Die großen Helfer in der Katastrophe

Freising: Medizinische Versorgung ist gewährleistet

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Hilfe in der Krise: Die Johanniter wirken an der Corona-Teststelle in Zolling, dem sogenannten Drive-in, mit.

Wegen der Corona-Krise gilt in Bayern seit Mitte März der Katastrophenfall. Seitdem agiert die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) für den Landkreis Freising, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, um Strukturen aufzubauen und Material wie Schutzkleidung oder Beatmungsgeräte zu beschaffen. Das BRK hatte zudem einen ungewohnten Einsatz als Umzugshelfer.

Freising- Wegen der Corona-Krise gilt in Bayern seit Mitte März der Katastrophenfall. Seitdem agiert die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) für den Landkreis Freising, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, um Strukturen aufzubauen und Material wie Schutzkleidung oder Beatmungsgeräte zu beschaffen. In der FüGK wirken durch vergangene Katastrophenfälle, wie etwa Hochwasser oder Schneekatastrophen, erfahrene Mitarbeiter des Landratsamtes mit – diese sind derzeit an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr im Einsatz. 

Corona-Krise: Für Material ist gesorgt

Die untere Katastrophenschutzbehörde wird dabei im operativen Bereich tatkräftig durch die freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen unterstützt, die zur Mitwirkung im Katastrophenschutz verpflichtet sind. Am Einsatz im Landkreis beteiligt sind zurzeit das THW, das BRK, die Johanniter und die Feuerwehren – in enger Zusammenarbeit mit Gesundheitsamt, Ärzteschaft und Klinikum.

So ist das THW Freising unter Leitung des Ortsbeauftragten Michael Wüst für die Logistik zuständig: Seit Einsatzbeginn hat das THW etwa 200 Auslieferungsfahrten von Schutzmaterial wie etwa Schutzmasken und -Anzüge an Klinikum, Ärzteschaft, Pflegeheime, BRK und Gesundheitsamt übernommen. Das nötige Material wird fortwährend in enger Abstimmung von der FüGK beschafft, der Bedarf bei den entsprechenden Einrichtungen regelmäßig abgefragt und vom THW so bedarfsgerecht wie möglich verteilt. 

Das THW hat sich so organisiert, dass es die Logistik auch über mehrere Wochen hinweg aufrechterhalten kann. Mit bisher zwei Aktionen haben Kräfte der Feuerwehr und des THW unter Anleitung eines Apothekers insgesamt 3000 Liter Flächendesinfektionsmittel für den Landkreis hergestellt. Kreisbrandrat und Örtlicher Einsatzleiter Manfred Danner hatte die Organisation in die Hand genommen. Klinikum, Ärzteschaft und Pflegeheime benötigen das Flächendesinfektionsmittel dringend, um Räumlichkeiten zu sterilisieren. 

Das THW kümmerte sich um die Auslieferung. Auch sollen weitere Aktionen zur Herstellung folgen. Die Johanniter aus Allershausen versorgen ein aktuell unter Quarantäne stehendes Asylbewerberheim in Attenkirchen. Dazu beliefern sie 30 betroffene Menschen mit Lebensmitteln. Zu weiteren Hilfeleistungen stehen die Johanniter den Gemeinden jederzeit bereit, wenn es Bedarf an Unterstützung gibt. Außerdem wirken die Johanniter an der Corona-Teststelle in Zolling, dem sogenannten Drive-in, mit. Die notwendigen Zelte hatten Feuerwehr und THW auf dem Gelände des Landkreis-Bauhofs Mitte März aufgebaut. 

Redaktionsleiter Bernd Wagner hat sich die Teststelle genauer angesehen. Das erste getestete Auto sehen Sie in unserem Video.

Freising: Testelle betrieben von BRK und Aicher Ambulanz Union

Zunächst wurde der Drive-in von der Aicher Ambulanz Union für das Gesundheitsamt betrieben: Vom Gesundheitsamt ermittelte Kontaktpersonen von Infizierten, die zusätzlich entsprechende Symptome aufzeigen, erhalten hier nachmittags einen Termin zum Rachenabstrich. Zusätzlich ist an der Teststelle mittlerweile auch das Freisinger BRK tätig: Vormittags werden hier Bürger getestet, die einen Termin von ihrem Arzt erhalten haben. 

Täglich betreut wird die Einrichtung vom Örtlichen Einsatzleiter Danner und der Feuerwehr. Einen ungewohnten Einsatz hatte das BRK zudem als Umzugshelfer, als es Senioren aus einem Moosburger Pflegeheim in ein barrierefreies Hotel nach Eching brachte – und dazu eine unerwartet große Menge an Gepäck, darunter mehrere Gehhilfen und Rollstühle. Mit diesem Umzug von nicht erkrankten Bewohnern sollen die Pflegeheime entlastet werden. So entsteht innerhalb der Einrichtungen Platz, um notwendige Isolierstationen zu schaffen. Leicht erkrankte Bewohner können daher im Pflegeheim verbleiben und müssen nicht ins Klinikum, was wiederum eine Entlastung für das Krankenhaus darstellt. 

Kosten kommen auf die Heimbewohner durch ihren Hotelaufenthalt nicht zu. Auch ihre Betreuung ist gesichert: Versorgt werden sie hauptsächlich von Pflegepersonal, dass dem öffentlichen Aufruf des Landratsamtes gefolgt ist und entsprechend geprüft und eingewiesen wurde. Um die vorhandenen Bettenkapazität im Freisinger Klinikum zu erhöhen, arbeitet die FüGK eng mit dem Klinikum zusammen. In Planung ist auch eine weitere Intensivstation. 

Da genug Kapazitäten in den Räumlichkeiten des Krankenhauses vorhanden sind, muss im Landkreis keine Turnhalle, Schule oder ähnliches zweckentfremdet werden. Für ihre besonderen Leistungen in diesen Zeiten dankt Landrat Josef Hauner den Mitgliedern der FüGK, den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes, zahlreichen weiteren Landratsamtsmitarbeitern, welche die FüGK derzeit unterstützen, – ebenso wie allen Hilfsorganisationen, die nun schon seit Wochen gemeinsam im Einsatz sind, um den Landkreis so sicher wie möglich durch die Corona-Krise zu steuern.

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