"Integratives Leben in Moosburg"

Neue Initiative für Migranten gegründet

Reinhard Kastorff hat sein ehrenamtliches Engagement für Migranten umgestellt und ist jetzt für die Gruppe da, für die sonst keiner da ist.

Reinhard Kastorff, bekannter Flüchtlingshelfer aus Moosburg, hat seine ehrenamtliche Tätigkeit umgestellt und damit auf ein kreisweites Problem aufmerksam gemacht. Was er jetzt aufgezogen hat, ist eine völlig neue Initiative mit dem Namen „Integratives Leben in Moosburg“. Er möchte Migranten zu einer Wohnung verhelfen und kann auch schon erste Erfolge verbuchen.

Reinhard Kastorff, bekannter Flüchtlingshelfer aus Moosburg, hat seine ehrenamtliche Tätigkeit umgestellt und damit auf ein kreisweites Problem aufmerksam gemacht, das bisher völlig unterbelichtet war. Dass nach teilweise energischen Schreiben auch von ihm das Landratsamt jetzt tätig geworden sei und die Asyl-Sozialarbeit verstärke bezeichnete er als „in der Tendenz gut“, auch wenn er Wert auf die Feststellung legte, dass mit dem bei der gehabten Pressekonferenz vorgestellten Programm eigentlich nur umgesetzt werde, was er bereits im Juli in einem Brief an das Landratsamt vorgeschlagen habe. Völlig offen sei aber, was mit den Menschen passiere, deren Verfahren abgeschlossen sei. Die hätten einen Aufenthaltstitel, müssten als sogenannte „Fehlbeleger“ aus den Unterkünften raus. „Die haben gar niemanden mehr“, so die Erfahrung Kastorffs. „Da gibt es die Migrationsberatung, aber die ist für alle Migranten zuständig, also auch für die, die ganz freiwillig her kommen.“ Kastorff hat einen Schnitt gemacht: „Beim Kuratorium Isareck bin ich jetzt nicht mehr dabei. Das ist selbst lebensfähig, die brauchen mich nicht mehr.“ Was er jetzt aufgezogen hat ist eine völlig neue Initiative, die er „Integratives Leben in Moosburg“ nennt. „Das ist eine Erfindung von mir, und ich habe diesen Namen gewählt, damit das Kind einen Namen hat“, sagte er und stellte in einem Gespräch mit dem FORUM auch gleich die Arbeitsschwerpunkte vor. Zunächst müsse eine Wohnung für diese Menschen her. „Das pausenlose Jammern, dass es keinen Wohnraum gebe, ich kann es nicht mehr hören!“ Er kann Erfolge vorweisen, die direkt dem Landratsamt Freising helfen: „Ich habe fast alle Fehlbeleger aus Isareck raus gebracht.“ Und er nennt Zahlen: „Es sind 24 Personen in 13 Mietobjekten.“ Er mache jetzt völlig neue Erfahrungen. „Sie werden damit auch zum Betreuer für die Vermieter.“ Mit den Betroffenen könne dieser wegen noch vorhandener Sprachprobleme nicht gut reden, mit den Behörden habe der Vermieter ein Problem. „Dann sagt der zu mir: Gell, Kastorff, ich verlass‘ mich da auf dich!“ Wie er die Wohnungen gefunden hat verriet Kastorff dem FORUM auch: „Das geht mit Mundpropaganda. Man muss reden mit den Leuten. Sie müssen eine aufsuchende Betreuung organisieren.“ Und siehe da, die Wohnungen seien da. Es seien durchweg ältere Wohnungen, aber noch sehr gut vermietbar. „Nicht durchsaniert, wo der Eigentümer sich dann zwölf Euro pro Quadratmeter vorstellt.“ Und noch etwas sei für ihn wichtig: „Sie nehmen diese Wohnungen ja keinem Deutschen weg, weil ein Deutscher da nicht einzieht.“ Die Mieten bewegen sich nach den Erfahrungen Kastorffs in einem Rahmen, wo das Jobcenter auch bezahlt, so lange die Menschen keine geregelte Arbeit haben. Das sei dann das nächste, und auch hier kann Kastorff konkrete Erfolge vorweisen. Sieben Menschen hat er in Arbeit und Brot gebracht und damit aus den Sozialkassen heraus.

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