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Freisinger Autorin Sarah Malhus im Interview: Über Plotbunnys und Barden-Gesänge

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Von: Lena Hepting

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Stolz auf das fertige Werk: Am 22. Februar erscheint der Roman „Von Fabelwesen und Königen - Aus dem Leben eines Barden“ von Sarah Malhus.
Stolz auf das fertige Werk: Am 22. Februar erscheint der Roman „Von Fabelwesen und Königen - Aus dem Leben eines Barden“ von Sarah Malhus. © Hepting

Buchbegeisterte aufgepasst: Am 22. Februar erscheint der erste Roman der Freisinger Autorin Sarah Malhus. Im Interview erzählt sie über ihre „Plotbunnys“.

Ein Esel namens Herr von Grau, eine Laute und allen voran der Barde Aramil Flitterer: Autorin Sarah Malhus nimmt die Leser in ihrem Roman „Von Fabelwesen und Königen – Aus dem Leben eines Barden“ mit auf eine musikalische Reise im Buchformat. Die 33-Jährige lebt seit 2015 mit ihren zwei Kaninchen in Freising und hat ihr Herz an Fantasy-Welten verloren. Wenn sie nicht ihrer Schreib-Arbeit nachgeht, taucht sie in die Mittelalter-Szene oder Gaming-Community ab.

Wie startete deine Lust zum Schreiben?

Sarah Malhus: „Mit zwölf Jahren hat mich mein erstes Plotbunny umgehoppelt. Ich saß am PC meines Opas und hatte plötzlich ein genaues Bild von einer Roman-Figur vor Augen. Gleich darauf habe ich Word geöffnet und meine Ideen heruntergeschrieben. An dieser Geschichte habe ich bis zu meinem 17. Lebensjahr gearbeitet.“

„Plotbunnys“ nennt Sarah Malhus ihre Schreibideen. Passend dazu sind ihre Kaninchen eine mentale Stütze.
„Plotbunnys“ nennt Sarah Malhus ihre Schreibideen. Passend dazu sind ihre Kaninchen eine mentale Stütze. © Jens Bicker

Und was ist danach passiert?

Sarah Malhus: „Als ich meine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten begonnen habe, verstaubte meine Geschichte genauso wie die Lust zum Schreiben in einer Schublade. Sie blühte erst wieder auf als ich 2014 ein Treffen mit Leuten von Bookstagram hatte, eine Gemeinschaft von Menschen, die sich auf Instagram über Bücher austauschen. So habe ich auch eine gute Freundin kennengelernt, die mit mir gemeinsam geschrieben hat. Wir hatten uns eine Deadline gesetzt und so waren unsere Erstlingswerke 2018 fertig.“

Gibt es das Erstlingswerk schon zu erwerben?

Sarah Malhus: „Es liegt wieder in der Schreibtischschublade. Leider stieß die Geschichte bei den Testlesern auf viel Kritik, was auch an meiner Schreibentwicklung über die Jahre liegt. Ich werde es eines Tages bestimmt veröffentlichen, aber erst nach sehr viel Überarbeitung. Stattdessen habe ich in den vergangenen Jahren an Kurzgeschichten gearbeitet, die in Anthologien bei Kleinverlagen und im Selfpublishing erschienen sind. Und natürlich an meinem aktuellen Roman.“

Und der wäre?

Sarah Malhus: „Mein aktueller Roman „Von Fabelwesen und Königen - Aus dem Leben eines Barden“, der am 22. Februar erscheint. Er ist bereits vorbestellbar! Seit September 2020 arbeite ich am Plot. Angefangen mit den Ideen aus meinem Notizbuch, die ich während einer Autofahrt nach Holland gemacht habe. Nach über elf Monaten Schreibarbeit war die Geschichte fertig. Nur gab es ein Problem: Wie bekomme ich genug Geld zusammen, um meine Geschichte zu veröffentlichen?“

Übernehmen diese Kosten nicht sonst die Verlage selbst?

Sarah Malhus: „Wenn du als Autorin einen Verlag findest schon. Für mich war früh klar: Für „den Barden“ wird das schwer. Besonders weil weniger Mainstream-Themen behandelt werden, queere Elemente enthalten sind und ich zusätzlich Fantasyautorin bin, die es in der Buchwelt sowieso schwer haben. Also hab ich mein Buch im Selfpublishing veröffentlicht. Da man je nach Dicke des Buches mit 5000 bis 6000 Euro rechnen muss, habe ich ein Crowdfunding gestartet. Dabei kamen insgesamt 5100 Euro zusammen, mit denen ich das Buch finanzieren konnte. Gebraucht hätte ich 6500 Euro, aber ich bin trotzdem sehr dankbar über jeden Support.“

Auf welche Geschichte können sich die Leser bei „Von Fabelwesen und Königen - Aus dem Leben eines Barden“ freuen?

Sarah Malhus: „In erster Linie geht es um den Barden Aramil Flitterer, der die Leser direkt von Beginn an anspricht und dazu einlädt, seinen Geschichten zu lauschen. Jedes Kapitel ist eine eigene Story, die auf das vorherige Kapitel aufbaut. Der Barde erzählt von seinem Leben, von seinen Abenteuern und von Begegnungen mit gewöhnlichen Menschen, die Außergewöhnliches mit ihm erleben. Auf seinen Reisen begleiten ihn stets eine Laute und ein Esel mit dem Namen Herr von Grau. Ich wollte für die Leser ein cozy Abenteuer gestalten, deshalb gibt es auch selbst geschriebene Lieder in einzelnen Geschichten. Denn was wäre ein Barde ohne Musik?“

Ein Esel als Begleittier ist ungewöhnlich. Wie kam es dazu?

Sarah Malhus: „Ursprünglich wollte ich, dass der Barde von einem Pferd namens Distel begleitet wird. Das hat allerdings nicht gepasst. Also wurde es Herr von Grau. Um mich über Esel zu informieren, habe ich sogar eine Wanderung mit ihnen gemacht und bin jetzt stolze Besitzerin eines Eselführerscheins.“

Wie sehen deine weiteren Buchpläne aus?

Sarah Malhus: „Ich habe sehr viele Buchideen, die ich gerne Plotbunnys nenne. Einige dieser setze ich als Kurzgeschichten um, die bei Anthologien des Vereins „Münchner Schreiberlinge“ erscheinen. Dort bin ich als zweite Vorsitzende tätig. Ab Juli möchte ich an meinem Projekt York arbeiten.“

Was können sich die Leser unter dem Verein „Münchner Schreiberlinge“ vorstellen?

Sarah Malhus: „Die Münchner Schreiberlinge sind seit März 2021 ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der Schreibende bei ihren Buchideen unterstützt. Voraussetzung ist die Lust am Schreiben, egal welches Genre. Neben dem Austausch gestalten wir eine Vereinszeitschrift und gemeinsame Anthologien, organisieren Lesungen, bieten Seminare an oder tauschen uns über unsere Projekte aus. Mittlerweile haben wir Mitglieder aus ganz Deutschland, die sich gegenseitig bei ihren Buchideen unterstützen. In Freising sind es so viele, dass wir eine „Außenstelle“ haben. Lokal treffen wir uns auch einmal im Monat zum gemeinsamen Schreiben.“

Buchbegeisterte finden Sarah Malhus auf Instagram unter schreibmaid oder über ihre Website.

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