Sternekoch Christian Rach rettet Freisinger Restaurant im TV

Direkter Ton - unmittelbare Hilfe: Der Restauranttester Christian Rach verschaffte sich unangemeldet einen ersten Eindruck. Tanguy Doron (r.) war erst mal geplättet.

„I

ch bin wirklich froh, dass er da war“, sagt Tanguy Doron, Chef des „La Petite France“ in Freisings Düwellstraße: „Andernfalls hätten wir sicher nicht mehr geöffnet.“ Noch vor einem Vierteljahr waren die Geschäfte des französischen Restaurants schlecht gelaufen. So schlecht, dass Dorons Existenz auf dem Spiel stand. Und nicht nur seine: „Es geht ja auch um Arbeitsplätze.“ Seine Gattin war es, die die Wende herbeiführte. Durch einen Griff zum Telefonhörer. Sie hatte sich und damit das „La Petite France“ beworben - und zwar bei Christian Rach, Sternekoch und TV-bekannter Restauranttester und -retter. Deutschlandweit wird der Restaurantexperte gern gesehen - und am kommenden Montag um 21.15 Uhr (RTL) bestimmt in Freising ganz besonders. Denn dann wird der Besuch von Rachs Team in der Domstadt und bei dem 42-jährigen Doron ausgestrahlt. Gerade hat er die Lammhaxe in der Küche vorbereitet, denn „ich bin schon seit neun Uhr da, wir machen hier jeden Tag alles frisch“, betont Doron, der am kommenden Montag - zum Glück ist da Ruhetag - auch vor dem Fernseher sitzen wird. Der Gastronom ist mehr als gespannt. Allerdings nicht mehr vom Ausgang des Experiments, denn das können sich die Gäste im „La Petite France“ ohnehin ausmalen. „Nachdem Christian Rach wieder weg war, war drei Monate lang voll. Und zuvor hatte ich grade mal 20 Tischgäste am Tag.“ Er hätte seinen Traum unweigerlich begraben müssen, doch er wollte sein Lokal unbedingt retten. Rach hatte ihm schnell das „Du“ angeboten, und dennoch: Geschont wurde Doron vom Experten keineswegs: „Er ist direkt und knallhart, sagt klar seine Vorstellungen. Wie ein guter Chef eben, aber es macht Spaß. Ich würde sofort als einfacher Koch unter Christian Rach arbeiten wollen“, sagt Doron. Doch die ersten Schritte waren holprig. Bereits zwei Tage vor dem vereinbarten Termin war der Restauranttester einfach aufgetaucht und ließ sich auftischen. Natürlich vom Chef persönlich gekocht. „Ich war so perplex, dass er plötzlich im Lokal stand, dass ich gekocht habe wie ein Lehrling. Ein Anfängerfehler nach dem anderen. Die Aufregung, das ungewohnte Kamerateam - er fragte mich nur, was ich ihm denn da gekocht hätte.“ Dennoch - an der Qualität des Essens hatte es eh nicht gehapert, dem kleinen Frankreich fehlte die Individualität. Ergo wurde die Speisekarte - wie so oft - deutlich reduziert und neu aufgestellt. Was drauf stehen sollte, darüber rätselten Doron und sein Koch eine ganze Nacht. Die Reaktion des Meisters: „Sag mir, was Du bist!“ Äh, ja ein Franzose in Bayern. Und das neue Motto stand! „Er machte mir klar, dass ich mich den Leuten hier anpassen muss. Und so ist einer der Höhepunkte der neuen Karte eben ein französischer Brotzeitteller. Neben der Küche war auch das Ambiente zu französisch: „Ich hatte zu eindimensional gedacht - und ich bin auch kein Innenarchitekt“, verteidigt sich Doron, der seit 25 Jahren in Deutschland ist. Und auch hier waren es die kleinen Dinge wie ein Bildchen hier, eine Fässchen da, die den Eindruck veränderten. Hin in die erfolgreiche Richtung. Und schließlich rückte Rach mit leeren Weinflaschen an. Die stehen jetzt dekorativ auf einem Vorsprung mitten in der großzügigen Glasfront des Restaurants. Doron nahm’s an und verrückte die Flaschen hinter der Bar absichtlich, legte überdies welche obendrauf. „Es soll französisch sein, nicht symmetrisch-deutsch.“ Der Mann aus dem französischen Vendome hat verstanden. Und er beherzigt seine Lektionen, die er nahezu demütig aufsog: „Ich musste mir doch alles gefallen und die Hosen runter lassen. Aber ich weiß: Nur wenn ich die Tipps langfristig beherzige, habe ich eine Chance.“ Und wenn er sein Ziel erreicht: Den Gästen eine kleine Freude zu machen: „Unsere Preise sind nicht hoch - ich möchte, dass sich eine Familie einmal im Monat einen Besuch bei uns leisten kann. Diesen kleinen Luxus eben.“ Denn auch Doron will nur über die Runden kommen: „Ich muss kein Millionär sein.“ In Freising lebt er übrigens sehr gern: „Ich liebe die Stadt und habe deshalb auch hier investiert.“ Ein wenig mehr Unterstützung wünscht sich der Gastronom allerdings noch von Behördenseite. Nebenher führt er die Schulverpflegung im Hofmiller-Gymnasium, hat dort aber an der Pacht zu knabbern. Aber mal abwarten, denn schließlich bekommt die Domstadt am Montag 60 Minuten Gratiswerbung.

Quelle: freising-online

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