Kurzer Anruf bei Julien genügt

Hilfeleistung in der Corona-Krise: Attenkirchener unterstützt die Risikogruppen

Den Info-Zettel hat Julien Rückerl-Ebeling selbst geschrieben, damit die „Bestellnummer“ 0173/6028508 verbreitet wird: Mama Saskia, Bruder Aaron und Hund Lisa stehen zur Unterstützung parat.

In Attenkirchen zeigt ein Neunjähriger riesige Solidarität und Hilfsbereitschaft in der „Corona“-Krise: Julien Rückerl-Ebeling  bietet der Risikogruppe in der Gemeinde seine Unterstützung an. Einkäufe, Besorgungen, Bankbesuche oder einfach Gassi gehen - ein Anruf bei der Familie genügt, und Julien, seine Mutter Saskia und der zweijährige Aaron schwärmen aus.

Attenkirchen-Jetzt ist Unterstützung und der Dienst am Nächsten gefragt: Saskia Rückerl-Ebeling aus Attenkirchen ist in der örtlichen Nachbarschaftshilfe engagiert - und jetzt in der Corona-Krise noch weit darüber hinaus! 

Ein wenig zappelig ist der neunjährige Julien schon - er will, dass das Telefon endlich klingelt. Dass er seit Wochenbeginn nicht zur Schule gehen kann, bedeutet für ihn nicht, sich auf die faule Haut zu legen. Nein, ganz im Gegenteil: Er bietet zusammen mit seiner Mutter und dem kleinen Aaron seine Unterstützung an. Und zwar jenen, die als Risikogruppe aktuell dringend zuhause bleiben sollen: Einkaufen, Gassigehen oder den Gang zum Wertstoffhof hat sich die Familie zur Aufgabe gemacht: „Wir haben wegen des Schulausfalls doch jetzt eh jede Menge Zeit“, sagt Saskia Rückerl-Ebeling, die via Home-Office ihre Zeit auch gut einteilen kann: „Wir wollen gerade jetzt an unsere Mitmenschen denken und als Vorbilder voran gehen. 

Wir können die ‚Aufträge‘ ja in unsere eigenen Besorgungen einbetten oder machen einfach mal eine Radtour nach Zolling.“ Dort befindet sich der nächste Supermarkt, aber schon der Attenkirchener Metzger oder die beiden Bäckereien - wo die Hilfsangebote der Familie aushängen - sollten für den Grundbedarf der Attenkirchener ausreichen. 

Corona-Hilfe: Die Quarantäne sinnvoll überbrücken

„Es ist ein sinnvoller Weg, die kommenden fünf Wochen zu überbrücken“, findet Saskia Rückerl-Ebeling. Sicherheitsvorkehrungen müssten individuell geregelt sein, der Einkaufszettel könnte beispielsweise an die Tür gepinnt werden oder der gefüllte Korb auch dort wieder abgestellt. Auf Facebook hat die Familie ihre Kontaktnummern 0173/6028508 und 08168/9984110 schon fleißig geteilt, allerdings ist auf dieser virtuellen Plattform ja eher die jüngere Klientel unterwegs, so dass eine weitere Verbreitung des Hilfsangebots sehr erwünscht ist. 

Mit dieser Aktion treffen die Rückerl-Ebelings den aktuellen Bedarf exakt: Im Zuge der Ausnahmesituation hinsichtlichCovid-19 mangelt es vor allem den systemrelevanten Fachkräften wie dem Krankenhauspersonal zunehmend an Kinderbetreuungsmöglichkeiten. 

Bayern: Zusammen gegen den Virus

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler ruft gemeinsam mit den Ärztlichen Direktoren der sechs bayerischen Universitätskliniken in Augsburg, Erlangen, München (LMU und TUM), Regensburg und Würzburg Medizinstudentinnen und -studenten in Bayern auf, sich für einen freiwilligen Einsatz zur Bewältigung der Corona-Pandemie zur Verfügung zu stellen.

 „In einer humanen und demokratischen Gesellschaft gilt es, zusammenzuhalten. Gerade im medizinischen Bereich werden wir in den kommenden Wochen jede Unterstützung brauchen können, um unsere Bevölkerung zu beraten und zu schützen sowie bereits infizierte Erkrankte bestmöglich zu versorgen. Daher bitte ich unsere Studentinnen und Studenten der medizinischen Fächer, dort anzupacken, wo es nötig ist.“ Angehende Ärzte können zum Beispiel bei der Versorgung der Patienten in allen Krankenhäusern unterstützen oder bei der Beratung der Bevölkerung auch über Telefonhotlines mitarbeiten. Wer Interesse hat, kann sich an die entsprechenden Einrichtungen wenden.

Auch das FORUM muss seine Abstriche machen. Das FORUM München Nord und das FORUM Hallertau wird zwei Wochen lang nicht erscheinen. Die Gründe hierfür erklärt FORUM-Standortleiter Stefan Obesser. 

Quelle: freising-online

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