Logistikzentrum in Planung

Die ödp weist auf alle Haken hin

Informationen für die Bevölkerung: Die Freisinger Stadträte Ulrich Vogl und Monika Hobmair (l.) wiesen auf die Nebenwirkungen eines möglichen „Transgourmet“-Zuzugs hi

Kommt ein riesiges Logistikzentrum des Unternehmens „Transgourmet“ an den Clemensängerring? Die beiden Freisinger ödp-Stadträte Ulrich Vogl und Monika Hobmair informierten über die anstehenden Planungen, aber auch über die negativen Effekte, die dieser Zuzug ins Gewerbegebiet unweigerlich mit sich brächte.

Zu einer Bürgerinformationsveranstaltung hatten die Freisinger ödp-Stadträte Monika Hobmair und Ulrich Vogl am vergangenen Mittwoch Abend eingeladen, um die Freisinger Bürger über den Planungsstand zum beantragten Bau eines großen Logistikzentrums östlich des Clemensängerrings zu informieren. Für Ulrich Vogl ist dies ein Thema, das die Öffentlichkeit interessieren sollte, vor allem auch deshalb, weil zu diesem Thema „der Ball in der Öffentlichkeit bisher ziemlich flach gehalten wurde“. Zur Veranstaltung kamen zwar nur einige Bürgerinnen und Bürger, diese zeigten jedoch großes Interesse am Thema. Vogl schilderte, dass die Stadträte im nichtöffentlichen Teil im Juli des vergangenen Jahres darüber informiert worden seien, dass die Firma Transgourmet an dem Grundstück interessiert sei, um dort ein großes Logistikzentrum zu errichten. Ohne genauere Informationen zu haben, habe der Stadtrat mit knapper Mehrheit beschlossen, dieses Vorhaben weiter zu verfolgen. In der Sitzung des Planungsausschusses Anfang September seien dann weitere Details bekannt geworden, jedoch habe der Planungsausschuss zugestimmt, dass der bestehende Bebauungsplan geändert wird, um das Bauvorhaben auf den Weg zu bringen. „Hier haben sich wohl einige Stadträte vom Verkaufserlös des Grundstückes, das bei einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag liegen dürfte, angesichts der anstehenden und teuren Großprojekte der Stadt Freising verblenden lassen“, kommentierte Vogl die Zustimmung. Seiner Meinung nach handelt es sich am Clemensängerring aber um hochwertige Gewerbegrundstücke, „die nicht auf die Schnelle vertickt werden sollen“. „Hier hat der Stadtrat eine 180-Grad-Wendung und einen Strategiewechsel vollzogen“, bemerkte Vogl. Er begründete dies damit, dass die bisher am Clemensängerring angesiedelten Gewerbebetriebe eher kleiner seien und dass das Gebiet vernünftig entwickelt wurde. So sei gerade auch die Ansiedlung von VW ein wichtiger Meilenstein gewesen, betonte er. Anders sähe es allerdings mit den Planungen von Transgourmet aus, denn diese wollen auf dem rund sechs Hektar großen Grundstück eine 275 Meter lange, 90 Meter breite und bis zu 18 Meter hohe Logistikhalle bauen. Dieses würde aber der geltende Bebauungsplan nicht zulassen, weshalb der Planungsausschuss in naher Zukunft über eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes beraten und abstimmen müsse. Rund 300 Beschäftige sollen in dem neuen Logistikzentrum Arbeit finden, die aber nach Vogls Ansicht eher im unteren Lohnbereich angesiedelt sein dürften. „Wir brauchen in Freising keine schlecht bezahlten Arbeitsplätze, weil wir schon viele davon am Flughafen haben“, argumentierte er. Aber auch der Faktor Lärm spiele eine große Rolle, erklärte Vogl weiter, denn geplant sei, dass täglich ab drei Uhr in der Frühe rund 50 Lkws auf dem Gelände beladen werden und dann ab vier Uhr die Auslieferung erfolgt. Hinzu kämen aber auch noch die Lkws, die Lebensmittel anliefern. Dabei sei auch nicht sichergestellt, dass diese unmittelbar entladen werden können und deshalb mit laufenden Kühlaggregaten warten müssten. Gerade deshalb hält Vogl die nächtliche Lärmemission für „grenzwertig“, und im Übrigen sei das Ganze „Spitz auf Knopf genäht“. Gerade am Thema Lärmemission zeigten die Zuhörer besonderes Interesse. Einer davon äußerte, dass die Stadt Freising damit der Flughafengesellschaft Argumente liefern würde. „Die Stadt Freising begründet die Ablehnung der 3. Start- und Landebahn vor allem mit der Lärmbelastung, und dann lässt sie auf der anderen Seite den Bau eines großen Logistikzentrums und der damit zusammenhängenden Lärmbelastung zu“, argumentierte er.

Quelle: freising-online

Auch interessant:

Meistgelesen

Kinder(t)räume Weihenstephan: kleine Beine - große Kilometer  
Kinder(t)räume Weihenstephan: kleine Beine - große Kilometer  
Stadtwerke Freising schließen 2019 mit 531000 Euro Gewinn ab
Stadtwerke Freising schließen 2019 mit 531000 Euro Gewinn ab
Warum gerade jetzt die richtige Zeit für Weiterbildung ist
Warum gerade jetzt die richtige Zeit für Weiterbildung ist
Rettung von Rehkitzen: Landwirte und Jäger arbeiten gegen grausamen Mähtod
Rettung von Rehkitzen: Landwirte und Jäger arbeiten gegen grausamen Mähtod

Kommentare