Die Grünen vor Großen Aufgaben

Auch von hier ein Landratskandidat

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Claudia Bosse und Toni Wollschläger haben Großes vor. 

Die Grünen haben nicht nur bundes- und landesweit einen Lauf, sondern auch auf kommunale Ebene ist man sehr zufrieden. Dies äußerten Claudia Bosse und Toni Wollschläger, die beiden Sprecher der Grünen im Landkreis Freising. Gut 200 Mitglieder habe man auf Kreisebene, berichtete Claudia Bosse und ergänzte, dass man nicht nur neue Mitglieder aus allen Altersgruppen gewinnen konnte, sondern diese sich auch kommunalpolitisch betätigen wollen. Deshalb sehen beide der Kommunalwahlen im nächsten Jahr recht zuversichtlich entgegen. „Wir wollen mindestens die zweitstärkste Fraktion im Kreistag erreichen und flächendeckend in den Landkreisgemeinden mit eigenen Listen antreten“, betonten beide.

Auch wollen die Grünen für die Wahl des Landrates einen eigenen Kandidaten aufstellen; wer das allerdings sein wird, das wollten sie noch nicht preisgeben. Im Februar hatten sich die grünen Kreisräte zu einer Fraktionsklausur in Regensburg getroffen und dort ihr Programm für dieses Jahr erstellt. Als erstes wollen sie demnächst einen Antrag im Kreistag einreichen, mit dem sie nicht nur eine Reduzierung des Restmülls, sondern auch eine noch bessere Trennung erreichen wollen. „Durchschnittlich erzeugt jeder Einwohner im Landkreis 150 Kilogramm Restmüll pro Jahr“, betont Wollschläger, und damit dies weniger wird, schlagen die Grünen vor, die Kosten für die Müllentsorgung nach Gewicht zu berechnen. „Weniger Müll bedeuten auch weniger Kosten“, so Wollschläger und sieht als Lösung entweder ein Wiegesystem oder aber eine Mülltonne mit Barcode.

Als Landwirt ärgert er sich auch über Plastikmüll, der in den Biotonnen landet, weil dieser letztendlich mit dem erzeugten Kompost auf den Äckern der Landwirte landet. Handlungsbedarf sehen Bosse und Wollschläger auch im Artenschutz. „Warum müssen die Straßenränder der Kreisstraßen gemäht werden?“, fragt er und schlägt stattdessen vor, dort und auch auf anderen Flächen des Landkreises Blühpflanzen als Weide für Insekten zu sähen. Um sich mehr für ein regionales Wirtschaften einzusetzen, wollen die Grünen eine Initiative starten, dass beispielsweise im Klinikum ein Bio-Essen angeboten oder mehr Fair-Trade-Produkte in öffentlichen Einrichtungen verwendet werden. „Der Landkreis soll hier beispielgebend sein und nicht nur Sonntagsreden halten“, forderte Claudia Bosse. 

Andererseits verlangen sie von der Landkreisverwaltung, über die Wirtschaftsförderung nicht einen ungezügelten Wachstumsprozess zu befeuern, sondern wirtschaftliches Wachstum eher moderieren. Auch beim Thema „Mobilität“ sehen sie weiteren Handlungsbedarf bei der Landkreisverwaltung. „Der Nahmobilitätsplan kann nur ein Anfang sein“, erklärt Toni Wollschläger und ergänzt, dass es so nicht weiter gehen kann. Deshalb wollen die Grünen im Wahlkampf ein eigenes Mobilitätskonzept vorstellen. Dazu gehören laut Claudia Bosse vor allem mehr Expressbusse. Zufrieden sind sie damit, dass in der Landkreisverwaltung zusätzliche Stellen für die Jugendsozialarbeit geschaffen worden sind, „damit Probleme von Anfang an entschärft werden können“.

Doch zum Thema „Bildungsregion“ sehen sie noch weiteren Handlungsbedarf. „Es wurde zwar eine Stelle geschaffen, aber es scheint nicht klar zu sein, was gemacht werden soll“, so die Meinung von Wollschläger. Und auch beim Thema „Gesundheitsregion“ sieht er Entwicklungspotential, weil diese seiner Auffassung nach bei den Menschen vor Ort ankommen und einen Nutzen für den ganzen Landkreis haben muss. Verstärkt wollen die Grünen in diesem Jahr auch das Thema „Digitalisierung“ angehen. Bosse und Wollschläger gestehen ein, dass es darüber auch bei den Grünen eine offene Diskussion gegeben habe und dass man sich darüber bewusst ist, dass in der Bevölkerung Vorbehalte und Ängste vorhanden sind. Einig sind sich beide darüber, dass es eine Durchleuchtung der persönlichen Sphäre nicht geben darf.

Quelle: freising-online

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