Pfusch am Bau verhindern

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“

Sachverständiger Peter Heiss erklärt, worauf es bei der Abdichtung eines Fensters besonders ankommt. Foto: Hörpel

Pfusch am Bau; der Alptraum eines jeden Häuslebauers. Eine Möglichkeit, dieses zu verhindern, ist, einen vertrauenswürdigen Bauträger zu finden, der einem nicht nur die Koordination von bis zu 22 verschiedenen Gewerken an einem Einfamilienhaus abnimmt, sondern auch dafür sorgt, dass die ausgeführten Handwerkerarbeiten zuverlässig erfolgt sind.

Hinzu kommt noch, dass durch gesetzliche Vorgaben zur Einsparung von Energie und steigende ökologische Anforderungen die Standards auf deutschen Baustellen sich grundlegend verändert haben. Dazu muss man aber erst einmal einen vertrauenswürdigen Bauträger finden, denn der Markt ist voll von schwarzen Schafen. Trotzdem gilt auch dann der Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Eine weitere Möglichkeit, den Baufortschritt und die von den Handwerkern geleistete Arbeit auf Qualität, geltendem Standard und die Güte der verwendeten Materialien überprüfen zu lassen, ist die Einschaltung eines unabhängigen Sachverständigen wie beispielsweise den Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau (VQC) mit Sitz in Göttingen.

Der Verein wurde vor gut elf Jahren gegründet und hat mittlerweile über 20000 Baustellen in Deutschland und Österreich von der Errichtung des Rohbaus bis hin zur Fertigstellung begleitet. Allein im vergangenen Jahr haben 38 unabhängige Sachverständige des VQC 2750 Bauvorhaben mit einer Bausumme von über 500 Millionen Euro in Deutschland begleitet, berichtet Udo Schumacher-Ritz, Vorsitzender und Sachverständiger des VQC am vergangenen Mittwoch bei einem Pressetermin an einer vom VQC betreuten Baustelle in Sünzhausen. „Nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist; denn wenn das Haus erst einmal fertiggestellt ist, ist es schwierig, Baumängel zu erkennen“, betont er. Darüber hinaus werden viele Baumängel erst sichtbar, wenn die Garantiezeit von fünf Jahren schon längst abgelaufen ist. Bis zu fünf Mal und eng koordiniert mit dem Baufortschritt kommen die Sachverständigen auf die Baustelle. Doch nicht nur der Bauherr kann VQC beauftragen; viele Bauträger arbeiten ebenfalls eng mit VQC zusammen, um ihren Auftraggebern eine Garantie für gute Arbeit geben zu können und für sich selbst mit einer fachgerechten und qualitativ hochwertigen Ausführung zu werben. Bei der Begutachtung wird anhand von Begehungsprotokollen der Ist-Zustand der ausgeführten Arbeiten und des verwendeten Material dokumentiert und dabei methodisch vorgegangen. „Kleine Nachlässigkeiten hatten vor 20 Jahren keine spürbaren Auswirkungen, heute können genau die gleichen Fehler die gesamte Energiebilanz eines Hauses verhageln und für nachhaltigen Verdruss der Bewohner sorgen“, betonte Schumacher-Ritz. Auf welche Dinge es besonders zu achten gilt, zeigte Sachverständiger Peter Heiss am Beispiel Fenstereinbau und Dampfsperre unter dem Dach. Werden Fenster falsch eingebaut und außen nicht ordnungsgemäß abgedichtet, entstehen langfristig Schäden durch permanenten Eintritt von Wasser ins Mauerwerk. Zusätzlich muss auf der Fensterinnenseite eine Dichtung angebracht werden, die luftdicht ist. Hier ist es wichtig, dass der Sachverständige den Fenstereinbau prüft, bevor die Wände innen und außen verputzt werden. Bei der Dampfsperre, einer wasserdichten Folie, die unmittelbar unter der Dämmschicht des Dachgebälks angebracht wird, muss darauf geachtet werden, dass nicht nur die einzelnen Bahnen sauber miteinander verklebt sind, sondern diese auch mit den Wänden und ebenso alles, was durch die Folie hindurchgeführt wird, wie beispielsweise Antennenkabel zum Satellitenreceiver auf dem Dach. Selbst die kleinsten Löcher, wie sie beim Befestigen der Folie mittels eines Tackers am Dachgebälk entstehen, müssen abgedichtet werden, weil sonst Wasserdampf in die darüber liegende Isolierschicht eindringen kann und das Haus nicht mehr luftdicht ist und damit auch den hohen Standards der Energieeinsparverordnung nicht mehr entspricht. Die Prüfung muss erfolgen, bevor durch den Trockenbauer die Dachverkleidung angebracht wird. Im Gegensatz zu den hohen Baukosten ist die Bestellung eines Sachverständigen eine Lappalie, denn diese kostet den Bauherrn eines Einfamilienhauses gerade mal rund 2200 Euro. Im Gegensatz zu den hohen Kosten für eine spätere Mängelbeseitigung und den damit verbundenen Querelen und Unannehmlichkeiten geradezu lächerlich.

Quelle: freising-online

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