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Breiter Konsens für eine attraktive Stadt

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Gastgeber Johannes Beck von der Werbegemeinschaft Mainburg hatte das Thema Podiumsdiskussion zur Mainburger Stadtentwicklung angestoßen und war beeindruckt vom Herzblut, mit dem die Bürger - auch kontrovers - mit ihm, Projektentwicklerin Stefanie Brixner, Einzelhändler Hans Zirngibl und Stadtentwickler Dr. Matthias Segerer (v.l.) diskutierten.

Es war eine harmonische Veranstaltung - allerdings eine mit Ecken und Kanten. Doch am Ende des Bürgerforums, zu dem die Werbegemeinschaft Mainburg in die Stadthalle geladen hatte, stand ein breiter Konsens: Um die (Innen-)Stadt der Hopfenmetropole nachhaltig zu beleben, bedarf es der Erstellung einer Struktur, eines Leitbilds und darauf aufbauend des Engagements der Bürger. Dass ein Stadtentwickler kommen wird, steht fest, Bürgermeister Josef Reiser wird im Stadtrat in der kommenden Woche dies vorschlagen, und der wird durchgehen, wie ja schon der aus der Bürgerschaft positiv beschiedene Bürgerantrag des Gewerbeverbands bestätigte.

Schon zu Beginn der Veranstaltung zeichnete sich ab, dass die Entwicklung der City kaum einen Mainburger kalt lässt, denn Gastgeber Johannes Beck, Vorsitzender des Gewerbeverbands, zeigte sich „überwältigt von der großen Resonanz. Damit hätte ich nicht gerechnet“. 150 interessierte Diskutanten hatten sich eingefunden.

Unter den rund 150 Zuhörern in der voll besetzten Mainburger Stadthalle lauschten auch zwei jugendliche Punks den Analysen und Lösungsansätzen für Mainburg. Die Stadtentwicklung ist ein Thema für alle Generationen. Und die Mainburger sind tolerant, wollen, dass sich alle Schattierungen der Gesellschaft an der Attraktivitätssteigerung beteiligen. Denn als ausgerechnet die beiden nach gut einer Stunde in der Halle nicht mehr zu finden waren, bedauerte Daniela Haller aus dem Plenum genau das: „Wir müssen doch alle gemeinsam Mainburg entwickeln. Da hätte mich auch interessiert, was die Jugend hier vermisst. Was würden sie sich wünschen? Ein Kino vielleicht?“ Johannes Beck, Vorsitzender des Gewerbevereins, nickte zustimmend, zeigte sich zufrieden mit dem Engagement und dem Herzblut, mit dem die Mainburger ihre Heimat entwickeln wollen. Der Konsens war groß: Auch wenn die Wortbeiträge der Zuhörer den Ist-Zustand durchaus kritisch bewerteten und dies teilweise vehement ausdrückten, wollen alle miteinander anschieben. Die eine Vision, die der befristet einzustellende Stadtentwickler mitbringen soll, ist bei den Bürgern schon vorhanden: Dass es nämlich eine solche und ein Konzept geben müsse. Auch wenn sich Bürgermeister Josef Reiser erneut gegen Versäumnis-Vorhalte aus den vergangenen Jahren bestimmt zur Wehr setzte, verfolgt er doch das selbe Ziel wie Beck, dem er unterstellte, in Mainburg nur alles schlecht zu sehen. Ob wirklich alles nur mies ist, da war das Publikum geteilter Meinung. Vor allem Neubürger finden es in Mainburg rundweg schön. Beispiele: Die Gestaltung der Innenstadt oder das Engagement der Jungen wie etwa der seit Jahren erfolgreiche Stadtstrand. Die Alteingesessenen sehen diesen Zustand kritischer. Viel Applaus bekam Markus Stanglmair, einer der Stadtstrand-Initiatoren, der in der Weihnachtszeit kein geöffnetes Café fand, keine Bestellung in einem Geschäft aufgeben konnte und die Stadt auch nicht weihnachtlich dekoriert erkannte. Ein weiteres Problem: „Die ganze Innenstadt ist unter fünf Geschäftsleuten aufgeteilt. Die verlangen brutale Mieten.“ Eine Bar zu eröffnen, das könne er sich schon vorstellen, aber nicht wenn „links und rechts davon zwei Container mit ein paar lapprigen Stehtischen“ drappiert werden. Ein Themenbereich, dem Stadtchef Reiser beipflichten musste. Das Leerstandsmanagement ist das größte Problem. 20 Prozent der Geschäfte liegen brach. Wenn sich der Bürgermeister dann aktiv darum kümmert, ein geeignetes Gebäude einem neuen Besitzer zukommen lassen, stoße er auf taube Ohren: „Na, geb ich ned her!“ habe er nicht nur einmal gehört, so Reiser. Dennoch muss der Stadtentwickler hier ansetzen, da waren sich die Podiumsteilnehmer Reiser und Beck sowie IHK-Stadtentwickler Dr. Matthias Segerer aus Regensburg, Stefanie Brixner, Projektentwicklerin fürs benachbarte Siegenburg und der Mainburger Einzelhändler Hans Zirngibl einig: Jedes Gebäude müsse explizit auf seine Eignung überprüft werden. Handel, Gastronomie oder Dienstleistung - was passt hier rein? Haus für Haus und Schritt für Schritt durch Mainburg. So soll es weiter gehen, wie auch Zirngibl klar stellte: „Ich spüre eine tolle Aufbruchstimmung heute Abend, aber was jetzt folgen muss, sind strukturierte und konkrete Maßnahmen.“ Die soll der zum 1. Mai einzustellende Stadtentwickler anstoßen und umsetzen. Die breite Unterstützung der Mainburger ist ihm gewiss!

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