Podiumsdiskussion

Klare Worte zu brennenden Themen

Stellten sich den Wählern: Die Kandidaten auf dan Rathaussitz in Hallbergmoos: V.l. Heinrich Lemer (Freie Wähler), Stefan Kronner (SPD), Harald Reents (CSU), die Moderatoren Gerhard Haas, Christine Gaupp, und Bastian Amman sowie Jürgen Borst (nurMUT), Wolfgang Reiland (Einigkeit) und Robert Wäger (Grüne).

Die Qual der Wahl unter sechs Bewerbern für das Bürgermeisteramt haben die Hallbergmooser am Wahlsonntag, 16. März 2014. Harald Reents (CSU), Stefan Kronner (SPD), Heinrich Lemer (Freie Wähler) Robert Wäger (Die Grünen), Wolfgang Reiland (Einigkeit) und Jürgen Borst (nurMut) stellten sich am vergangenen Donnerstag in der mit über 700 interessierten Besuchern gut gefüllten Sporthalle in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Moderatoren, Christine Gaupp (Bayerischer Rundfunk), Bastian Ammann (Freisinger Tagblatt) und Gerhard Haas (Der Hallberger).

Um die schon lange gewünschte Freiluftbademöglichkeit ging es bei der ersten Frage, und hier herrschte unter den Kandidaten große Einigkeit, dass diese Möglichkeit geschaffen werden muss. Lediglich beim „Was“ gingen die Meinungen etwas auseinander. Heinrich Lemer tendiert hier eher zu einem teureren Folienteich in der Nähe des Sportparks, weil seiner Meinung nach nur wenige Stellen für einen Kiesweiher geeignet seien und er glaube, dass eine Überprüfung auf Realisierbarkeit negativ ausgehen werde. Stefan Kronner sieht dies nicht so und sieht drei mögliche Varianten: die Erweiterung des vorhandenen Teiches am Sportpark, ein Kiesweiher am Brandstadl oder ein Naturteich in der Nähe des Sportparks. Er ist auch der Auffassung, dass die Gemeinde das finanziell stemmen kann. Harald Reents war derselben Auffassung, sieht aber vor allem Probleme beim Grundstücksankauf. Ebenfalls befürwortet wird das Projekt von Jürgen Borst, der sich aber verwundert darüber äußerte, dass vor allem die drei großen Parteien es in den letzten 20 Jahren nicht geschafft hätten, das Projekt zu verwirklichen. Wolfgang Reiland sieht in dem Projekt den absoluten Schwerpunkt in der Arbeit des neuen Gemeinderates und unterstützt dieses nachhaltig. Robert Wäger bevorzugt wegen des Lärmschutzes eher einen Kiesweiher und sieht einen Naturbadeweiher als zweite Möglichkeit.

Große Einigkeit herrschte auch bei der zweiten Frage, ob ein zweiter S-Bahnhof, der den Munich-Airport- Business-Park im Nordwesten von Hallbergmoos anschließt, notwendig ist. Allerdings, auch da waren die Kandidaten sich einig, darf dieses nicht zur Aufgabe des bestehenden Bahnhofs führen. Und einig waren sie sich auch darin, dass dieser auf jeden Fall auf Kosten der Gemeinde behindertengerecht ausgebaut werden müsse. Reents stellte zusätzlich die wirtschaftliche Bedeutung des Business-Parks heraus und deshalb durch eine zweite Haltestelle besser erreicht werden muss. 

Um die Attraktivität der Ortsmitte ging es bei der dritten Frage. Reents und Kronner verlangen hier die Errichtung eines Bürgerzentrums mit einer flexiblen Nutzungsmöglichkeit für Veranstaltungen. Borst zufolge muss Mut bewiesen werden, dass das Ortszentrum endlich ein Gesicht bekommt. Dieses, so Lemer, sei künstlich geschaffen worden und vor allem sei die Gestaltung des Rathausplatzes nicht gelungen. „Ein großer Platz braucht ein großes zentrales Element, das zum Verweilen einlädt“, so sein Argument, dem sich auch Reiland anschloss. Grüner und bunter soll der Rathausplatz werden, so die Forderung von Wäger, der zudem die Einrichtung eines wöchentlichen Marktes vorschlägt.

