Typisierungsaktion

Kleine Geste mit großer Wirkung

Dr. Hans Knabe gab im Freisinger Marriott Hotel Aufschluss über Risiken, vor allem aber über die Chancen der Typisierung und einer etwaigen folgenden Stammzellenspende.

Am kommenden Samstag, 18. Februar, sind alle Menschen zwischen 17 und 45 Jahren aufgerufen, sich typisieren zu lassen. Denn zwei junge Männer aus dem Landkreis Freising brauchen dringend Ihre Hilfe, um wieder gesund zu werden.

Es gibt Tage, da wachsen einem die Probleme über den Kopf. Man steht auf der A9 wieder mal im Stau, kommt deshalb zu spät zur Arbeit. Dann holt man sich beim Chef einen Rüffel ab, weil irgendein Projekt, mit dem man eigentlich gar nichts zu tun hat, schiefgelaufen ist. Und schließlich gerät man auf dem Nachhauseweg in eine Radarkontrolle. Doch all diese Dinge spielen plötzlich keine Rolle mehr, werden zur Makulatur, wenn man mit Situationen konfrontiert wird, in denen es wirklich und im wahrsten Sinne um Leben und Tod geht. Dieser Fall ist nun eingetreten. Niclas, 16 Jahre, aus Kirchdorf an der Amper, und Noah, 20 Jahre, aus Freising, leiden beide an einer schweren Bluterkrankung, bei der im Knochenmark zu wenig funktionstüchtige Stammzellen gebildet werden. Diese lässt sich heilen, wenn entsprechend gesunde, identische Stammzellen eingesetzt werden.

Weil aber beide bisher noch nicht den geeigneten Spender gefunden haben, haben sich die Eltern von Niclas und Noah dazu entschlossen, mit Unterstützung der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) eine gemeinsame Typisierungsaktion durchzuführen. Sie findet am kommenden Samstag, 18. Februar, von 10 – 16 Uhr (je nach Zulauf auch länger) an zwei Orten in Freising statt: Im Foyer des Wissenschaftszentrums Weihenstephan, Gregor-Mendel-Straße 2, und in der Aula des Josef-Hofmiller-Gymnasiums, Vimystraße 14. Auf einer in der vergangenen Woche vom AKB anberaumten Pressekonferenz wurde wichtige Aufklärungsarbeit geleistet und herausgestellt, mit welch kleiner Geste von jedem einzelnen von uns eine enorm große Wirkung erzielt werden kann. Denn bei der Typisierungsaktion werden zunächst lediglich ein paar Tropfen Blut entnommen. Die daraus resultierenden Werte werden dann in einer zentralen, international zugänglichen Datenbank gespeichert.

Sollte schließlich ein Patient gefunden werden, der zu dem Spender „passt“, kommt es zur eigentlichen Spende. Hier gibt es zwei Varianten. Entweder wird diese aus peripherem Blut entnommen, dies ist zugleich die häufigste Methode, um Stammzellen zu gewinnen. Oder man spendet die Blutstammzellen aus dem Knochenmark. Nicht zu verwechseln mit dem Rückenmark! Denn der Wirbelkanal des Spenders bleibt davon völlig unberührt. Dieser Vorgang, eine kurze OP unter Vollnarkose, sei ein Klacks, versicherte Martin Prankl, der sich vor einiger Zeit erfolgreich als Spender zur Verfügung gestellt hatte. Er habe nach dem Eingriff nur „ein leichtes Ziepen im Hintern“ verspürt und verglichen mit dem Glücksgefühl, einem Menschen das Leben gerettet zu haben, sei dies gar nichts. Was können Sie also jetzt aktuell tun? Wenn Sie an keiner chronischen Krankheit leiden und zwischen 17 und 45 sind, können Sie sich am 18. Februar ohne weiteres typisieren lassen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob Sie gerade eine Grippe mit sich herumschleppen oder womöglich noch etwas Restalkohol wegen der Geburtstagsfeier vom Freitagabend intus haben. Denn diese Dinge haben keinerlei Einfluss auf die Parameter, die fürs Typisieren benötigt werden. Sollten Sie sich jedoch aus welchen Gründen auch immer kein Blut abnehmen lassen wollen oder über der Altersgrenze liegen, können Sie dennoch helfen. Mit einer Geldspende. Die wird von der AKB dringend benötigt, da jede einzelne Typisierung 50 Euro Laborkosten nach sich zieht und diese Aufwendung weder von den Krankenkassen noch vom Staat übernommen wird.

Überweisen Sie also auf folgendes Konto: Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern, IBAN: DE55 7025 0150 0022 3946 13 – Verwendungszweck: Niclas/Noah-Freising. Auf Wunsch wird eine Spendenquittung (ab 50 Euro) ausgestellt. Und nun noch einmal die Adressen für die Typisierungsaktion am Samstag, 18. Februar, zwischen 10 und 16 Uhr: Foyer des Wissenschaftszentrums Weihenstephan, Gregor-Mendel-Straße 2 und Aula des Josef-Hofmiller-Gymnasiums, Vimystraße 14.

Quelle: freising-online

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