Albert Duin zu Gast im Schloss Hohenkammer

So leidet die Tourismus-Branche unter der Corona-Pandemie

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Robert Kistler, Siegfried Hartmann, Albert Duin, Stefan Graßl, Susanne Hartmann, Jiri Kuca, Tobias Weiskopt und Irena Hirschmann waren zu Gast im Schloss Hohenkammer.

Corona hat die Welt fest im Griff, insbesondere Gastronomie und Hotellerie sind hart getroffen. Albert Duin, wirtschafts- und tourismuspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, hat bei seiner Sommertour das Schloss Hohenkammer besucht.

Gemeinsam mit Kreisrätin und Bürgermeisterkandidatin Susanne Hartmann, Kreisrat Tobias Weiskopf und den örtlichen Freien Demokraten hat sich der Landtagsabgeordnete ein Bild von der Situation im Tagungshotel, in den Schloss-Restaurants und dem zugehörigen Biobetrieb Gut Eichethof gemacht.

„Das Schloss Hohenkammermit seinem wunderschönen Areal und seiner guten Gastronomie hat nicht nur touristisch was zu bieten, sondern ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region“, konsterniert der Landtagsabgeordnete Duin weiter: „Die Politik darf unsere Betriebe jetzt in der Krise nicht hängen lassen. Mir wurde einiges mit auf den Weg gegeben, was wir im Landtag anpacken müssen.“

Das Schloss Hohenkammer sei laut Direktionsassistent Stefan Graßl grundsätzlich gut aufgestellt. Seit 2003 gehöre die GmbH nämlich einem großen Münchener Versicherer, der jetzt in der Krise unter die Arme greife. Obwohl der Betrieb im April statt der üblichen eine Million lediglich 40 000 Euro Umsatz machte, wurde keiner der Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. „Wir können nicht sagen, wir fahren jedes Jahr Millardengewinne ein und greifen jetzt auf den Staat zurück“, erklärt Graßl die Entscheidung der Muttergesellschaft. Deshalb wurde das komplette Team für Malerarbeiten, kleinere Reparaturen oder sogar zum Nähen von Masken eingesetzt – „und das hat zusammengeschweißt.“

Ob sich die Lage inzwischen etwas erholt habe, wollte Susanne Hartmann wissen, schließlich sei der Tagungsbetrieb eine wichtige Einnahmequelle und viele Konferenzen würden ja inzwischendigital abgehalten werden. „Wir verkaufen hier was geht“, sagt Jiri Kuca, der Leiter des Veranstaltungsverkaufes, „aber die letzten Monate waren für uns sehr schwierig, und es ist nichts überstanden.“

Volle Reservierungsbücher aber trotzdem zu wenig Gäste

Die erste Tagung nach dem Shutdown im März habe Anfang Juli stattgefunden, Ende Juli die erste Hochzeit. Mit strengen Hygieneregeln und maximal 100 Personen bei Familienfeiern ist das Geschäft wieder etwas hochgefahren, allerdings auf gerade einmal 30 Prozent. „Letzte Woche haben wir geschwitzt, als eine Obergrenze von 50 Personen im Gespräch war“, so Kuca.

Der Vorstoß habe auch bei der FDP für Kopfschütteln gesorgt, denn entscheidend seien Abstands- und Hygieneregeln sowie eine gute Nachverfolgbarkeit. Anders sieht es im Sternerestaurant Camers aus. Küchenchef Florian Vogel: „Bei uns gab’s kaum Veränderungen, der Hygienestandard war schon immer sehr hoch. Zwei Tische raus, das war’s.“

Und die Reservierunsgbücher seien auch voll, für einen Tisch am Wochenende müsse man schon sechs bis acht Wochen vorher anrufen. Die einfache Küche und die Tagungsverpflegung leiden allerdings immer noch, zu wenig Gäste. Zu Beginn der Pandemie habe der Biergarten auf drive-in umgestellt.

„Das wurde von den Hohenkammerer mit Freude angenommen. Das war richtig klasse“, bestätigt Susanne Hartmann. Auf dem Gut Eichethof, der die Produkte auch direkt für die Schloss-Gastronomie erwirtschaftet, laufe der Betrieb ebenfalls recht gut. Ein Anliegen an den Landtagsabgeordneten hat Helmut Steber, Landwirtschaftsmeister und Gutsleiter, dennoch: „Im Agrarsektor hat sich die TUM Weihenstephan einen weltweiten Namen gemacht, das müssen wir unbedingt beibehalten!“

Albert Duin versicherte sich gemeinsam mit seinem Kollegen dafür einzusetzen. Beim abschließenden Gespräch bei einer zünftigen Brotzeit mit leckeren Produkten aus der Region kommt von den Mitarbeitern noch ein weiteres Thema auf den Tisch: Die Senkung der Umsatzsteuer. Die habe nämlich mehr Aufwand als wirkliche an Einsparung gebracht. „Die meisten unserer Kunden sind sowieso Unternehmen, da ist eh alles netto“, schimpft Graßl, „aus zehn Tagungspauschalen sind jetzt 96 geworden, wegen der ganzen Mehrwertsteuersätze. Da blickt keiner mehr durch.“ Dem können sich die FDP-Vertreter nur zustimmen.

Quelle: freising-online

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