Die „KOB“ in Coronazeiten

Kontakt- und Begegnungsstätte des Prop: Corona torpediert das gesamte Konzept  

Da waren‘s nur noch drei! Und wieder setzt Felix Hartl, Leiter der Freisinger Kontakt- und Begegnungsstätte einen Kurs aus.

Und wieder wird Felix Hartl ganz spontan zappelig und flitzt durch die „Kontakt- und Begegnungsstätte“ des Prop e.V. in der Freisinger Heiliggeistgasse. Es sind die ganz speziellen Verhaltensanweisungen, die er umsetzen muss für seine Klienten, Besucher und Mitarbeiter.

Einen regelmäßigen Gast hat der Sozialpädagoge, der die KOB leitet, der sich partout weigert, Mundschutz zu tragen. „Alle anderen akzeptieren die Auflagen klaglos, dem einen muss der Zutritt leider verweigert werden“, sagt Hartl. Abstand ist das neue Zauberwort der Einrichtung, alles ist danach ausgerichtet, eine Ansteckung auszuschließen. Das bedeutet, dass sich die Begegnungsstätte an der Ladenverordnung orientiert, die jeder Person 20 Quadratmeter zuordnet. Das bedeutet, dass zwischen acht und maximal elf Klienten gleichzeitig in der KOB zugegen sein dürfen, nicht mehr! Das gesamte Programm und der übliche Tagesablauf mussten umstrukturiert werden, das Interieur der Räumlichkeiten sowieso.

Wer nichts Sinnvolles zu tun hat, ist hier herzlich willkommen: Die Kontakt- und Begegnungsstätte des Prop e.V., die KOB, ist Anlaufstelle, um Zeit wertvoll zu nützen anstatt sich zu langweilen und entsprechend auf dumme Gedanken der unterschiedlichsten Facetten zu kommen. „Eine Katastrophe“ ist die Corona-Pandemie entsprechend für Felix Hartl, der die KOB in der Freisinger Heiliggeistgasse führt.

Kontakt und Begegnung sind die essentiellen Ziele der Einrichtung, und was ist ausgerechnet jetzt eingeschränkt bis ausgeschlossen? Exakt! Peinlich genau achtet der Sozialpädagoge auf die Einhaltung der Richtlinien, die Besucherzahl musste drastisch reduziert werden, um das Abstandsgebot durchsetzen zu können, ein Großteil der Kurse und Unternehmungen einfach storniert: Alles, was für mehr als zwei Personen konzipiert ist, wird zu eng und kann nicht durchgeführt werden - beispielsweise Reittherapie.

Schwer bewaffnet: Sozialpädagogin Antje Wintziger hat stets das Desinfektionsmittel im Halfter. Ob‘s Kaffee für Felix Hartl gibt? Aber sicher!

Die Suchtgruppe, die Singgruppe, die Musikgruppe - alles ersatzlos gestrichen vom Wochenplan, der doch den Klienten Struktur bringen soll. Gerade mal der wöchentliche Malkurs von Hubert Leigers mit zwei Teilnehmern findet statt, ebenso hat das kleine und liebevoll gestaltete KOB-Lädchen einmal im Monat geöffnet, für maximal einen Kunden, der sich in dem Geschäft aufhalten darf.

Hartl war immer hier in der Pandemie-Phase, der Rest der Belegschaft hielt im Home-Office Kontakt zu den Klienten. In der Phase, in der komplett geschlossen bleiben musste, hat Hartl die Besucher abwimmeln müssen. Der Lockdown wurde in der KOB genützt, um die Räumlichkeiten anzupassen: Zusätzliche Toiletten, Plexiglasscheiben, Boden-Aufkleber mit Abstandsmarkierungen und mehr musste installiert werden. So wurden Prospekte und Zeitungen entfernt, die donnerstägliche Essensausgabe entzerrt, Kaffee nur noch auf ausdrücklichen Wunsch, und die gemeinsamen Mittagessen auf Schnitzelsemmel „to go“ umgebaut.

Das Ketchup dazu wurde weggeschlossen und gibt‘s nur auf Wunsch. Ebenso wie bei den Zeitschriften würde die Flasche durch zu viele Hände gehen. „Wenn die Regelungen gelockert werden oder fallen, reagieren wir sofort“, sagt Hartl. Bis dahin heißt es, vollständig auf Sicherheit zu setzen.

Quelle: freising-online

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