Moosburger Herbstschau

40000 in friedlicher Feierlaune

Daumen hoch für den Jugendschutz: Simon Scheckenhofer aus Oberappersdorf, Felix Ertleutner aus Haag und Fabian Reiter aus Moosburg (v.l.) im Moosburger Festzelt mit ihrem Spezi.

Jugendschutz bei Volksfesten ist seit Jahren ein heikles Thema: So gibt es bereits Festwirte, die Jugendliche schon gar nicht mehr ins Festzelt lassen. Die Moosburger Festwirte Christian und Michaela Krämmer wollen einen anderen Weg gehen, weil sie verstanden haben, dass die Jugend von heute die Gäste von morgen sein können, die man nicht vergraulen dürfe. Die Durchsetzung der Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes, was den Ausschank von Alkohol angeht, lassen sich nach Überzeugung der Festwirte auch anders durchsetzen. Jetzt bekommen diese Festwirte Bestätigung von der Stelle, die sich damit berufsmäßig befassen muss: Die Jugendschutzstelle des Landratsamtes hat ein dickes Lob an die Festwirte bereit. Übermittelt hat dies einer, der es wissen muss: Hans-Jürgen Hintermeier, Vizechef der Polizeiinspektion Moosburg, war der Überbringer der guten Nachricht und stellte sich unmissverständlich hinter die Festwirte ihre Jugendschutzkonzepte. Diese seien, berichtete er bei der Besprechung zur Halbzeit der Herbstschau, noch einmal verfeinert worden.

Das Moosburger Festwirtsehepaar Michaela und Christian Krämmer setzen auf die Jugend, das betonten sie bei der Halbzeitbesprechung zur Herbstschau ausdrücklich. So gebe der Sicherheitsdienst Armbänder aus, nachdem er die Ausweiskontrolle durchgeführt habe. Unterschieden würden drei verschiedene Gruppen, nämlich die unter 16 Jahre alten Gäste, solche, die zwar 16, aber noch nicht 18 seien, und dann jene Problemfälle, die so jung aussehen, aber tatsächlich schon 18 sind damit natürlich Nachfragen provozieren.

Mit einer solchen eindeutigen Kennzeichnung, die von den Bedienungen sofort erkannt werden könne, lasse sich der Festzelt Betrieb enorm beschleunigen, so die Erfahrungen des Polizeibeamten Hans-Jürgen Hintermeier. Wenn alles schon am Anfang geklärt sei brauche die Bedienung nicht mehr nachfragen, so Hintermeier. Das große Lob aus dem Landratsamt bestätigt die generelle Linie aller. Hintermeier erhob das, was in Moosburg mit derartigem Erfolg praktiziert wird, zum Beispiel für andere feste: „Lassen wir die Tradition feste weiterleben!“ Das war der dringende Appell des Polizeibeamten, der selbstverständlich junge Menschen auf dem Fest sehen möchte, aber eben ohne Alkohol. „Wo würden wir hinkommen in unserer Gesellschaft, wenn wir so etwas nicht mehr zulassen würden?“ 

Die Moosburger Herbstschau also wird zum Musterfall, der Jugendschutz funktioniert. Zu diesem Konzept gehört natürlich auch der Auftritt des Sicherheitsdienstes: Schnell, diskret und freundlich zugleich sprechen die offenbar gut geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter junge Menschen an, lassen sich den Ausweis zeigen, zaubern dann blitzschnell das passende Armband aus der Tasche oder der bereitstehenden Kiste. Natürlich muss das auch außerhalb des Festzeltes funktionieren, aber hier konnten die Verantwortlichen ebenfalls punkten: Das berüchtigte „Vorglühen“ konnte in Moosburg weitgehend unterbunden werden, auch im Stadtgebiet gab es keine Auffälligkeiten.

Damit gewinnt die Moosburger Herbstschau an Image gewaltig dazu. „Diese Linie wollen wir fahren von der Moosburger Polizei.“ Rückendeckung bekommen die Verantwortlichen vom Bezirksvorsitzenden der Schausteller und Marktkaufleute Christian Buchner, der diese engagierte Rede des Polizeibeamten mit den Worten kommentierte: „Das tat uns gut. Wenn 40000 insgesamt fröhlich feiern und es so gut wie nichts gibt, dann sind wir auf einem guten Weg.“

Quelle: freising-online

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