Verbesserungsbedarf

Rettungswache Nandlstadt: Wird die Präsenz bald ausgeweitet?

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Machen öffentlich Druck: Die Bürgermeister der betroffenen Region kamen an der Rettungswache in Nandlstadt zusammen.

Die Präsenz am Standort Nandlstadt müsse erweitert werden. Zwölf Minuten darf es dauern, bis im Ernstfall der Einsatzort der Sanis erreicht ist. Das schaffen die Nandlstädter Rettungssanitäter aktuell nicht mehr in der erforderlichen Quote. Entsprechend müsse nachgebessert werden.

Die Bemühungen, die Präsenzzeiten am Rettungswagen in Nandlstadt auszuweiten, sind jetzt offiziell angelaufen. Bürgermeister Gerhard Betz, zugleich auch Verbandsrat beim Rettungszweckverband, hat die Bürgermeister der betroffenen Region an der Rettungswache zusammengetrommelt: Der Hintergrund ist ernst: Bevor vor 15 Jahren der Rettungswagen in Nandlstadt stationiert worden ist, war dieser Teil des Landkreises Freising ein weißer Fleck auf der Rettungskarte. Das konnte so nicht bleiben.

Jetzt besteht schon wieder die Gefahr, dass dieser Bereich des Landkreises ins Hintertreffen gerät. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres nämlich ist die Messlatte von 80 Prozent aller Einsätze, die innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist von zwölf Minuten gefahren werden müssen, klar gerissen worden.

Angedeutet hatte sich das schon bei der Erstellung des aktuellen Gutachtens, das die Basis bietet für die weitere Planung. Jetzt sehen Bürgermeister und Rotes Kreuz akuten Handlungsbedarf.

Nandlstadt liegt im Vergleich deutlich zurück

Während in Freising vier 94,6 Prozent und in Eching sogar 95,4 Prozent der Einsätze innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist gefahren werden konnten, Moosburg mit 86,0 Prozent auch gut im Rennen liegt, fällt Nandlstadt deutlich zurück 78,7 Prozent.

Nachdem die Marke von 80 Prozent „von oben“ festgelegt worden ist, glauben die Verantwortlichen, bei der anstehenden Tagung des Rettungszweckverbandes genügend Argumente für eine offizielle Nachbegutachtung in der Hand zu haben.

Herbert Böck ist Leiter des BRK-Rettungsdiensts Freising. Und er hat ein großes Anliegen im nördlichen Landkreis: Die Präsenz am Standort Nandlstadt müsse erweitert werden.

Diese muss vom Rettungszweckverband beauftragt werden. Vorgefühlt haben die Verantwortlichen bereits, das Thema wird auf der Tagesordnung stehen. Sollte das neue Gutachten die Zahlen, die bei diesem Treffen öffentlich wurden, bestätigen, wird es nach den Worten von Gerhard Betz möglich sein, im Laufe des kommenden Jahres die Präsenzzeiten in Nandlstadt deutlich auszuweiten  Dienstbeginn wäre dann um sechs statt bisher um sieben Uhr, und auch am Wochenende werden die Zeiten deutlich ausgeweitet. Dienstschluss wäre dann 24 Uhr und nicht mehr 22 Uhr.

 

Intensive Ausbildungsarbeit

Personalprobleme sieht Hubert Böck, Leiter Rettungsdienst beim Roten Kreuz in Freising, nicht. Ausdrücklich verwies er auf die intensive Ausbildungsarbeit des Roten Kreuzes.

Fünf neue Fachkräfte können heuer anfangen, acht weitere beginnen heuer mit der Ausbildung.

Intensiv haben sich die Verantwortlichen mit der Ursache für die schlechter werdenden Zahlen beschäftigt. Sie haben herausgefunden, dass die Rettungswagen mit den Patienten länger unterwegs sind, damit nicht so schnell wieder verfügbar sind, was nun wiederum weitere Konsequenzen hat: Der nächste freie Rettungswagen muss dann nämlich angefordert werden, und der steht in aller Regel weiter entfernt, mit allen Folgen für die Hilfsfrist.

Alle Verantwortlichen hoffen jetzt, dass die Entscheidungen sowohl beim Rettungszweckverband als auch bei den Krankenkassen, die bekanntermaßen letztlich die Kosten dafür zu tragen haben, schnell fallen.

Quelle: freising-online

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