Kein gewöhnlicher 18. Geburtstag

Ironman: Niklas Ludwig macht sich selbst das schönste Geschenk

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Der 18-jährige Niklas Ludwig hat sein selbstgesetztes Ziel erreicht und ist jüngster Ironman unter zehn Stunden.

Viele Teenager machen an ihrem 18. Geburtstag die Nacht zum Tag und fallen anschließend bei den ersten Sonnenstrahlen erschöpft ins Bett. Nicht Niklas Ludwig, Vereinsmitglied des TSV Jahn Freising. Für ihn stand schon lange fest, dass er an seinem 18. Geburtstag „jüngster Ironman unter 10 Stunden“ werden möchte.

Am vergangenen Sonntagmorgen fiel pünktlich um sieben Uhr der Startschuss für Niklas Ludwig. Begleitet wurde er von Stefan, Flo und Tim, die jedoch nie vor ihm schwammen und dadurch keinen Wasserschatten spendeten.

Die Gewissheit, nicht allein zu sein, gab Niklas die nötige mentale Sicherheit, seine Zielzeit zu erreichen. Tim schwamm dabei immer mal wieder auf gleicher Höhe, um ihm die Orientierung im Badesee Stoibermühle zu erleichtern. Wer den Badesee kennt, der weiß, dass man mehrere Runden schwimmen muss, um auf die im Ironman üblichen 3,86 Kilometern zu kommen. Deswegen hat Niklas nach jeder Runde einen Landgang gemacht, sodass seine Unterstützer ihm Zwischenzeiten zurufen konnten.

So kam es, dass Niklas sein Schwimmtempo von Runde zu Runde anpassen konnte und völlig im Zeitplan nach ziemlich genau einer Stunde aus dem Wasser stieg. Die Wege am Badesee sind kurz, was einen schnellen Wechsel aufs Rad ermöglichte.

Niklas begab sich auf die erste von zwei 90 km langen Radrunden. Er fühlte sich gut, was ihn dazu verleitete, etwas schneller als geplant zu fahren. Natürlich steckte Niklas das weg. Es kam jedoch zu einem Energiedefizit, weil er mehr Energie verbrauchte, als er zu sich nahm.

Auf der zweiten Runde sollte Niklas dies rechtzeitig merken, nahm das Tempo immer mehr raus und versuchte, das Defizit mit der nötigen Verpflegung auszugleichen. Trotz allem schaffte es Niklas mit einer Radzeit von knapp 04:40 Stunden schneller zu sein als ursprünglich geplant.

Der 18-jährige Niklas Ludwig hat sein selbstgesetztes Ziel erreicht und ist jüngster Ironman unter zehn Stunden.

Beim Wechsel in die Laufschuhe überlegte Niklas sich schon wie er das Energiedefizit weiter ausgleichen könnte, ohne dabei zu viel an Leistung einzubüßen. Dabei half es ihm, einfach Cola zu trinken. Auf dem Rad noch allein unterwegs, wurde er nun die ganze Laufstrecke lang unterstützt. Neben Raphaela und Stefan liefen noch einige Freunde und Bekannte mit ihm mit. Niklas war es wichtig, dass die Unterstützung nur mental sein sollte, denn er wollte sein Ziel unbedingt allein schaffen.

Er war vor diesem Tag noch nie einen Marathon gelaufen. Er wusste nicht, wie sein Körper auf der zweiten Hälfte reagiert. In der prallen Sonne wurde es dann für ihn ab Kilometer 27 so richtig hart. Bei Kilometer 30 musste er dann sogar mal einige Meter gehen. Niklas Zwischenzeiten wurden langsamer, doch sein Wille war ungebrochen. Er steckte sich mental immer Zwischenziele: „Noch bis zu dem Baum da vorne laufen“.

So konnte er sich durchbeißen. Als Niklas auf den letzten Metern war, holte er noch einmal alles aus sich heraus und fiel völlig erschöpft, aber überglücklich durch das selbstgebastelte Zielbanner zu Boden. Dabei hat er seinen ersten Marathon in knapp dreieinhalb Stunden absolviert. Seine Zielzeit: 9:11:29!!! Damit war er deutlich schneller als sein selbstgestecktes Ziel von 09:30 Stunden. Das Ziel „unter zehn Stunden“ hat er somit pulverisiert. Mit dieser Leistung hätte er sein Ziel höchstwahrscheinlich auch in Klagenfurt erreicht. Ja vielleicht hätte Niklas dann an diesem Tag sogar die Reise nach Hawaii gebucht. Doch all das ist für ihn nicht wichtig, denn er ist überglücklich, dass er sein Ziel erreicht hat und blickt nach vorne auf die nächsten Herausforderungen.

Mehr Infos sowie den Text vom TSV Jahn (Quelle) unter https://tsv-jahn-freising.de/abteilungen/triathlon/news-berichte/zum-18-geburtstag-eine-langdistanz-in-9-11-29-stunden/

Quelle: freising-online

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