Die „Finissage“ einer Persönlichkeit

Paul Hilz: Jubiläumsausstellung in der Moosburger Volkshochschule - Ein letzter Auftritt des Künstlers

Paul Hilz mit Bild in der Hand
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Es wird sein „letzter Auftritt“ sein, wie Paul Hilz selbst sagt. Am 15. Oktober findet seine Jubiläumsausstellung in der Moosburger Volkshochschule statt.

Kunst ist Leidenschaft! Sie ist der Ursprung kreativen Schaffens!“ Paul Hilz - mittlerweile 82 Jahre alt - ist kreativ, keine Frage. Und leidenschaftlich auch, das erkennt jeder, der sich mit dem Multitalent austauscht. Was für einen Schicksalsschlag musste der so aktive frühere Lehrer mit dem Unfall, der ihn dauerhaft in den Rollstuhl beförderte, vor zwei Jahren hinnehmen! Hilz ist keiner, der vor seinem Schicksal kapituliert, und dennoch soll es das - nach der Finissage der Veranstaltung - mit seinem Wirken in der Öffentlichkeit weitgehend gewesen sein.

Hilz wird sich auf seine Familie und sich konzentrieren! Er hat sein Schicksal tapfer und mit großem Lebenswillen angenommen, ist nach dem Lockdown wieder gerne unterwegs in der Natur und trifft seine Freunde. Sein Optimismus ist unerschütterlich, sein Motto: „Das Leben ist schön!“ Seine selbstlosen und hilfsbereiten Fischerkameraden haben ihm mehrere barrierefreie Angelplätze rund um Moosburg gebaut, die er regelmäßig nützt. Und zur jetzt nachgeholten Jubiläumsausstellung ist auch der Katalog „Meine Bilderwelt“ mit einem Querschnitt seines Schaffens entstanden.

Der ehemalige Lehrer hat sich als Musiker, Waidmann, Handwerkskünstler und Globetrotter weit über die Grenzen der Dreirosenstadt Moosburg hinaus einen Namen gemacht. Dennoch nimmt die Malerei einen besonderen Stellenwert im künstlerischen Schaffen des Paul Hilz ein: So ist er sogar Mitglied im elitären Zirkel der Künstlergenossenschaft München. Was ihn auf dem Gebiet der Malerei besonders prägt, ist seine Vielseitigkeit: Hilz bewegt sich stilsicher in allen Bereichen. Und das beweist der renommierte Künstler ab kommendem Freitag, 15. Oktober, mit seiner Jubiläumsausstellung, die um 19 Uhr von Dr. Niko Firnkees, Musikwissenschaftler, Journalist und Autor in der vhs Moosburg am Stadtplatz eröffnet wird. Es wird seine 35. und seine letzte. Ein Grußwort des aktuellen Bürgermeisters Josef Dollinger und seiner Vorgängerin Anita Meinelt und der vhs-Geschäftsführerin Gerda Fischer eröffnen den Abend.

Paul Hilz und Enkelsohn Kilian sind beste Freunde und begeisterte Fischer.

Die Natur hat es Hilz angetan - gern auch in Verbindung mit dem „Weiblichen“. „Die holde Weiblichkeit ist meine Welt“, sagt er. Und erweist der Frau in seinen Werken seine Reverenz. Oftmals erst auf den zweiten Blick erkennbar, doch kaum ein Motiv kann sich dieser Leidenschaft entziehen. „Mancher mag sagen, der Hilz ist ein Busenmaler oder er ist verrückt. Und doch ist das der Weg, meine Passionen auszudrücken. Schon Goethe sagte, Du kannst die Kunst nicht verstehen, dennoch laden meine Bilder die Augen zum Spazierengehen ein.“ Zeichnungen, Federzeichnungen, Drucke, Aquarelle, Ölgemälde und Hinterglasbilder wird Paul Hilz auswählen, um sie in der vhs zu zeigen. Oder anders formuliert: Er zieht alle Register seines Könnens, wie es sich für den ausgebildeten Klavier- und Orgelspieler gehört. Die Ausstellung ist nach der Eröffnung vom am Wochenende 16. und 17. Oktober von zehn bis 16 Uhr geöffnet, wird Paul Hilz ganztägig anwesend sein.

Mit der Ausstellung anlässlich seines 80. Geburtstags will Hilz, der in Moosburg nicht nur als Künstler, sondern auch als emeritierter Realschullehrer, als Weltreisender, Jäger und Musikus bestens bekannt ist, Abschied nehmen von der großen Bühne. Ein dramatischer unverschuldeter Verkehrsunfall und die folgende Querschnittslähmung zwingt den so aktiven Menschen in den Rollstuhl. Das beeinträchtigt seine Kreativität, denn es ist jetzt nicht mehr so einfach möglich, dem Kuss der Muse durch ein paar Schritte ins Atelier im Obergeschoss nachzugehen.

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