Arge Wohlfahrtsvebände

Alles dreht sich um den Wohnraum

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Fünf Wohlfahrtsverbände in fruchtbarer Zusammenarbeit! Heidi Kammler hat turnusmäßig für die AWO den Vorsitz von Michael Schwaiger übernommen. V. l. Heidi Kammler (Arbeiterwohlfahrt), Michael Schwaiger (Lebenshilfe), Albert Söhl (BRK) und Roland Weiß (Diakonie). Die Caritas gehört noch zum Quintett, allerdings ist Geschäftsführerin Carolin Dümer zur Jahresbilanz erkrankt. 

Turnusmäßig wechselt der Vorsitz der ARGE Wohlfahrtsverbände im Landkreis Freising jährlich - jetzt hat Michael Schwaiger (Lebenshilfe) den Stab an Heidi Kammler (Arbeiterwohlfahrt) weiter gereicht. An Arbeit wird es ihr auch 2019 nicht mangeln.

Es ist ein Teufelskreis, den Albert Söhl, Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Freising, an Hand eines Fallbeispiels beschreibt: Eine seiner Pflegekräfte musste nach der Trennung von ihrem Mann kündigen, weil die im Raum Freising mit ihrem Gehalt die Miete für sich und das Kind nicht betsreiten konnte. Wo anders klappt das jetzt, aber von eben dort, von wo anders muss die Lebenshilfe beim aktuellen Pflegenotstand jetzt Ersatz besorgen. Wie soll das funktionerien? 

Das gleiche Problem stellt sich direkt wieder. Wohnraum in der Metropolregion München ist knapp, entsprechend herausfordernd Anschaffung oder Miete. „Wohnungen! Wohnungen! Wohnungen!“ Das Thema steht ganz oben auf der Agenda der ARGE Wohlfahrtsverbände, der Michael Schwaiger, Geschäftsführer der Lebenshilfe Freising, bis zum Jahreswechsel vorstand und die neben der Lebenshilfe, das Rote Kreuz, die Caritas, die Diakonie und die Arbeiterwohlfahrt umfasst. Von dort kommt die neue Vorsitzende Heidi Kammler, die ab sofort die ARGE führt. Auch sie weiß: „Mietzuschuss vom Landkreis? Ja wenn‘s so einfach wäre...“ Dazu muss der Antragsteller nämlich seine komplette Finanzsituation offen legen - eine Hürde, die viele nicht nehmen wollen. 

Wohnen sei längst ein soziales Problem: „Das wird für uns heuer ein großer Punkt sein“, umriss sie beim Jahrespressegespräch am vergangenen Montag schon mal die Aufgabenstellung für 2019. Eine Patentlösung habe die ARGE auch nicht in der Schublade, sagte Schwaiger, wohl aber den Auftrag, für sozial Schwächere einzutreten. In Sachen sozialer Wohnungsbau gelte es somit, am Ball zu bleiben und Optiuonen zu prüfen: „Die Flughafen München Gesellschaft muss hier einsteigen!“, so eine der Forderungen. Dass die ARGE Probleme lösen kann, beweist das abgelaufene Jahr, in dem ein Finanzierungskonzept für die Beschäftigungsbetriebe der Caritas, Rentabel und Etappe gezurrt werden konnte. 

Dort akklimatisieren sich Menschen mit deutlichen Vermittlungseinschränkungen auf dem Arbeitsmarkt wieder mit einem strukturierten Alltag und Kontakt mit Kollegen und Kunden. Und erfahren nicht zuletzt auch wieder Wertschätzung und Verantwortung. Für fünf Jahre ist der Betrieb jetzt weiter gesichert, in der Vergangenheit segelte das Gespenst der Schließung Jahr für Jahr aufs neue über die Einrichtungen in der Kepser- und der Vimystraße. Beim Thema Obdach wusste auch Hans-Roland Weiß von der Diakonie einiges aus seinem Erfahrungsschatz zu berichten: Die häusliche Gewalt hat signifikant zugenommen und wird dies seiner Einschätzung nach auch weiterhin tun. 

Ein Phänomen, das in allen Gesellschaftsschichten - und auch bei Männern als Opfer - auftritt und dem die Diakonie als Interventionsstelle mit Rat und mit dem Frauenhaus auch mit Tat entgegen tritt. Das ist aber komplett ausgelastet und auch nur als Übergangslösung für einige Tage konzipiert. In der Vergangenheit gab es mangels sicherer Unterbringungsmöglichkeiten allerdings Aufenthalte bis zu einem Jahr. Wohin sollen die betroffenen Frauen mit ihren Kindern? „Immer mehr Frauen sind von der Obdachlosigkeit bedroht“, berichtet Weiß. Denn es fehlt an Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen!

Quelle: freising-online

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