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Der Regisseur tritt ab

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Auf Wiedersehen: Zum Abschied gab es für Landrat Schwaiger einen Regiestuhl von seiner Stellvertreterin Anita Meinelt (l.) und der ebenfalls aus dem Amt scheidenden Attenkirchener Bürgermeisterin Brigitte Niedermeier.

”Du hast Deine Aufgabe und die mit ihr verbundenen Verpflichtungen immer sehr ernst genommen und manchmal hast Du Dir die Dinge vielleicht auch zu sehr zu Herzen genommen“. Mit diesen Worten verabschiedete die stellvertretende Landrätin und Moosburger Bürgermeisterin Anita Meinelt am Ende der letzten Sitzung des Kreistages am vergangenen Donnerstag Landrat Michael Schwaiger. Damit ginge eine sechsjährige erquickliche Zusammenarbeit zu Ende und ein engagierter Landrat, der immer auch eine große Portion Humor bewiesen hätte, würde das Landratsamt verlassen, betonte sie in ihrer Laudatio. Für Landrat Michael Schwaiger sei dieses Amt nicht irgendein Amt gewesen, sondern er wollte etwas bewegen und sich für seine Heimat engagieren. Vor allem sein Engagement gegen die dritte Start- und Landebahn wäre ein wichtiger Motivator gewesen, als er sich vor sechs Jahren zur Kandidatur bereit erklärt habe. So habe er ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt beim ersten Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren deutlich gemacht, dass die Bedarfsplanung der Flughafengesellschaft an der Realität vorbei gehe und dass der geplante Bau einer dritten Bahn vielen Menschen ihrer Heimat berauben würde.

Die Lobreden auf der Zielgeraden der Amtszeit des zum Monatsende scheidenden Landrats Michael Schwaiger kamen aus berufenen Mündern.

Er habe gezeigt, dass Politik etwas mit Verantwortungsbewusstsein zu tun hat und auch seinen politischen Gegnern sei immer klar gewesen, dass er eine integere Persönlichkeit sei, äußerte Meinelt und fuhr fort: „Wenn Du Dir eine Meinung gebildet hast, dann bist Du auch zu der gestanden und hast Dein Fähnchen nicht nach irgendwelchen, vielleicht opportuner erscheinenden Winden ausgerichtet, auch wenn Dir das nicht immer positive Reaktionen eingebracht hat“. Meinelt erwähnte auch die Schulen und die damit verbundenen Bauvorhaben, die als Dauerbrenner die Amtszeit von Landrat Schwaiger begleiteten. „Gebaut wurde aber nicht nur mit Holz, Beton und Glas, sondern auch mit Hirnschmalz, Ideen und vielen Diskussionen“, erklärte sie. Er habe auch erleben müssen, dass nach vielen Jahren wieder Asylbewerber in den Landkreis kamen und gemeinsam mit seinen Mitarbeitern dafür gesorgt, dass diese gut im Landkreis aufgenommen worden sind. Auch an Katastrophen hätte er nicht allzu viel ausgelassen, erinnerte sie und nannte die Stichworte Müller-Brot, die Flutkatastrophe im vergangen Jahr, den Wasserschaden im Gymnasium Moosburg und die Bombendrohung im Landratsamt vor wenigen Wochen.  Sie danke Landrat Michael Schwaiger auch im Namen aller Kreistagsmitglieder für die gute Zusammenarbeit und für das, was er für den Landkreis getan hat, und wünschte ihm alles Gute, in der Hoffnung, dass er dem Landkreis gewogen bleibe. Zuvor hatte Landrat Michael Schwaiger insgesamt 23 Mitglieder des Kreistages verabschiedet, die in der neuen Legislaturperiode nicht mehr dem Kreistag angehören werden, sei es, weil sie nicht mehr dafür kandidiert hatten oder dass sie den Sprung in den Kreistag nicht mehr geschafft haben. Verabschiedet hat er auch die neun Bürgermeister aus dem Landkreis, die nicht mehr für eine weitere Legislaturperiode kandidiert haben. 

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