Freising), Manfred Drobny (BUND Naturschutz), Ernst Hörmann (Mahnwache Klimagerechtigkeit), Jakob Vorkelius (Fridays for Future), Theresia Endriß und Maximilian Trautner (beide Mahnwache Klimagerechtigkeit). 

46 deutsche Städte haben bereits den „Klimanotstand“ ausgerufen, Freising soll als nächste folgen. Das ist der Plan der „Freisinger Allianz Klimanotstand“, die dieses Ansinnen nun als Antrag an die Freisinger Stadträte versandt hat. Darin wird die Stadt aufgefordert, sich zu verpflichten, alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Warum es direkt ein „Notstand“ sein soll, erklären die Aktivisten, die sich aus dem BUND Naturschutz, der Mahnwache Klimagerechtigkeit und der Freisinger Gruppe „Fridays for Future“ rekrutieren.

Ernst Hörmanns Appell ist eindringlich: „Nur so haben unsere Kinder und Enkel eine Chance!“, sagt der Vertreter der Mahnwache Klimagerechtigkeit. Die hat zusammen mit der Freisinger Gruppe „Fridays for Future“ und dem BUND Naturschutz jetzt einen Antrag an den Freisinger Stadtrat gestellt, den Klimanotstand auszurufen. Durch effektive Maßnahmen soll so die Erderwärmung auf 1,5 Grad reduziert werden, aktuell würden die Freisinger Maßnahmen knapp 3,5 Grad Erwärmung erreichen: „Freising hat sich hier eher niedrige Ziele gesetzt und die auch noch verfehlt“, konstatiert Theresia Endriß von der Mahnwache Klimagerechtigkeit: „Vielmehr sollte die Stadt hier eine Vorreiterrolle einnehmen und für weitere Kommunen beispielhaft voran gehen.“ 

Drei Schwerpunkte bilden die Eckpunkte des Antrags: In punkto Energieversorgung müsse Elektrizität fossile Brennstoffe ersetzen, Strom zudem komplett aus lokalen erneuerbaren Quellen generiert werden. Weiter müsse der motorisierte Verkehr in der Innenstadt drastisch reduziert werden und dieses Ziel in künftigen Planungen berücksichtigt. Das Rad, die eigenen Füße und der öffentliche Personennahverkehr seien ausreichende Alternativen. Und schließlich müsse der komplette Gebäudeschutz klimaneutral gestaltet werden. Ambitionierte Vorhaben, die auch sofort umgesetzt werden sollten, so die Aktivisten: „Kontinuierlich ab sofort und nicht Ziele terminieren und zunächst nichts machen“, konkretisiert Maximilian Trautner von der Mahnwache Klimagerechtigkeit. Ob es direkt ein Notstand sein muss? Es sei sogar noch viel schlimmer, warnt Hörmann: „Das Aus für immer und ewig steht bevor!“ Luca-Marie Beck (Fridays for Future Freising) springt Hörmann zur Seite: „Die Krise herrscht bereits und muss auch so kommuniziert werden. Jetzt ist die allerletzte Chance, etwas dagegen zu unternehmen! 

Da sind die Termini Krise und Notstand reiner Pragmatismus, um aufzuwecken.“ Der Antrag liegt nun beim Freisinger Stadtrat und wird dort beraten werden. Vor Wochen hat die Freisinger ödp bereits einen ähnlichen gestellt, der den Aktivisten indes nicht weit genug ging. „Diese Forderungen reichen nicht aus, sie nehmen in Teilen noch Bezug auf Vereinbarungen aus dem Jahr 2013“, sagt Trautner. Zu beiden Anträgen hat sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Johannes Huber zu Wort gemeldet, bezeichnet sie als „hypermoralisierend“. Statt den Indivualverkehr zurück zu drängen, solle der „richtig ins Rollen“ kommen, um Wartezeiten und Staus zu vermeiden, die wiederum unnötigen Kohlendioxid-Ausstoß verursachen. 

Und: „Wir müssen es schon den Freisingern überlassen, ob sie ihre Einkäufe beispielsweise im Steinzentrum oder den Schlüterhallen mit dem Auto oder dem Lastenfahrrad erledigen wollen“, sagt Johannes Huber. Derweil will die Allianz die Freisinger Bürger überzeugen: In Freising findet am Sonntag, 1. September, um 16 Uhr eine Demo unter dem Titel „Freising for Future“ statt. „Bringen Sie Ihre Kinder und Verwandte mit sowie die Menschen aus Ihrer Nachbarschaft, Arbeit und Freundeskreis! Zusammen sind wir viele! Setzen wir ein starkes Zeichen!“, appelliert Trautner.

Quelle: freising-online

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