"Brandhalle" wird zur Notunterkunft für Flüchtlinge

"Das Zauberwort heißt Toleranz"

Die überfüllte Stadthalle zeigte, wie sehr das Thema „Flüchtlinge“ die Bevölkerung interessiert und bewegt.

Der Stadtrat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung eingehend mit der Flüchtlingsthematik, die spätestens mit dem Umbau der „Brandhalle“ in eine Notunterkunft noch vor Weihnachten auch die Hopfenstadt erreicht haben wird. Bürgermeister Reiser betonte in seinem Situationsbericht, dass man alles versuchen sollte, dass sämtliche Schulen und deren Turnhallen nicht angetastet werden. Aus diesem Grund habe man seitens der Verwaltung die „Brandhalle“, eine städtische Immobilie, als Flüchtlingsunterkunft dem Landratsamt Kelheim angeboten.

In der „Brandhalle“ werden rund 250 Personen Platz finden. Die notwendigen Umbaukosten von rund 300000 Euro bekommt die Stadt Mainburg vom Freistaat über die Mieteinnahmen wieder zurück. Die Flüchtlinge, die in der Notunterkunft aufgenommen werden, müssen vom Bürgerbüro melderechtlich nicht erfasst werden. Auch werden die Schulen und Kindergärten dadurch nicht weiter belastet. In der Informationsveranstaltung am Tag nach der Stadtratssitzung wurde Reiser in Richtung Landratsamt diesbezüglich noch deutlicher: „Hände weg von unseren Schulen!“ Mit Stand 1. November befinden sich in Mainburg 150 Flüchtlinge/Asylbewerber, und zwar 82 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft in der Ringstraße, 8 unbegleitete Minderjährige im Schülerwohnheim des Landkreises, wobei dort insgesamt bis zu 30 Personen angekündigt sind, und 60 Personen in drei privaten Objekten. Ab Dezember kommen voraussichtlich 70 weitere Personen in drei privaten Objekten hinzu. „Die bisherige Forderung war“, so Bürgermeister Josef Reiser, „dass ein Prozent der Einwohnerzahl aufgenommen werden muss“. Durch den weiteren Zustrom sei aber damit zu rechnen, dass dies zukünftig mindestens drei Prozent sein werden. Reiser steht auf dem Standpunkt, dass die Stadt damit ihrer menschlichen Verpflichtung nachkommt und ihr Soll erfüllt hat. „Wir erwarten uns Solidarität vom Landkreis wie auch von den übrigen Landkreisgemeinden und gehen von einer gerechten und gleichmäßigen Verteilung der Flüchtlinge auf das gesamte Landkreisgebiet aus“. Am Tag nach der Stadtratssitzung wurden die Bürger in einer sehr sachlich verlaufenen Aufklärungsveranstaltung in der (überfüllten) Stadthalle über die Flüchtlingssituation im Landkreis und in der Stadt Mainburg informiert. Abteilungsleiterin Monica Brandl, Sachgebietsleiter Mike Süß sowie Thomas Rappl vom Landratsamt und Polizeichef Johann Stanglmair standen zusammen mit Bürgermeister Reiser der interessierten Bürgerschaft Rede und Antwort. Das Stadtoberhaupt fasste die konstruktiv-kritische Diskussion mit folgenden Worten zusammen: „Das Zauberwort heißt Toleranz. Wir sind alle Menschen und Menschen sind wichtiger als Sachen. Die Frage ist nur, wie viele Flüchtlinge kann Mainburg noch verkraften“.

Quelle: freising-online

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