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Für das Leben radeln

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Die 25 Radtourteilnehmer aus ganz Deutschland bei ihrem Zwischenstopp am Freisinger Klinikum.

Das Klinikum Freising war am vergangenen Montag Etappenziel einer Gruppe von 25 Radfahrern für die erste "Radtour-pro-Organspende" in diesem Jahr des 2007 gegründeten Vereins TransDia.

Freising (sch) Das Unternehmen findet bereits zum 7. Male statt, aber erstmals durch Bayern. Gestartet wurde am Sonntag in Tegernsee und die Route über die Etappenziele München, Freising, Rottenburg, Regensburg, Parsberg, Neumarkt, Nürnberg, Fürth, Erlangen, Höchstadt, Kitzingen bis nach Würzburg. Pro Tag werden etwa 70 Kilometer bewältigt und am Freitagnachmittag soll das Ziel erreicht werden. Die Sportler aus ganz Deutschland haben eines gemeinsam: Sie sind entweder schon transplantiert, Dialysepatienten oder warten auf ein Spenderorgan. Durch diese sportliche Leistung soll der Erfolg einer Organspende in den Vordergrund gestellt und authentisch vermittelt werden. Die Teilnehmer wollen aber auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Organspende wieder zurück gewinnen, das durch die Vorkommnisse in einigen Transplantationszentren gestört wurde. Laut einer Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) vom Mai 2013 sind angesichts des Spendeskandals die Organspenden in Deutschland drastisch zurückgegangen und die Chancen für viele Wartepatienten, noch rechtzeitig ein Leben rettendes Spenderorgan zu erhalten, schwinden. Pro Tag sterben laut der Mitteilung in Deutschland durchschnittlich mehr als drei Patienten aus der Warteliste. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Organspenden im Jahre 2012 um rund 13 Prozent zurückgegangen und habe damit den niedrigsten Stand seit 2002 erreicht. Auch in diesem Jahr sei die Tendenz der Spenden weiter rückläufig. Einen deutlichen Einbruch habe es im Januar mit nur 65 Spendern bundesweit gegeben. Insgesamt seien im ersten Quartal 2013 lediglich 230 Spender registriert worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es immerhin noch 281 gewesen. Bundesweit warteten 12000 schwerkranke Patienten auf eine lebensrettende Transplantation, es könne aber nur etwa einem Drittel mit einem Spenderorgan geholfen werden, weil zu wenig Spender zur Verfügung stehen.

Unbestritten sei, dass durch die aufgedeckten Manipulationen in den Transplantationszentren das Vertrauen der Bevölkerung in das System der Organspende, Verteilung und Transplantation erheblich erschüttert wurde. Das ganze System sei betroffen, weil Ärzte bei der Wartelistenführung manipuliert hätten. Alle beteiligten Organisationen müssten gemeinsam daran arbeiten, zukünftige Manipulationen auszuschließen um das Vertrauen der Bevölkerung zurück zu gewinnen. Dies könne nur durch Aufklärung und Transparenz erfolgen.  Strenge Kontrollen aller 47 Transplantationszentren seien bereits angelaufen und die Richtlinien zur Aufnahme in die Warteliste seien verschärft worden, damit Manipulationen künftig weitgehend ausgeschlossen seien. Die Frage, ob sich Ärzte durch die Manipulationen bereichert haben, wird verneint. Bisher habe es keinen einzigen Verdacht auf Bestechung gegen Geld gegeben, der sich erhärtet hätte. Welche Gründe die beteiligten Ärzte im Einzelnen gehabt hätten, sei reine Spekulation. Die DSO geht in ihrer Pressemitteilung davon aus, dass durchaus auch Gründe der Fürsorge gegenüber einzelnen Patienten eine Rolle gespielt haben können. Hinzu käme, dass der Konkurrenzdruck unter den Kliniken groß sei, da für die Aufrechterhaltung der Transplantationsprogramme bestimmte Mindestmengen an Transplantationen einzelner Organe erfüllt werden müssten. Dadurch würden falsche Anreize gesetzt und der Konkurrenzdruck unter den Kliniken verschärft. 

Im Übrigen spiele der Versichertenstatus bei der Organvergabe keine Rolle. Privatpatienten könnten nicht bevorzugt werden, da der Versichertenstatus nicht Teil der Organvermittlung via Computeralgorithmen bei Eurotransplant sei. Landrat Michael Schwaiger, Klinikum Geschäftsführer Dr. Harald Schrödel und PD Dr. Christoph empfingen die Gäste vor dem Gebäude der Physikalischen Therapie.

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