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Ein Panoptikum aus viel und wenig Farbe

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Das Alte Gefängnis drohte bei der Vernissage unter dem Besucherandrang zu zerbersten.

“Kunst im Knast” ist in Freising mittlerweile eine Marke. Im Alten Gefängnis in der Fischergasse haben auch derzeit wieder alle Kulturinteressierten die Gelegenheit, die Exponate von nicht weniger als sechs Künstlern zu bestaunen. So wie Stadträtin Eva Bönig, die die einleitenden Worte auf der Vernissage sprach.

Das Kunstschaffen in Freising ist facettenreich, das belegt die am vergangenen Wochenende eröffnete Ausstellung “Kunst im Knast” im Alten Gefängnis auf ein Neues. Nicht weniger als sechs  Künstler ganz unterschiedlicher Ausrichtung präsentieren in den ungewöhnlichen  Räumlichkeiten des Gefängnisses das Panoptikum ihres Schaffens.

Freisings Schulreferentin Eva Bönig war auf Grund des Andrangs bei der Vernissage kaum zu sehen, aber doch zu hören. Sie begrüßte die geladenen Gäste und hatte sich am Vortag eingehend mit den Künstlern und deren Werken beschäftigt. “Ich bezeichne mich als höchst interessierten Laien und habe die Atmosphäre schon mal aufgesogen.” Sie gab in prägnanten Worten einen Überblick über die präsentierten Werke.

Alexandra M. Hoffmann als bildende Künstlerin zeigt Fundstücke gefällter Bäume, denen sie mittels verschiedener Materialien Symmetrie verleiht und darin das Wachsen und die Vergänglichkeit des Lebens ausdrückt.

Lichtmaler Jeansimon präsentiert mit seinen Fähigkeiten die Skyline Freisings, zu deren Betrachtung allerdings etwas Konzentration nötig ist, denn “ich habe es nicht direkt erkannt”, gestand Eva Bönig.

Gertraud Wagner aus Nandlstadt hat eine “Energiewand” gestaltet, die durch ausdrucksstarke Acrylbilder entstanden ist. Eva Bönigs Exkurs in die Biochemie über die Auswirkung von Farbe auf die menschliche Psyche passte ins Bild, denn Gertraud Wagner malt unter dem Motto “Farbe ist Freude.”

Zora Grich ist eine feste Größe im künstlerischen Freising. Auch sie betont ihre Freude an der Farbe mit Blumenbildern, die beim Öffnen regelrecht beobachtet werden können. Ihre Werke regen zur Interpretation an.

Wertvolle Unikate mit dem Schwerpunkt Opal zeigt der Schmuckmacher Horst Zwingel. Hier heißt es Betrachten und Warten, denn, so Eva Bönig: “Diese wunderschönen suchen sich ihre Besitzer, nicht andersrum.”

Und schließlich zeigt Heike Scheffler ihre paradox entstandenen Bilder. Sie spiegelt ihre Gefühlswelt auf der Leinwand wider - mit der Besonderheit, dass “je bunter es in ihrem Leben zugeht, desto weniger Farbe verwendet sie für ihre Werke”, betonte Eva Bönig. Turbulent ging es bei Heike Scheffler in den vergangenen Wochen allemal zu, denn sie hatte diese Ausstellung erneut angeregt und koordiniert. Dafür gebührt ihr besonderer Dank, den Horst Zwingel plastisch ausdrückte: “Wenn wir Künstler ein Auto sind, ist Heike unser Motor.” Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 4. Mai (Montag bis Freitag 14 bis 19 und Samstag und Sonntag elf bis 19 Uhr) geöffnet und endet mit der Finissage am 4. Mai um 15 Uhr. 

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