STELLENAUSSCHREIBUNG AUF FACEBOOK

Eine Mama für Kaspers Agentur

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Mit dieser Anzeige sorgt Michi Kasper momentan für heiße Diskussionen auf Facebook.

Dass seine Stellenausschreibung „MAMA gesucht“, die er vergangene Woche auf Facebook gepostet hat, solche Wellen schlagen würde, damit hat Michi Kasper nicht gerechnet.

Eigentlich war er nur auf der Suche nach neuen Mitarbeitern für seine kleine Kreativ-Firma „Kasper Communications“, doch bei der Anzeige handelte es nicht um eine „normale Stellenausschreibung“. Denn neben dem Titel „MAMA gesucht“, nennt Kasper als eine der Einstellungsvoraussetzungen, dass der Bewerber bereits ein Kind zur Welt gebracht haben soll.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten, auch wenn diese fast durchweg positiv ausfielen. So kommentiert ein Nutzer zum Beispiel „Endlich mal jemand der das wahre Potenzial der Mütter erkennt“ - rein rechtlich gesehen verstößt Michi Kasper damit gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dessen Ziel es ist „Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.“

Eine Klage habe er jedoch noch nicht erhalten, erzählt Kasper, dafür seien neben dem positiven Feedback, schon über 100 Bewerbungen für die Stelle bei ihm eingegangen.

Agenturchef Michi Kasper möchte Müttern eine berufliche Chance bieten.

Seine explizite Suche nach Müttern rechtfertigt der Freisinger so: „Mamas sind stressresistent, gut vernetzt, oft bestens ausgebildet und können mit Kindern sowie Kindsköpfen umgehen und genau so jemanden suche ich für meine Agentur.“ Diese Qualifikationen wolle er Männern und Frauen ohne Kinder nicht absprechen, aber Mütter würden diese Dinge auf eine andere Art und Weise beherrschen.

Er betont jedoch, dass er Männer oder Frauen ohne Kinder keineswegs vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen habe, sondern forderte sie stattdessen auf, bei der Bewerbung kreativ zu sein.

Kasper ist selbst Vater einer vier Monate alten Tochter und möchte mit seiner Stellenanzeige auch andere Firmen wachrütteln: „Ich kenne einige, die wollen keine Mütter einstellen. Weil Kinder krank werden können und ihnen dann jemand fehlt. Und ich kenne viele, die können einfach keine Mütter einstellen.“

Auch wenn die Bewerbungsphase bei ihm inzwischen beendet ist - positives Feedback erhält der Agenturchef weiterhin. Er sei über die große Resonanz selbst erstaunt und sehe darin eine Bestätigung für die gesellschaftliche Relevanz des Themas.

Quelle: freising-online

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