Starkbierfest

Gerstensaft und politische Spitzen

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Wolfgang Krebs alias Ministerpräsident Markus Söder war zum Starkbierfest gekommen. 

Kaum hat die Fastenzeit begonnen, lässt auch die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan nicht lange auf sich warten und bittet zum Starkbierfest auf den Freisinger Nährberg. Zum elften Mal traf sich die Prominenz aus Politik, Wissenschaft, Handwerk, Kirche und Gastronomie im vollbesetzten Stephanskeller, um sich leckeres Essen und vor allem den Vitus oder den Korbinian schmecken zu lassen. Natürlich wollte man auch sehen und hören, wer dieses Jahr aus der Bayerischen Landesregierung oder sogar der Bundesregierung in Person des Kabarettisten Wolfgang Krebs den Weg nach Freising gefunden hat.

Der Weg auf den Nährberg hat sich dieses Jahr besonders gelohnt, denn Wolfgang Krebs lief zur Hochform auf und sorgte dafür, dass sich die Gäste köstlich amüsieren konnten. Mit dem Bayerischen Defiliermarsch trat dann als erster der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf, der gleich auf die neue Regierungskoalition im Bayerischen Landtag zu sprechen kam. „Wenn Du Deinen Feind nicht besiegen kannst, dann musst Du ihn umarmen … solange bis er ka Luft mehr gricht“, sagte er unter dem Gelächter der Gäste in perfektem Frängisch. Für die hohen Mietpreise in den Städten hatte er eine Lösung: „Wenn da zu wenig Leute wegen der Abgase die Stadt verlassen … kann man mit den Mitteln des Autoverkehrs dafür sorgen, dass sie in der Stadt nicht alt werden“. 

Aber auch die lokalen Politiker bekamen ihr Fett weg. An Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher gewandt, nannte er diesen „beinah einen CSUler“ und Landrat Josef Hauner bat er, „einen schönen Gruß an die Fischzucht und das Malachitgrün“ auszurichten. Als nächster trat dann Hubert Aiwanger auf, der gleich am Anfang klarstellte, dass er zwar gesagt habe, dass es mit den Freien Wählern eine Koalition ohne Preis nicht geben würde, dafür aber „eine ohne jeden Preis“. „Weil wenn Du bereits auf dem Schoß Deines Gegenübers sitzt, kann der Dich nicht mehr über den Tisch ziehen“, sei seine knallharte Verhandlungsstrategie gewesen. An Kreishandwerksmeister Martin Reiter gewandt äußerte er, dass es bei den vielen Studenten besser wäre, „wenn sie keinen Bakkelor machen würden und dann Rosen bei RTL verteilen müssen“. „Machts keinen Master, sondern machts an Moaster, Handwerker sind gesucht“, so seine Lösung des Problems. „Lieber in Freising im Keller, als mit der Merkel auf dem Balkon“, so eröffnete Horst Seehofer seinen Besuch in Freising. Er würde in Zukunft keine Witze mehr über Flüchtlinge machen, so Seehofer weiter. 

Und er begründete dies damit, dass „sonst die Leute zu uns kommen und davon will ich eben abkommen“. Als Außenminister komme er viel herum und müsse mit vielen Leuten verhandeln. Darunter auch den italienischen Innenminister Matter Salvini, den er „als eine Art Bernd Höcke all arrabiata“ bezeichnete. Dann kam er auch auf die Brauerei Weihenstephan zu sprechen und fragte, ob es denn notwendig war, im neuen Logistikzentrum ein Bierfass als Grundstein zu versenken, wo ja noch die Anbindung an die Brauerei wegen der fehlenden Westtangente noch nicht erfolgt sei. Bekannt sei auch geworden, dass kürzlich zwei amerikanische Milliardäre mit einem Hubschrauber auf Brauereibesichtigung nach Weihenstephan gekommen sind. „Da musste die Feuerwehr Weihenstephan extra einen Landeplatz abstecken; … und jetzt überlegt man, ob man die 3. Startbahn nicht nach Weihenstephan verlegt“, weil diese dadurch kürzer würde. 

Nach der Verpflegungspause trat Wolfgang Krebs dann in einer seiner Paraderollen auf. Angela Merkel, die seit „gefühlten 70 Jahren“ Bundeskanzlerin ist, verzweifelte an Bayern, wo die Sprache der einzelnen Stämme eher Suaheli oder den Klicklauten mancher Pygmäenvölker gleichkommt und wo es ihrer Meinung nach auch geographische Abnormalitäten gibt: „Oberbayern ist ganz unten und Unterfranken ganz oben“. Deshalb habe man bei der Einteilung die Landkarte wohl falsch herum gehalten. Zum Schluss dann noch eine weitere Paraderolle. Edmund Stoiber, aus einer Vergangenheit kommend, wo es noch eine Zukunft gab, ging unter anderem auch auf lokale Themen ein.

So habe ihn der Termin für die Eröffnung des neuen Kombibades „fresch“ an den Berliner Großflughafen erinnert. Darüber hinaus lade der Name „fresch“ wohl zu einigen Zungenbrechern ein, und als ein Beispiel sagte er: „Fischers Fritz fischt fesche Freisinger Forellen vom frischen Freisinger Fresch Freibad“. Im Übrigen gäbe es in Zukunft in der großen Saunalandschaft einen Weihenstephaner Bieraufguss mit dem ersten Saunameister Prof. Schädler als Premiere, der den ersten Bieraufguss durchführen wird.

Quelle: freising-online

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