Irgendwie bleibt meist ein komisches Gefühl

Julia Dumsky aus Allershausen ist eine lebenslustige junge Frau, und sie will trotz ihrer Behinderung - einer Ausprägung der Spastik - nur die selben Chancen bekommen wie Nichtbehinderte.

„W

ir Behinderte sind eine Randgruppe - und es herrschen meistens große Vorurteile uns gegenüber. Dass wir nicht das leisten können wie Nichtbehinderte, dass wir nur eine Belastung darstellen für die Betriebe. Aber uns wird nicht mal die Möglichkeit gegeben, uns in einer Probezeit zu bewähren, zu zeigen was wir drauf haben. Es ist wirklich ungleich schwerer mit einem körperlichen Handicap. Aber wir sind auch noch da - und wir sind nicht alle strohdumm, um es mal salopp auszudrücken.“ Julia Dumsky ist 21 Jahre alt, und sie sitzt im Rollstuhl, sie hat eine Behinderung, infantile Cerebralparese, ist ein Tetraspastiker. Aber sie ist nicht dumm - und dennoch fällt ihr ungeheuer schwer, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Sie hat am Wolnzacher Gymnasium - einem Regelgymnasium - ihr Abitur abgelegt und möchte nun angesichts der Suche nach einer geeigneten Lehre auf die erschwerte Situation der behinderten Ausbildungsplatzsuchenden aufmerksam machen: „Umsonst habe ich doch mein Abitur nicht bekommen“, sagt sie niedergeschlagen. Denn: Keiner sagt dies, doch hat die Rudelzhauserin das unbestimmte Gefühl, dass ihr körperliches Handicap ihr die Zukunftschancen enorm erschwert: „Manchmal geht mir durch den Kopf, dass sie mich zwar einladen, aber nur damit man nicht sagen kann, dass sie diskriminieren. Quasi sowas wie eine Alibi-Einladung“. Dabei war es schon immer ein Hoffnungsschimmer, wenn eine Einladung erfolgte. Und in der Tat kann Julia Dumsky nicht jede Tätigkeit ausführen, keine Frage: „Bei einem Praktikum in der Bibliothek der TU München musste ich schon erkennen, dass die körperliche Anforderung zu hoch war.“ Ganz aktuell sieht die junge Frau wieder einen Silberstreif: Ich habe vielleicht die Möglichkeit, in einer Behindertenwerkstatt in München eine Ausbildung zu machen. Das entscheidet sich allerdings noch. Aber ich denke, ich habe dort gute Chancen, da es zwei Interessenten gäbe und sie erst daraufhin entschieden haben, dass sie dieses Jahr doch wieder ausbilden“. In einer Behindertenwerkstätte - dort wird es schon mal sicher keine Vorbehalte geben. Aber dieser Beruf entspräche wenigstens ihrem Ziel: „Am allerliebsten würde ich was im sozialen Bereich machen, weshalb ich mich jetzt schon mit einem Fernstudium Psychologie oder Bildungswissenschaft auseinandergesetzt habe. Denn ich möchte gerne den Menschen etwas zurückgeben, mich vor allem für behinderte Menschen engagieren. Bei den Ausbildungen habe ich mich vor allem für kaufmännische Berufe beworben, da ich in diesem Bereich mit meiner Behinderung am ehesten Chancen hätte. Lieber wäre mir was im kreativen Bereich gewesen“. Julia hat auch bereits ein Praktikum im FORUM absolviert, das sie bestens gemeistert hat. Wir wünschen ihr alles Gute!

Quelle: freising-online

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