Leben ohne Internet, E-Mail und Smartphone

Möglichst viel Natur und wenig Technik

Die Tierheilpraktikerin hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Das Bild zeigt sie mit Pferd Jo.

Ein Leben ohne E-Mail, Internet oder Smartphone? Das wäre für die meisten Menschen undenkbar, schließlich hält die „wunderbare Welt der Technik“ schon längst Einzug ins alltägliche Leben. Nicht so bei Tierheilpraktikerin Lucinde Haeselbarth aus Oberappersdorf bei Zolling. Sie versucht, so gut es geht, ohne Technik und vor allem so naturnah wie möglich zu leben - und das mit vielen Tieren.

Aufgewachsen in Südafrika als Tochter eines Zoologen, wurde ihr die Verbindung zu Tieren quasi schon in die Wiege gelegt, wie sie erzählt: „Schon als Kind habe ich mich für Pflanzen und Kräuter interessiert und alle möglichen verwaisten Tiere aufgezogen, gesund gepflegt und gerettet“. Die Liebe zur Natur und zu Tieren besteht also schon von Kindesbeinen an. Neben zwei Hunden hält und pflegt die 55-Jährige auf ihrem Hof außerdem noch zwei Pferde, zwei Esel und fünf Schafe. Den Tieren einen möglichst naturnahen Lebensraum zu geben, ist ihr dabei besonders wichtig. Aus diesem Grund hat sie auch eine benachbarte Koppel gepachtet, um ihren Schafen und den beiden Pferden Jo und Wolfgang den nötigen Auslauf zu ermöglichen. Aus dem Bedürfnis heraus, nicht nur ihren eigenen, sondern auch möglichst vielen anderen Tieren zu helfen, hat sie den Beruf des Tierheilpraktikers für sich entdeckt und nach ihrer Tätigkeit als Flötistin ein dreijähriges Studium mit Zusatzqualifikation in Homöopathie und Phytotherapie abgeschlossen. Geradezu perfekt lässt sich in diesen Beruf ihre Leidenschaft für Pflanzen und Kräutern integrieren. Gerade in der Tierheilkunde bieten sich weitreichende Möglichkeiten an, sowohl alternativ als auch begleitend zu anderen Therapien zu behandeln. Die meisten Mittel und Salben, die sie in ihrer Praxis verwendet, stellt Lucinde Haeselbarth selbst her. Egal ob Thymian, Salbei, Sanddorn oder Spitzwegerich - der eigene Kräutergarten bietet eine Vielzahl heilender Pflanzen. Und jedes Jahr zur Frühlingszeit geht es ihren fünf Schafen an den Kragen, genauer gesagt ans Fell. Nachdem das frisch geschorene Fell von Hand gewaschen und drei bis vier Wochen lang getrocknet wurde, bringt Haeselbarth die Wolle nach Österreich, wo sie verschiedene Stationen durchläuft und dort unter anderem „gedatscht“ und noch von Hand gesponnen wird. Erst dann kann die fertige Wolle verarbeitet werden. „Es ist zwar ein riesiger Aufwand, aber das ist es mir wert“, sagt Haeselbarth. Auch sonst legt sie viel Wert darauf, Produkte aus der Region zu beziehen und genau zu wissen, woher etwas kommt. Das Rindfleisch holt sie bei der Biobäuerin ihres Vertrauens, die Eier vom Hühnerwirt um die Ecke. Übermäßigen Konsum und die permanente Reizüberflutung durch Technik, der in der heutigen Gesellschaft auch immer mehr Jugendliche ausgesetzt sind, kritisiert sie: „Ich finde, man kann durchaus zeitgemäß leben, ohne gleich jeden Trend mitmachen zu müssen. Nicht alles, was neu ist, bedeutet automatisch gleich besser.“ Doch wie lebt es sich ohne Internet, Smartphone und E-Mail? „Es ist nicht immer leicht und teilweise auch anstrengend. Vor allem, wenn ich etwas für meine Praxis bestellen muss. Das läuft ja heute alles über das Internet“. Doch dann greift Lucinde Haeselbarth einfach zum Telefon, denn auf dieses kann sie dann doch nicht verzichten.

Quelle: freising-online

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