Herzschlagfinale in Moosburg

Stichwahl: Josef Dollinger sticht Konkurrenten Michael Stanglmaier aus

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Blumen für den Gewinner: Bürgermeisterin Anita Meinelt gratuliert ihrem Nachfolger Josef Dollinger. Michael Stanglmaier (links) erhielt etwas, womit er die knappe Niederlage hinunterspülen konnte. 

Herzschlagfinale in der zweiten Stadt im Kreis Freising: Josef Dollinger (FW) siegte mit 51,17 Prozent vor Michael Stanglmaier (Grüne), der mit 48, 83 Prozent der Stimmen sein Ergebnis eingefahren hat. Unter den ersten Gratulanten waren die ausgeschiedene Amtsinhaberin Anita Meinelt und ihr Parteifreund Georg Hadersdorfer, der für die CSU angetreten war.

Moosburg- Josef Dollinger (FW) ist der neue Bürgermeister Moosburgs: Er siegte mit 51,17 Prozent vor Michael Stanglmaier (Grüne). Die Friedlichkeit, mit der die beiden Kandidaten im aktuell empfohlenen Sicherheitsabstand voneinander im Sitzungssaal saßen und die einlaufenden Ergebnisse studierten, war nicht gespielt. Das persönliche Verhältnis zwischen beiden stimmt.

Einer der ersten Gratulanten war übrigens der Verlierer: Sportreferent Georg Hadersdorfer, der für die CSU ins Rennen gegangen war, hatte es bekanntlich nicht in die Stichwahl geschafft. Er kommentierte: „Ich hätte mit beiden leben können. Wir müssen jetzt zusammenarbeiten.“

Bürgermeisterwahl: Enttäuschung für Stanglmaier

Weiterer Gratulant: Die noch amtierende Bürgermeisterin Anita Meinelt. Sie hatte einen Blumenstrauß für den Sieger und eine Flasche Sekt für den so knapp unterlegenen. Dieser, so ihre launige Bemerkung, habe ja jetzt etwas, was er hinunterspülen müsse. In der Tat: Michael Stanglmaier hatte tatsächlich ein Verdauungsproblemen damit, dass es dermaßen knapp ausgegangen ist.

 „Wenn es jetzt 55 zu 45 ausgegangen wäre hätte ich gesagt: „O. k., klares Ergebnis, ich habe gut gekämpft.“ Aber so ist es doch etwas schmerzhaft.“ Er kündigte an, mit dem neuen ersten Bürgermeister intensiv zusammen zu arbeiten. Und sofort war er bei den drängenden Sachthemen: „Wir werden angesichts dieser Krise wohl die Finanzplanung teilweise neu schreiben müssen.“ 

Alles komme jetzt darauf an, dass man vernünftig zum Wohle der Stadt zusammenarbeite. Josef Dollinger ist sich hierin mit dem amtierenden dritten Bürgermeister einig. Zusammenarbeit sei das Gebot der Stunde, formulierte er. Darum sei es so wichtig gewesen, dass der Wahlkampf so geführt worden sei, wie praktisch alle demokratischen Parteien es getan hätten. 

„Ich bin schon angesprochen worden, ich solle doch härter zur Sache gehen. Aber das habe ich nicht gewollt. Es ist gut, wie es gewesen ist.“ Zunächst aber gelte sein Dank den vier 4539 Wählern, die ihm das Vertrauen geschenkt hätten. „Ich will aber auch der Bürgermeister für die 4331 Bürgerinnen und Bürger sein, die Michael Stanglmaier gewählt haben.“ 

Bürgermeisteramt: Reichlich zu tun

Ab sofort gelte für ihn, die Amtsübernahme vorzubereiten. Anita Meinelt, die jetzt langsam, aber doch spürbar, beginnt, in den Freizeitmodus zu schalten, wird nach seinen Worten eine Reihe von Terminen mit ihm haben, die der Amtsübernahme gewidmet seien, kündigte Josef Dollinger an. Feiern wollten beide Kandidaten dann aber doch: Der eine natürlich den Wahlsieg, der andere einen großartigen fairen Wahlkampf, naturgemäß nicht mit dem erhofften Erfolg.

Beide aber wollten dies lagebedingt im engeren Familienkreis tun. Die Stadt Moosburg hatte die Öffentlichkeit dieser Ergebnisverkündung übrigens ausgezeichnet organisiert: Im großen Sitzungssaal konnten alle Kandidaten, Gratulanten, Medienvertreter den aktuell so wichtigen Abstand voneinander einhalten.

Quelle: freising-online

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