Klarstellung von Werner Braun

Metzgerhandwerk: Fleisch ist kein Ramschprodukt

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Handwerk hat goldenen Boden. Obermeister Werner Braun wehrt sich, mit der Fleischindustrie in einen Topf geworfen zu werden. 

„Hochwertige Fleischwaren sind kein Ramschprodukt, sondern ein Privileg!“ Zu dieser Klarstellung sieht sich Werner Braun, Obermeister der Metzgerinnung Dachau-Freising vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme in industriellen Fleischfabriken genötigt.

Freising- Das Bundeskabinett hat in dieser Woche Eckpunkte für ein „Arbeitsschutzprogramm für die Fleischwirtschaft“ beschlossen. Geplant sind schärfere gesetzliche Regelungen, wie ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie. Ebenso sind höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Arbeitszeitvorschriften und Regelungen bezüglich der Arbeitszeitdokumentation in der Planung. Bundesarbeitsminister Heil machte dabei explizit deutlich, dass handwerkliche Metzger ausgenommen sind, sondern dass die Regelungen auf die Industrie abzielen. 

Preis für Fleischerzeugnisse zu niedrig

„Werkverträge? Die gibt es bei uns im Metzgerhandwerk nicht und wir als Vertreter des Metzgerhandwerks begrüßen es, dass die Bundesregierung hier nun ganz klar zwischen Handwerk und Industrie differenziert.“ so Obermeister Werner Braun von der Metzgerinnung Dachau-Freising. Braun teilt die Auffassung, dass die Preise für Fleisch und Fleischerzeugnisse in der Bundesrepublik Deutschland in der Masse zu niedrig sind. 

Er macht deutlich, „dass die Endverbraucher durch diese Vorfälle einmal mehr vor Augen geführt bekommen, welche Folgen der Kauf von Billigfleisch hat. Doch Sparen ist in Deutschland ein Volkssport – leider auch bei Lebensmitteln. Denn diese sind, anders als in unseren europäischen Nachbarländern in Deutschland leider noch kein Statussymbol. Da konnte es bei vielen Verbrauchern in den letzten Jahren gar nicht günstig genug sein. Die Folge ist, dass ein Kilo Schweinefleisch im Supermarkt heute manchmal günstiger ist als ein Kilo Gemüse. 

Dass an diesem Verhältnis etwas nicht stimmen kann, darauf hat der Fleischerverband Bayern in den vergangenen Jahren immer wieder hingewiesen.“ Wir als Handwerker sprechen uns für faire Preise aus. Für Tier, Landwirt und weiterverarbeitendes Gewerbe. Schlussendlich hat aber nur einer die Verbesserung sämtlicher Bedingungen mit seiner Kaufentscheidung in der Hand – nämlich der Endverbraucher. 

Wer sich nun über Haltungsbedingungen der Tiere, Arbeits- und Unterkunftsbedingungen der Mitarbeiter echauffiert, darf am Ende nicht zum Billigfleisch im Selbstbedienungs-Regal greifen. Allen Endverbrauchern ruft er deshalb ins Gedächtnis: „Kaufen Sie Fleisch bei Ihrem Handwerksmetzger vor Ort. Lieber einmal weniger in der Woche, dafür aber qualitativ hochwertig aus dem Fachgeschäft. „Und das wichtigste: Immer mit gutem Gewissen!“, so Braun abschließend.

Quelle: freising-online

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