Dass bezahlbarer Wohnraum auch in Hallbergmoos immer knapper wird, das ist allen Kandidaten bewusst. Wie sie sich eine Lösung vorstellen, war die vierte Frage. Borst sieht ein Einheimischenmodell, bei dem von der Gemeinde billiges Bauland angeboten wird, als einzige Möglichkeit. „Alles andere kann die Gemeinde nicht schultern“, so sein Argument. Ein Einheimischenmodell vor allem für junge Familien sieht Reiland als Möglichkeit. Dieses müsse vom Gemeinderat angegangen werden. Man müsse zwischen Wohnungsbau und Eigenheimmodellen unterscheiden, meinte Wäger. Vor allem die Schaffung von Wohnungen an zentraler Stelle in der Ortsmitte sei notwendig. Hier müssten Verträge hinsichtlich einer Preisbindung mit den Bauträgern abgeschlossen werden. Darüber hinaus solle man auch mit überregionalen Genossenschaften über den Bau von kommunalen Wohnungen für Mitarbeiter verhandeln. „Gemeindliche Maßnahmen werden den überhitzten Wohnungsmarkt nicht entlasten“, argumentiert Lemer. Auch er unterstützt einen kommunalen Wohnungsbau für Mitarbeiter. Kronner spricht sich für eine Mischung aus sozialem Wohnungsbau und Einheimischenprogramme aus. Reents wiederum plädiert dafür, dass vor allem für die Menschen, die bereits in Hallbergmoos leben, Wohnen bezahlbar bleibt. Er ist zwar für ein Einheimischenmodell, befürchtet aber, dass dieses auf Dauer nicht ausreichen wird.

Wie sie denn die Verkehrsproblematik in den Griff bekommen wollen, so die fünfte Frage. Reiland zufolge, muss der Zubringerverkehr zum Business-Park und zum Flughafen aus der Gemeinde herausgehalten werden und sieht eine Ostumfahrung als Möglichkeit. Wäger sieht in Hallbergmoos „viel selbstgemachten Verkehr“. Radfahren müsse unter gleichzeitiger Gleichstellung aller Verkehrsteilnehmer attraktiver gemacht werden, und auch der Ausbau des Öffentlichen Privaten Nahverkehrs (ÖNPV) sei notwendig, weil vor allem der Ortsteil Goldach hier noch sehr stiefmütterlich behandelt würde. Man solle doch die Kirche im Dorf lassen, forderte Lemer, denn er hätte in Hallbergmoos noch keinen Megastau erlebt. Er sieht vor allem in einer besseren Ausleitung des Straßenverkehrs nach Westen eine Lösungsmöglichkeit. Schnell rein, schnell raus und schnell drumherum, so die Forderung von Kronner. Dazu sei eine bessere Anbindung an die B301 und deren Weiterführung bis zum Flughafenzubringer notwendig. Dass der Verkehr in Hallbergmoos nicht so problematisch sei, finden Reents und Borst. „Die Theresienstraße ist nicht der Mittlere Ring in München“, meint Reents. Trotzdem sei es wichtig zu versuchen, den Autoverkehr durch leistungsfähige Ausleitungen in den Griff zu bekommen und gleichzeitig das Radfahren interessanter zu machen. Hierzu schlägt Borst vor, dass für die Radfahrer in der Theresienstraße und der Freisinger Straße Radwege ähnlich der Ismaninger Straße in Freising geschaffen werden.

Bei der letzten Frage ging es um die medizinische Versorgung und den Fachärztemangel. Hier waren sich die Kandidaten wiederum einig, dass hier von Seiten der Gemeinde kaum etwas unternommen werden kann. Die Zuständigkeit liegt bei der Kassenärztlichen Vereinigung, allerdings müsse die Gemeinde hier am Ball bleiben und auch weiterhin Forderungen stellen.

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