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Letzte Generation klebt sich auf Rollweg am Flughafen München fest - Flugverkehr für 45 Minuten umgeleitet

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Von: Lena Hepting

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Letzte Generation demonstriert am Flughafen München Aktivist*innen der Letzten Generation demonstrierten am 8.12.2022 vo
Aktivisten der Letzten Generation demonstrieren am 8. Dezember am Flughafen München. © IMAGO / aal.photo

Gestern klebten sich Demonstranten der Gruppe „Letzte Generation“ auf einem Rollweg am Flughafen München fest. Der Flugverkehr wurde für 45 Minuten umgeleitet.

+++Nachtrag vom 9. Dezember+++

Wie berichtet, kam es am gestrigen Vormittag zu einer Blockadeaktion von Umweltaktivisten am Flughafen München. Vier Personen waren im Bereich der nördlichen Start- und Landebahn in den Sicherheitsbereich des Flughafens eingedrungen und hatten sich auf einem Rollweg festgeklebt. Kurz vorher hatten drei Personen versucht, den Sicherheitszaun an der südlichen Start- und Landebahn zu überwinden, was noch verhindert werden konnte.

Bei den vier Personen, denen es gelungen war, sich auf dem Rollweg festzukleben, handelte es sich um vier Männer im Alter von 19 und 60 Jahren. Die drei Frauen, die den südlichen Zaun überwinden wollten, sind zwischen 30 und 42 Jahre alt. Die sieben Personen stammen aus Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein und sind dem Kreis der Klimaaktivisten zuzuordnen.

Der 80-jährigen Fluggast, der um 08:30 Uhr (geplante Landung 09:18 Uhr) beim Anflug auf den Flughafen München über Schmerzen in der Brust geklagt hatte, befindet sich nicht mehr stationärer Behandlung .Gegen die genannten Personen wird nun wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und zum Teil wegen Nötigung ermittelt.

Bei sechs Tatverdächtigen wurde aufgrund bestehender Wiederholungsgefahr gestern die Aufrechterhaltung des polizeilichen Gewahrsams bis 17. Dezember in einer Justizvollzugsanstalt richterlich angeordnet, bei einem weiteren Tatverdächtigen wird dies noch geprüft. Die Kriminalpolizei Erding und die Staatsanwaltschaft Landshut führen die weiteren Ermittlungen.

+++Ursprüngliche Meldung+++

Gestern sind im Bereich der nördlichen Start- und Landebahn mehrere Personen in den Sicherheitsbereich des Flughafens München eingedrungen. Diese klebten sich auf einem Rollweg fest. Der Flugverkehr wurde für knapp 45 Minuten von der nördlichen Start- und Landebahn auf die südliche Bahn umgeleitet. Eine spürbare Beeinträchtigung des Flugverkehrs fand nicht statt. Mehrere Personen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen.

„Letzte Generation“ demonstriert am Flughafen: Keine Auswirkungen für den Flugverkehr

Zunächst stellten Polizeibeamte von Bundes- und Landespolizei gegen 8.50 Uhr drei Personen fest, die den Sicherheitszaun im Bereich der südlichen Start- und Landebahn überwinden wollten. Dieser Eindringversuch in den Luftsicherheitsbereich wurde unverzüglich mit Unterstützung von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei vereitelt und die Personen von der Polizei gesichert. Um 9 Uhr wurden vier weitere Personen festgestellt, die den Zaun im Bereich der Nordbahn aufgeschnitten und sich auf einem nahegelegenen Rollweg festgeklebt hatten.

Die von den vier Personen angedachte gemeinsame Meinungskundgabe wurde von der Polizei schnellstmöglich aufgelöst. Drei festgeklebte Personen wurden fachmännisch gelöst und ebenfalls in Gewahrsam genommen. Der Flugverkehr auf der Nordbahn konnte daher bereits gegen 10 Uhr wieder freigegeben werden. Eine Person musste gemeinsam mit der Flughafenfeuerwehr mechanisch von der selbst beigebrachten Klebefläche befreit werden. Dies dauerte bis 11:09 Uhr an, hatte jedoch keine Auswirkungen auf den wieder laufenden Flugbetrieb mehr.

„Letzte Generation“ demonstriert am Flughafen: Sieben Personen befinden sich in Haft

Bundes- und Landespolizei, Organisationen am Flughafen München sowie der Flughafenbetreiber haben eng zusammengearbeitet. Dies ermöglichte eine zügige Auflösung der Blockade und eine schnellstmögliche Wiederherstellung des Flugbetriebs auf der betroffenen Nordbahn. Im Ergebnis war der Flugbetrieb für deutlich weniger als eine Stunde eingeschränkt.

Die polizeilichen Ermittlungen werden von der Kriminalpolizeiinspektion Erding in enger Abstimmung mit der Polizeiinspektion Flughafen München und der Staatsanwaltschaft Landshut geführt. Alle sieben festgestellten Personen befinden sich aktuell im polizeilichen Gewahrsam. In der Folge wird zu den Gewahrsamnahmen eine richterlichen Entscheidung herbeigeführt.

„Letzte Generation“ demonstriert am Flughafen: Medizinischer Notfall durfte erst später landen

Wie zwischenzeitlich weiter bekannt wurde, trat an Bord einer aus den USA anfliegenden Maschine ein medizinischer Notfall auf. Ein 80-jähriger Passagier hatte über Schmerzen in der Brust geklagt. Die Maschine sollte um 09:18 Uhr auf der Nordbahn landen. Sie musste kurzfristig auf die Südbahn umgeleitet werden und konnte dort erst 20 Minuten später als geplant, um 09:38 Uhr, sicher landen. Der Notfallpatient wurde unverzüglich vom Rettungsdienst in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand ist der Polizei als stabil bekannt.

Die Polizei verurteilt das mutwillige Eindringen in den Sicherheitsbereich des Flughafens aufs Schärfste. Auch, wenn durch das enge Zusammenwirken aller Sicherheitskräfte und des Flughafenbetreibers weitreichende Störungen des Flugbetriebs verhindert werden konnten, zeigt der beschriebene Fall vor allem die möglichen Auswirkungen solcher Handlungen.

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