Wenn die fmg nicht will wird es selbst in die Hand genommen

Im Landkreis: Der Bürgerverein misst die Belastung 

+
Ab jetzt wird‘s genau! Unser Foto zeigt v.l. Reinhard Kendlbacher, Landrat Helmut Petz, Wolfgang Herrmann und Bürgermeister Franz Heilmeier.

An fünf Stellen rund um den Flughafen im Erdinger Moos misst der Bürgerverein Freising ab sofort die Feinstaubbelastung in der Luft. Diese Messungen werden explizit im Auftrag des Landkreises Freising vorgenommen und bringen exakte Werte, auf die dann unter Umständen reagiert werden kann. Für Reinhard Kendlbacher, den Vorsitzenden des Bürgervereins, stellt dieser Auftrag „einen besonderen Tag“ dar. Landrat Helmut Petz ließ sich von Wolfgang Herrmann das Messgerät demonstrieren.

Landkreis- Seit sieben Jahren misst der Bürgerverein Freising in Eigenregie im Umfeld des Flughafens die Luftbelastung mit Ultrafeinstaub; ab sofort wird er dieses im Auftrag der Landkreisverwaltung tun. Bei einem Ortstermin in Massenhausen sprach Landrat Helmut Petz von einer „einmaligen Situation“, jetzt die Luftbelastung zu messen, nachdem der Luftverkehr am Münchener Flughafen fast vollständig zum Erliegen gekommen sei. 

Ausgangspunkt dieser Entscheidung sei ein Antrag von Kreisrat Benno Zierer (FW) bei der konstituierenden Sitzung des Kreistages gewesen, die Luftbelastungen mit Ultrafeinstaub jetzt zu messen, um diese dann mit den Messergebnissen zu vergleichen, wenn der Luftverkehr wieder zunähme. Wie Landrat Petz erklärte, habe man in der Landkreisverwaltung den Antrag von Zierer hinsichtlich Zulässigkeit und Sinnhaftigkeit geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Landkreis mit seinen kommunalen Einrichtungen wie beispielsweise die Förderschule in Pulling unmittelbar von der Ultrafeinstaubbelastung betroffen sei. 

Luftbelastung: Kommune übernimmt die Verantwortung

Auch eine Vergabe des Messauftrags unmittelbar an den Bürgerverein sei wegen der Niederschwelligkeit zulässig, so Petz weiter. Er habe daraufhin mit der Flughafengesellschaft Verbindung aufgenommen und darum gebeten, an den vom Flughafen selbst betriebenen Mess-Stationen auf dem Gelände messen zu dürfen. Diese habe jedoch mit dem Hinweis auf grundsätzliche Bedenken diese Bitte abgelehnt. Von einer „immensen Belastung“ vor allem des nördlichen Gemeindegebietes sprach auch Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier. 

Auch er zeigte sich davon überzeugt, dass mit den vergleichenden Messungen „ein wichtiges Glied in der Indizienkette“ zu erreichen sei, um in der Zukunft zu gesetzlich festgelegten Grenzwerten bei der Luftbelastung mit Ultrafeinstaubpartikeln zu kommen. Es sei zwar ein dickes Brett, das noch zu bohren sei, aber mit der Aktion trage der Landkreis dazu bei, schon mal „ein Loch mit einem kleinen Bohrer zu bohren“. Als „einen besonderen Tag“ bezeichnete Reinhard Kendlbacher, der Vorsitzende des Bürgervereins, die Entscheidung der Landkreisverwaltung. „Seit 2013 ist der Bürgerverein mit Messungen in der Materie Ultrafeinstaub unterwegs; mit dem heutigen Tag übernimmt eine Kommune die Verantwortung“, betonte er.


 Er berichtete, dass die Helmholtz-Gesellschaft der Flughafengesellschaft drei Messgeräte angeboten habe, die diese aber abgelehnt habe. Daraufhin habe die Helmholtz-Gesellschaft diese Geräte dem Bürgerverein kostenlos zur Verfügung gestellt und man sei nunmehr in der Lage, an fünf Standorten rund um den Flughafen dauerhaft zu messen. Feste Stationen wird es in Massenhausen, im Freisinger Moos, in der Stadt Freising und in Eiting geben; mit dem fünften Gerät wird weiterhin mobil auf dem Flughafengelände gemessen. „Mit ihrem Verhalten zeigt die Flughafengesellschaft erneut, dass sie an der Schädlichkeit der ultrafeinen Partikel nicht interessiert ist“, klagte Kendlbacher. 

Erste Messungen nach dem Rückgang der Flugbewegungen hätten ergeben, dass die Belastung der Luft mit Ultrafeinstaub um rund 96 Prozent von bis zu 53600 Partikeln bei 937 Flugbewegungen pro Tag im Februar auf rund 7100 Partikeln im April zurückgegangen sei, so Kendlbacher weiter. Dabei sei es relativ einfach, die Belastung zu reduzieren: Statt der drei bis vier Kilometer, die ein Flugzeug auf dem Weg zwischen Start- und Landebahn und dem Terminal im Niederlastbereich der Antriebsdüsen zurücklegt und ultrafeine Partikel produziert, könne man diese sehr einfach und umweltverträglich mit elektrisch betriebenen Schleppfahrzeugen ziehen.

Quelle: freising-online

Auch interessant:

Meistgelesen

Kinder(t)räume Weihenstephan: kleine Beine - große Kilometer  
Kinder(t)räume Weihenstephan: kleine Beine - große Kilometer  
Stadtwerke Freising schließen 2019 mit 531000 Euro Gewinn ab
Stadtwerke Freising schließen 2019 mit 531000 Euro Gewinn ab
Ironman: Niklas Ludwig macht sich selbst das schönste Geschenk
Ironman: Niklas Ludwig macht sich selbst das schönste Geschenk
Warum gerade jetzt die richtige Zeit für Weiterbildung ist
Warum gerade jetzt die richtige Zeit für Weiterbildung ist
503 Service Unavailable

Hoppla!

Leider ist unsere Website zur Zeit nicht erreichbar. Wir beeilen uns, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es gleich nochmal.