Krieger- und Soldatenverein Neufahrn

Das letzte Aufbäumen vor dem Exitus

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Himmel hilf! Norbert Hörpel sieht die Existenz „seines“ Krieger- und Soldatenvereins in höchster Gefahr. 

150 - 73 - 19 - 11! Das sind nicht etwa die Glückszahlen des Norbert Hörpel, sondern der Beleg für den Abstieg „seines“ Krieger- und Soldatenverein Neufahrn, dem er heuer seit zehn Jahren vorsteht.

Damals nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers Gerhard Gegenfurtner hatte er sich für dieses Ehrenamt zur Verfügung gestellt und übernahm den Verein mit 150 Mitgliedern. Zehn Jahre später sind es noch 73. Und die hat Hörpel mit einem Brandbrief aufrütteln wollen: Wenn sich die aktive Beteiligung nicht deutlich verbessere, werde er den Bettel hinschmeißen, drohte er. Ganze 19 Antworten bekam er überhaupt, davon nur elf mit aufmunternden Worten. Es folgte der Rücktritt auf der jüngsten Jahreshauptversammlung. Damit tat er es Richard Kroiss nach, der desillusioniert im vergangenen Februar das Handtuch warf. 

Seit 140 Jahren besteht der Verein, war über Jahrzehnte am Bürgerfest beteiligt, Sommer- und Weihnachtsfest standen fix im Terminkalender, der Jahresausflug ebenso. Heuer steht dies alles auf der Kippe, soll storniert werden. „Die Mitglieder kümmern sich ehrlich gesagt einen Dreck um den Verein“, sagt Hörpel verstimmt und fühlt sich schlichtweg im Stich gelassen: Seit vier Jahren fehlt ein Kassier, ein Böllerschütze ist ebenso wenig vorhanden wie ein Fahnenträger. Was möglich war, fing Hörpel persönlich auf und musste sich bisweilen sogar noch dafür belächeln lassen. Jetzt ist das Maß voll, er führt den Krieger- und Soldatenverein nurmehr kommissarisch.

 Wenn sich bis Ende September keine neue Vorstandschaft findet, wird die Auflösung angemeldet! Dem frustierten Norbert Hörpel liegt der Verein mit seinen Zielen „an unsere Vergangenheit erinnern und mahnen, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgeht“ aber am Herzen, weshalb er in einem letzten Aufbäumen an die Neufahrner Bürger appelliert: „Unser Verein steht allen zur Mitgliedschaft offen: Alle Nationen, egal ob Mann oder Frau! Ich erinnere daran, dass in unserer italienischen Partnergemeinde Gardolo ein Maibaum des Krieger- und Soldatenvereins steht. Wechselseitige Besuche sind feste Tradition. Wenn dieser Austausch wegfällt, sehe ich die gesamte Partnerschaft in Gefahr. Neufahrn muss sich fragen: Können wir uns das erlauben?“ Kontaktaufnahme für Interessierte ist über das Vereinsverzeichnis der Gemeinde möglich und erwünscht.

Quelle: freising-online

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