Fachakademie für Sozialpädagogik

Einmal um die ganze Welt

Geplantes Chaos: Musikschullehrer und Impresario Norbert Huber wärmt seine Darsteller für das Musical „In 80 Tagen um die Welt“ auf.

Es ist eine Vorbereitung auf die Arbeitswelt der ganz anderen Art: Die Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik probt derzeit auf Hochtouren für ein Musical, das am Donnerstag, 16. März, im Freisinger Asamtheater aufgeführt wird: „In 80 Tagen um die Welt“ nach dem Roman von Jules Verne proben die künftigen Erzieherinnen und Erzieher. Was sich darstellt wie ein lustiger bunter Abend der Schulfamilie hat allerdings einen hoch seriösen Hintergrund: Die Studierenden stellen das Projekt in kompletter Eigenregie auf die Beine - beratend begleitet durch drei Lehrer. Klingt lustig, gehört aber im Rahmen des Wahlpflichtfachs zur Ausbildung. Das gesamte Team besteht aus drei Gruppen: Die Darsteller auf den Brettern, die die Welt bedeuten, dazu Kostüm und Bühnenbau und schließlich Management und Verwaltung. Ist das für angehende Kindergärtner wirklich sinnvoll? Ist es, wie Miriam Stöcklmeier, Gruppenleiterin „Management und Verwaltung“ betont: „In der Organisation eines Kindergartens und im Austausch mit Eltern nimmt die Verwaltung einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert ein - natürlich auch in der Planung von Veranstaltungen“.

Es geht augenscheinlich drunter und drüber in der Berufsschule Freising: Im Kursraum im zweiten Stock quasseln seltsam gekleidete Gestalten aufgeregt durcheinander, schreien sich an, flüstern sich ins Ohr und wandern scheinbar nervös durch den Raum. Die Studierenden der Staatlichen Fachakademie für Sozialpädagogik erfüllen damit aber den Auftrag von Musiklehrer Norbert Huber, der die Aufwärmphase für die Musical-Proben genau mit dieser Anweisung begonnen hat: „Such Dir einen Satz aus Deinem Text! Sag ihn laut, sag ihn leise!“ In wundersamen Gewändern wandern seine Schüler umher - sie haben schon die Kostüme an, die sie am Donnerstag, 16. März, im Freisinger Asamtheater tragen werden, wenn das Musical „In 80 Tagen um die Welt“ seine Uraufführung in dieser Form feiern wird. Nach „London Dreams“ und „Peter Pan“ ist dies bereits das dritte Projekt dieser Art an der Fachakademie. Dieses Projekt führt die angehenden Erzieher auf Anforderungen hin, die ihnen später im Berufsleben zwangsläufig begegnen werden: Die drei Bereiche Kreativität, Handwerk und Verwaltung werden im Ernstfall geprobt. Entsprechend teilen sich die Projektanten auch in drei Gruppen auf: Darsteller auf der Bühne, Kostüm- und Bühnenbildner und Organisatoren. Die bunten Kostüme sind allesamt maßgeschneidert, wie Franziska Rott und Jennifer Bichler aus der Gruppe „Kostüm“ erklären: „Alles was mal wieder gebraucht werden kann, heben wir dann auf, so dass unser Fundus auch von Jahr zu Jahr wächst.“ Einladungen, Marketing oder Saalbuchung - das fällt in den Aufgabenbereich der Gruppe „Management“. „Es ist für Erzieher ganz wichtig, zu lernen, wie man so eine große Veranstaltung plant, damit sie gut für ihr späteres Berufsleben als Führungskraft in einer Kindertagesstätte vorbereitet sind. Genau deshalb wurden sie in das Projekt integriert“, sagt Miriam Stöcklmeier. Und schließlich gibt es ja noch die Darsteller, die Text lernen und unter Anleitung von Norbert Huber das Musical auf der Bühne umsetzen werden. Er hat auch das Stück ausgesucht, dabei bewusst einen aktuellen politischen Ansatz gewählt: „Wir wollen das Thema Flüchtlinge umsetzen. Durch die Reise um die Welt sind natürlich viele Nationalitäten eingebunden, das Thema ist ja auch in der Stadt Freising präsent.“ So hat Huber auch eine Flüchtlingsklasse aus der benachbarten Fachoberschule engagiert, die im Musical mit auftreten wird und eine fremde Kultur repräsentiert. Und schließlich wird auch seine Kindergruppe aus der Pfarrei St.Lantpert teilnehmen, was das Musical zu einem sozialen und einem Mammutprojekt werden lässt. Das Musical „In 80 Tagen um die Welt“ wird in genau zwölf Tagen auf die Bühne kommen: Am Donnerstag, 16. März, um 16 und 19 Uhr im Freisinger Asamtheater, Eintrittskarten sind in der Touristinformation Freising am Marienplatz erhältlich.

Quelle: freising-online

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