Seit vier Jahren in Moosburg

Beispielloses Erfolgsprojekt: „Tante Emma“ ist eine Institution

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Johannes Becher (links) und Klaus Reichel führen den Verein „Tante Emma“ auch in das fünfte Jahr, wenn die Hauptversammlung Mitte November sie denn lässt.

Vier Jahre ist „Tante Emma“ jung, aber: „Es ist eine Marke geworden in Moosburg.“ Klaus Reichel, Vize im Vorstand, brachte es auf diese Kurzformel. Vorsitzender Johannes Becher wurde da schon etwas ausführlicher, als er anstatt eines Geburtstagfest zusammen mit seinem Kollegen die Presse eingeladen hatte.

Johannes Becher sprach beim Moosburger Kaufhaus „Tante Emma“, das jetzt seinen vierten Geburtstag feierte, von einem „beispiellosen Erfolgsprojekt“ mit einer sozialen Begegnungsstätte (aktuell wegen Corona außer Betrieb), einer Beratungsstelle und einem Gebrauchtwarenladen. Letzterer bildet die wirtschaftliche Grundlage, und die ist so breit, dass wohl auch heuer wieder ein höherer vierstelliger Betrag an Überschüssen an andere soziale Projekte ausgeschüttet werden kann.

Becher jedenfalls kündigte das an. Es wird wieder eine Ausschreibung stattfinden, und diese Projekte dürfen sich dann bewerben. Der elfköpfige Vorstand entscheidet dann über die Vergabe. Natürlich konnte ein kleiner Rückblick nicht fehlen: Ein zufälliges Treffen von Johannes Becher und Klaus Reichel bildete den Anfang: Johannes Becher war in Sachen „No was wert“ unterwegs und suchte nach Alternativen, Klaus Reichel wollte für Flüchtlinge was tun. Heraus gekommen ist die Idee eines Vereins, der diesen Laden aufmacht und alle diese Funktionen darin vereinigt.

Becher gab zu, dass auch Glück dabei gewesen sei, wie etwa der Vermieter des Ladenlokals, das er als ideal ansah. Anschub-Finanzierung unter anderem aus dem ISEK-Projekt halfen dem Verein, der jetzt 150 Mitglieder stark ist, weiter auf. „Es ist ein Projekt aus Moosburg für Moosburg“, so Becher, der die Außenwirkung besonders heraus strich: Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe, der 2018 buchstäblich aus dem Boden gestampfte „Onkel-Anton-Garten“, und vieles mehr.

Das Moosburger Kaufhaus "Tante Emma" ist zu einer festen Institution geworden.

Weitere Ideen sollen umgesetzt werden, sobald die Umstände das gestatten: So denkt Johannes Becher auch daran, sich der „Food-Sharing-Bewegung“ anzuschließen und damit sicher zu stellen, dass auch in Moosburg nicht mehr so viele Lebensmittel weggeworfen werden. Bewährtes wie das internationale Familienfest solle beibehalten werden. Botschaft der beiden Vorsitzenden: „Wir sind eine tolerante Stadt!“ Diese Grundlinie tragen alle Aktiven mit, und die kommen, freute sich Becher, tatsächlich aus allen demokratischen Parteien. Da könne tatsächlich ein hochaktiver CSU-Mann mit einem Mitglied der Linkspartei im Laden stehen und zusammen arbeiten. „Da geht es um die Sache!“

Die beiden Vorstände werden nach Lage der Dinge diese Botschaft auch weiterhin hinaus tragen können, denn bei den Vorstandswahlen bei der Hauptversammlung Mitte November, für die der Verein extra die Schäfflerhalle angemietet hat, um die Hygienevorgaben einhalten zu können, werden beide wieder antreten. Allerdings meinte Becher auch, dass es gewisse Veränderungen im Vorstand geben werde.

Quelle: freising-online

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