Heillos überlastet

Gesundheitsamt: Corona erschöpft immer mehr die Mitarbeiter

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Barbara Engelhardt steht aktuell dem Freisinger Gesundheitsamts vor.

Wie viele andere Gesundheitsämter in Bayern ist laut Landrat Helmut Petz auch das Freisinger Gesundheitsamt „katastrophal überlastet“. „Wegen der durch die Corona-Pandemie bedingten Fülle von neuen Aufgaben und der gleichzeitigen notorischen personellen Unterbesetzung stehen wir mit dem Rücken zur Wand“, erklärte er nun zusammen mit Übergangs-Leiterin Barbara Engelhardt.

Landrat Helmut Petz gab bekannt, dass die Mitarbeiter im Gesundheitsamt aktuell völlig überlastet seien: Er betonte weiter, dass die bisherigen Strukturen im Gesundheitsamt nur bedingt auf eine derartige Pandemie vorbereitet gewesen seien, weshalb es bei den eigentlichen Tätigkeiten eines Gesundheitsamtes zu Engpässen gekommen sei. So müssten beispielsweise Lehrer oder Polizisten, die für die Ausübung ihres Berufes ein Gesundheitszeugnis benötigen, länger als üblich warten. Bei den Ärzten im Gesundheitsamt seien zurzeit nur sechs von zehn Stellen besetzt, die darüber hinaus wegen der Corona-Pandemie zusätzliche Aufgaben übernehmen müssten und wo eine hohe Expertise gefordert ist. Beratungen von mit COVID19 infizierten Personen nehmen zusätzlich viel Zeit in Anspruch. Deshalb, so Petz, scheinen die Abläufe im Gesundheitsamt in der öffentlichen Wahrnehmung holprig zu sein. Für die Zukunft ist es Landrat Petz wichtig, die Funktionsfähigkeit des Gesundheitsamtes bei steigenden Corona-Zahlen zu erhalten. Um den personellen Notstand etwas zu mildern, habe er das Angebot der Regierungspräsidentin, Ärzte als Springer zur Verfügung zu stellen, gerne angenommen und zwei Ärzte angefordert. Von der Bundeswehr wiederum bekommt er zehn Hilfskräfte zur Verfügung gestellt, die sich eher um flankierende Maßnahmen kümmern werden. Und mit der Einführung einer neuen Software wird das Erstellen von Personendaten und deren Erreichbarkeit wesentlich vereinfacht. 

Dank vom Landrat an die Mitarbeiter

Vor allem will Landrat Petz aber mit einem persönlichen Schreiben an alle Mitarbeiter im Gesundheitsamt sich für deren überdurchschnittlichen Einsatz besonders danken. Wie Barbara Engelhardt, die im Augenblick die erkrankte Leiterin des Gesundheitsamtes vertritt, erklärte, haben viele Mitarbeit auf ihren diesjährigen Urlaub verzichtet und teilweise über 100 Überstunden angehäuft. „Ein 15-Stunden-Tag ist keine Seltenheit, und irgendwann einmal ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, betonte sie. 

Testzentrum in Betrieb, jedoch mit vorheriger Anmeldung

Mittlerweile sei das Testzentrum an der Luitpoldanlage in Betrieb gegangen, berichtete Tobias Diepold, im Landratsamt verantwortlicher Abteilungsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Am Montag hätten sich 126 Personen dort zum Test eingefunden; trotzdem sei es zu keiner Schlangenbildung gekommen und die Tests seien problemlos abgelaufen. Diepold wies aber besonders darauf hin, dass sich zwar jede Person auch ohne Symptome oder Kontakt zu infizierten Personen dort kostenlos testen lassen kann, aber vorher unbedingt online auf der Website einen festen Termin bucht. „Sollte aber jemand Symptome zeigen, muss er sich auf jeden Fall mit seinem Hausarzt in Verbindung setzten“, betonte er. Dabei müsse die Frage geklärt werden, wo der Test gemacht wird; vor allem aber könne nur der Hausarzt eine Krankmeldung für den Arbeitgeber ausstellen.

Quelle: freising-online

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