Kein Auskommen mit dem Hartz IV-Einkommen?

Zur

Reform des Arbeitsmarktes wurden in den letzten Jahren mehrere Vorschriften verabschiedet, darunter insgesamt vier „Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“, besser bekannt als Hartz I bis IV. Das bekannteste ist das „vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“, besser und allgemein bekannt als Hartz IV, das am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist und seitdem mehrfach überarbeitet wurde. Namenspate der vier Gesetze ist Peter Hartz, Leiter der Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“. Das Hartz IV-Gesetz wurde noch von der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder auf den Weg gebracht und ist am 9. Juli 2004 vom Deutschen Bundestag verabschiedet worden. Kernelement des Gesetzes ist die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe auf dem Niveau der bisherigen Soz8ialhilfe. Wichtige Bestandteile des Gesetzes sind vor allem die Verschärfung der Bedürftigkeitsprüfung und der Zumutbarkeitsregelegung. Trotz vieler Nachbesserungen glauben viele Bezieher von Hartz IV Leistungen vom Regen in die Traufe gekommen zu sein. Es gibt Schicksale, in denen Arbeitnehmer ihr mit eigenen Händen errichtetes Eigenheim in die Waagschale werfen müssen und die meisten Familien kommen gerade noch so über die Runden. Es gibt aber auch Fälle wie die 56jährige Bärbel Polster: „Ich schaff das komischerweise“, sagt die aus Ost-Berlin stammende gelernte Transportkauffrau. Bevor sie in die Mühlen der Hartz IV Gesetze gelangte, hatte sie einen guten Job bei BMW. Persönliche Umstände und Krankheit führten zum Verlust des Arbeitsplatzes und schließlich zur Arbeitslosigkeit. Seit November 2005 bezieht sie Leistungen nach dem Hartz IV Gesetz. Das sind 359 Euro für die „Sicherung des Lebensunterhaltes“ und 323 Euro Wohngeld. Außerdem erhält sie für ihre Tätigkeit bei „Rentabel“, einer Einrichtung der Caritas, für 60 Stunden im Auftragsmanagement ein Entgelt von 150 Euro. Nach Abzug der Miete und Fahrtkosten von ihrer Wohnung in Allershausen nach Freising in Höhe von 50 Euro sowie sonstiger Lebenshaltungskosten verbleiben ihr noch 200 Euro im Monat zum Leben. „Das geht schon“, meinte sie duldsam, „denn ich habe keine Laster wie Rauchen oder Trinken“. Vergnügungen wie Kino oder Urlaub sind allerdings gestrichen. Ende des Monats zieht Bärbel Polster nach Berlin in die Wohnung ihrer verstorbenen Mutter, arbeitet aber weiterhin bei Rentabel. Sie wird dann jeweils für zwei Wochen in Berlin, wo sie sich mit Hauptwohnsitz angemeldet hat, und für zwei Wochen in Freising leben.

Auch interessant:

Meistgelesen

„Spassbagage“ bringt zweite CD auf den Markt
„Spassbagage“ bringt zweite CD auf den Markt
Was macht eigentlich ein Maurer?
Was macht eigentlich ein Maurer?
Beispielloses Erfolgsprojekt: „Tante Emma“ ist eine Institution
Beispielloses Erfolgsprojekt: „Tante Emma“ ist eine Institution

Kommentare