Kombibad

Das Bauwerk nimmt Formen an

Die Architekten Ulrich Zech und Walter Jöris stellen das "dampferartige" Modell des Kombibads für Freising vor.

Als „ein Schiff, das in den Isarauen ankert“ bezeichnete Architekt Ulrich Zech vom Architekturbüro Venneberg & Zech aus Hannover das geplante Kombibad am Rabenweg bei der ersten Vorstellung im Gestaltungsbeirat am vergangenen Montag. Aus diesem Grunde hätte man auch Weiß und Blau als dominierende Farben bei der Gestaltung gewählt, erklärte er. Nun wurde noch an den Details geschraubt, im Freisinger Stadtrat warf dies aber durchaus Diskussionen auf.

Das Architekturbüro Venneberg & Zech aus Hannover hat im vergangenen Jahr den Wettbewerb um das Kombibad gewonnen. Seitdem seien hinsichtlich der Besonnung und aus Schallschutzgründen noch einige Details geändert worden, erklärte Ulrich Zech dem Gremium. Die Herausforderung bestehe darin, eine große Baumasse in das bestehende Umfeld zu integrieren und gleichzeitig Teile des jetzigen Freibades in die Planungen mit einzubeziehen. Die einzelnen Gebäudeteile – Kombibad, Saunatrakt und Parkhaus seien so gestaltet worden, dass eine Minimierung der Schallemissionen erreicht werden konnte. Außerdem sollen Parkhaus und Saunatrakt farblich dunkler gestaltet werden, wobei dort eventuell Holz, Spritzzement oder Schieferplatten zum Einsatz kommen, während das Hauptgebäude mit weiß emailliertem Stahlblech verkleidet werden soll. „Das ist robust, graffitisicher und wirtschaftlich“, so Zech. Um den Übergang zur anschließenden Wohnbebauung fließender zu gestalten, soll das Dach des Parkhauses abgeschrägt werden, wodurch allerdings statt der geplanten 150 nur noch 120 Parkplätze zur Verfügung stehen würden. Um die notwendige Belüftung zu ermöglichen, denkt man von Seiten der Planer darüber nach, Lamellen als Fassade zu verwenden.

Walter Jöris, der für die Landschaftsplanung zuständig ist, trug vor, dass der alte Baumbestand im Bereich der Liegeflächen erhalten werden soll, wobei im Bereich, wo bisher das Dreifachbecken stand, ein neuer Liegebereich entstehen soll. Für den Saunabereich sieht er vor, einen Schwimmteich zu errichten. Auch hinsichtlich des Schwimmbadgrabens gibt es Überlegungen, diesen zu öffnen und entweder als zusätzliche optische Grenze am Schwimmbadgelände oder mitten durch das Schwimmbadgelände als zusätzliche Attraktion zu führen.

„Ein ambitioniertes Projekt an einem sensiblen Standort“, bezeichnete Prof. Christoph Valentin, Mitglied im Gestaltungsbeirat, das neue Kombibad. Auch von der Idee, den Schwimmbadgraben zu öffnen und als zusätzliche optische Grenze zu nutzen, war er begeistert, betonte vor allem aber auch den Erhalt der großzügigen Wiesenflächen des zukünftigen Kombibades. Dies war auch Sebastian Habermeyer (Grüne) wichtig, der die zusammenhängende Fläche als „großes Pfund des Freibades“ nannte. Deshalb war er auch mit der vorgestellten Planung, das Sportbecken und das Sprungbecken mit den neu zu errichtenden Freibecken des Hallenbades zu einer optischen Einheit zu verschmelzen, nicht einverstanden. Und auch die Gestaltung des Parkhauses fand nicht seinen Gefallen: „Auf der einen Seite haben wir ein tolles Schiff und auf der anderen ein halb abgesoffenes Ruderboot“. Zech gestand, dass das Parkhaus das Problem schlechthin ist. „Es muss uns gelingen, dieses zu lösen, sonst leidet das ganze Projekt“, so sein Fazit.

Die Gestaltung des Eingangsbereiches führte ebenfalls noch zu größeren Diskussionen. Monika Hobmair (ödp) war nicht davon begeistert, dass der alte Baumbestand im zukünftigen Eingangsbereich gefällt werden soll. Doch Stadtplanerin Barbara Schelle konnte diese Bedenken ausräumen, denn ihren Angaben zufolge sind alle Bäume auf ihre Erhaltbarkeit überprüft worden und gefällt werden nur die Bäume, bei denen es dringend notwendig ist.

Bedenken beim Eingangsbereich hatte auch Reinhard Fiedler (Freisinger Mitte), der der Auffassung ist, dass die geplanten 300 Stellplätze für Fahrräder nicht ausreichen werden. Robert Weller (Freie Wähler), Referent für nachhaltige Mobilität, sieht im Eingangsbereich für das Freibad einen möglichen Gefahrenpunkt durch die Nähe zur Parkhauseinfahrt und fordert eine klare Trennung zwischen beiden Bereichen.

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