„My way“

Diese Suppe sorgt für Perspektive

Robert Maier (Foto) hatte gestern seinen ersten Einsatz an seinem neuen Arbeitsarbeitsgerät, der „Ape“. Mit dem motorisierten Dreirad ist der pädagogische Arbeitsanleiter im Caritas-Beschäftigungsbetrieb „Rentabel“ in Freising unterwegs zu Jugendlichen auf der Straße. Was hat er dabei? Heiße Suppe!

Das Pilotprojekt „My Way“ ist am gestrigen Freitag angelaufen. Hauptdarsteller: Robert Maier, Mario Altmann und ein dreirädriges motorisiertes Gefährt. Die beiden pädagogischen Arbeitsanleiter des Caritas-Beschäftigungsbetriebs „Rentabel“ waren erstmals mit ihrer „Ape“ unterwegs im Freisinger Stadtgebiet - auf der Suche nach jungen Erwachsenen bis 25 Jahre, die ihren Tag an „sozialen Brennpunkten“ verbringen. Die Suppe ist das niederschwellige Werkzeug, mit dem die Caritas und das Jobcenter Freising den Kontakt herstellen wollen.

„Was passt besser zum Winter als warme Suppe?“, sagt Raphael Steinberger, Teamleiter im Jobcenter: „Das Netz der Hilfsangebote ist eng, und dennoch fallen Jugendliche aus dem System. Die wollen wir auffangen, indem wir auf unsere Kunden zugehen statt zu warten, dass sie kommen.“ Mittelfristig sollen die beschäftigungslosen Jugendlichen dann das Angebot der Berufsberatung in Anspruch nehmen. Ins Gebet nehmen werden Altmann und Maier ihr Klientel aber nicht. Der Erstkontakt soll neben der inneren Wärme zunächst Interesse und Vertrauen herstellen. Dafür ist Robert Maier die entscheidende Figur. 

„Wir als Behördenverter sind hier sicher falsch am Platz“, nimmt sich Steinberger selbst zurück. Wo die sozialen Brennpunkte der Domstadt sind, da müssen die beiden Suppenfahrer sich erst noch orientieren, wie Altmann sagt: „Der Bahnhof, der eine oder andere Spielplatz bestimmt, darüber hinaus wissen wir den Weg selbst noch nicht.“ Die kostenlose Mahlzeit „Suppe to go“ wird zunächst zwei Mal wöchentlich ausgeliefert. Und zwischen den wärmenden Schlucken geredet, so plant Fachdienstleiterin Andrea Lachner: „Es geht nicht um finanzielle Probleme, sondern andere Lösungen bei Schwierigkeiten. Was bereitet Sorgen? Was fehlt? Kein Ausbildungsplatz bringt nun mal Perspektivlosigkeit mit sich.“ Damit ist das mittelfristige Ziel hinter der Suppe auch definiert: „Wir wollen Hartz IV-Karrieren vermeiden“, sagt Steinberger.

Quelle: freising-online

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