Das Windrad kommt nach Paunzhausen

Niederlage eingesteckt! Die Bürgerinitiative „Windrad180“ aus Paunzhausen muss nun auf Einzelklagen setzen.

Grü

nes Licht für die geplante Windkraftanlage in der Nähe von Paunzhausen. Mit Bescheid vom 2. August hat das Landratsamt Freising die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für das Projekt erteilt. Bei einem Pressegespräch am letzten Donnerstag bezeichnete Landrat Michael Schwaiger das Projekt im Hinblick auf die vom Kreistag beschlossene Energiewende als „Meilenstein“ und drückte seine Freude darüber aus, dass die Anlage genehmigt werden konnte. Das Windrad kommt nach Paunzhausen: Zum Unbill der dortigen Initiative „Windrad180“, doch zur Freude von Landrat Michael Schwaiger. Er machte jedoch deutlich, dass das Landratsamt als Genehmigungsbehörde die Genehmigung erteilen musste, da von Seiten des Antragstellers alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt worden seien. „Das war keine Frage des Wollens oder Nicht-Wollens“, so Landrat Schwaiger. Josef Kapfelsberger, Verantwortlicher im Landratsamt für den Immissionsschutz, ging auf einige Details aus dem Bescheid etwas näher ein. Die geplante Windkraftanlage wird eine Gesamthöhe von 180 Metern und eine Nabenhöhe von knapp 140 Metern haben; der Rotordurchmesser beträgt 82 Meter. Insgesamt wird eine Erzeugung von vier bis fünf Megawattstunden Strom pro Jahr erwartet, was wiederum dem Jahresverbrauch von zirka 1000 Haushalten entspricht. Die Entfernungen zu den nächstgelegenen Wohnhäusern seien rund 753 Meter zu einem Pferdehof mit Wohnbebauung in Güntersdorf und 866 Meter zum nächstgelegenen Haus in Johanneck. Die Schallemission, die unmittelbar von der Anlage ausgeht, betrüge 104 Dezibel (A). Gerade die zu erwartende Geräuschemission war es, die zur Gründung einer Bürgerinitiative gegen den geplanten Bau geführt hat. Kapfelsberger zufolge lägen jedoch die berechneten Schalldruckpegel sowohl in Johanneck als auch in Güntersdorf mit 33,7 und 35,2 Dezibel (A) weit unterhalb der einzuhaltenden Immisionsrichtwerte von 54 Dezibel (A) am Tag und 39 Dezibel (A) in der Nacht. Auch die von den Gegnern des Projektes ins Spiel gebrachte jährliche Beschattungsdauer läge mit neun Stunden 50 Minuten in Johanneck und neun Stunden 53 Minuten in Güntersdorf weit unterhalb des Grenzwertes in Höhe von 30 Stunden. Der zukünftige Betreiber, Johann Gasteiger aus Johanneck, muss allerdings auch einige Auflagen erfüllen. So ist dem Bescheid zu entnehmen, dass er spätestens sechs Monate nach Inbetriebnahme der Anlage die Einhaltung der Immisionsrichtwerte durch eine zugelassene Messstelle nachzuweisen hat. Sollte dies nicht der Fall sein, muss der Betreiber nach Aussage von Landrat Schwaiger damit rechnen, dass die Anlage entweder die Leistung reduzieren muss oder der Betrieb sogar untersagt wird. Auf Gasteiger kommen auch zusätzlich erhebliche Kosten zu. Allein für den Bescheid stellt im das Landratsamt rund 24500 Euro in Rechnung. Darüber hinaus muss er für den Eingriff in den Naturschutz 32400 Euro bezahlen und für einen bei Erlöschen der immisionsrechtlichen Genehmigung notwendigen Rückbau der Anlage 82800 Euro als Sicherheitsleistung hinterlegen. Er sei auf der einen Seite erleichtert, dass die Genehmigung nunmehr vorliege, könne aber andererseits die verschärften Auflagen des Landratsamtes nicht nachvollziehen. Diese seien ein klarer Widerspruch zu den Aussagen der Bundesregierung, wonach der Bau von alternativen und regenerativen Energiegewinnungsanlagen erleichtert werden solle. Er ist sich auch sicher, dass der Widerstand und die Proteste von Seiten der Bürgerinitiative weitergehen werden und hätte schon gehört, dass einige Mitglieder der Bürgerinitiative gegen die Genehmigung des Landratsamtes Klage einreichen wollen. Trotzdem will er nun so schnell wie möglich mit dem Bau der Windkraftanlage beginnen. Anna Elisabeth Häusler, die Sprecherin der Bürgerinitiative Windrad180, hat nichts anderes erwartet. Ihr zufolge werden einige Betroffene den Fall nun an Rechtsanwälte übergeben, da im Bescheid des Landratsamtes Unstimmigkeiten bei den Entfernungsangaben festgestellt worden seien. „Gasteiger wird wohl so schnell wie möglich die Bagger anrollen lassen“, sagte sie und klang dabei doch schon etwas resigniert.

Quelle: freising-online

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