Verkehrssituation in der Unteren Hauptstraße

Freisinger Innenstadt: Kommt jetzt die Fußgängerzone?

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So stellt sich derzeit die Verkehrssituation in der Innenstadt und vor allem in der Unteren Hauptstraße dar. Viele Fraktionen und Wählergruppen des Stadtrats fordern nun die sofortige Errichtung einer Fußgängerzone.

Alteingesessene Freisinger, die gewohnheitsmäßig in der Unteren Hauptstraße parken, um ihre Einkäufe zu erledigen, Ortsfremde, die sich auf ihr Navigationsgerät verlassen und die Untere und Obere Hauptstraße als Durchfahrtstraßen zu benutzen und wegen der vielen Baustellen umkehren müssen.

Dazu kommen noch Baustellenfahrzeuge und Zuliefererdienste, die ebenfalls in die Untere Hauptstraße einfahren. Radlfahrer, denen nicht bewusst ist, dass auch sie die dort vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit einhalten müssen und sich noch darüber beschweren, dass sie jetzt in der verkehrsberuhigten Zone wegen der vielen Fußgänger Schlangenlinien fahren müssen. So stellt sich derzeit die Verkehrssituation vor allem in der Unteren Hauptstraße dar.

Kein Wunder also, dass bei einigen Fraktionen und Wählergruppierungen des Freisinger Stadtrats der Ruf nach einer sofortigen Einrichtung einer Fußgängerzone immer lauter wird. So gibt es von der ödp einen Antrag, einen verkehrsberuhigten Bereich von der Amtsgerichtsgasse bis zur Einmündung der Bahnhofstraße einzurichten; die Linken und Bündnis90/Die Grünen gehen noch einen Schritt weiter und fordern die sofortige Einrichtung einer Fußgängerzone im Bereich Untere Hauptstraße, Heiliggeist-Gasse und General-von-Nagel-Straße.

Bauausschusssitzung

Wie Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch äußerte, ist der Antrag der ödp im Augenblick insofern obsolet, weil der Abschnitt zwischen Marienplatz und der Einmündung der Bahnhofstraße wegen der laufenden Bauarbeiten, die noch bis Ende Oktober andauern, eh für jeglichen Verkehr – und dazu gehören auch Radlfahrer!!! – gesperrt ist. 

Darüber hinaus sei der Antrag der ödp insofern eher kontraproduktiv, da dieser Straßenabschnitt nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen nach den derzeitigen Planungen als reine Fußgängerzone ausgewiesen werden soll.

Stefan Klopfer, Amtsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, berichtete darüber hinaus, dass bei Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone ein niveaugleicher Ausbau der Fußgängerwege und der Fahrbahn hergestellt werden müsste.

Dies würde bedeuten, dass die Fahrbahn mit einem provisorischen Asphaltbelag um zehn Zentimeter erhöht werden müsste, der dann bei dem später erfolgenden Umbau wieder entfernt werden müsste, was nicht unerhebliche Kosten nach sich ziehen würde. Auch andere und an der Entscheidung beteiligte Ämter und Behörden hätten sich negativ gegen eine vorübergehende Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone ausgesprochen, so Klopfer weiter.

Anträge bis Oktober vertagt

Letztendlich einigte man sich im Bauausschuss, dass die Anträge bis voraussichtlich Oktober, wenn alle vorbereitenden Maßnahmen zum Umbau der Innenstadt in diesem Bereich abgeschlossen sind, vertagt werden. Es liegt nun an allen Verkehrsteilnehmern, wie die Entscheidung im Oktober fallen wird.

Ob es tatsächlich zu der Einführung einer Fußgängerzone im angesprochenen Bereich kommt, oder ob es doch möglich ist, dass sich alle Verkehrsteilnehmer die neu gestalteten Straßen im partnerschaftlichen Miteinander teilen und nicht länger auf ihre falsch verstandenen Rechte pochen. Einige mussten dies in den vergangenen Tagen insofern zur Kenntnis nehmen, als sie von der Bußgeldstelle bereits Post erhalten haben oder noch erhalten werden.

Laut Klopfer haben die Verkehrsüberwacher der Stadt Freising in den letzten Tagen vor allem den verkehrsberuhigten Bereich kontrolliert und mussten täglich bis zu neun Verstöße feststellen. Nicht dazugezählt sind die Fälle, wo es bei einer Belehrung der Betroffenen blieb.

Quelle: freising-online

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