„Kein verkopfter Wissenschaftler“

Bürgermedaille für Marcus Junkelmann

Er wohnt seit Jahren in Mainburg und hat nun die Bürgermedaille in Silber verliehen bekommen. Dr. Marcus Junkelmann mit seiner Lebensgefährtin Marlies Höbel. Bürgermeister Josef Reiser (rechts) überreichte Urkunde und Medaille. Mit auf dem Foto die beiden Bürgermeister-Stellvertreter Hannelore Langwieser und Matthias Bendl.

Der Historiker Dr. Marcus Junkelmann, der seit über zehn Jahre in Oberempfenbach wohnt, wurde von der Stadt Mainburg mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet. Die Überreichung erfolgte im Rahmen der feierlichen Jahresabschlusssitzung des Stadtrats. Bürgermeister Josef Reiser bescheinigte dem Geehrten in seiner Laudatio, dass er kein verkopfter Wissenschaftler sei, der sich hinter (selbst geschriebenen) Büchern verstecken würde. „Vielmehr werden Sie auch in der Fachliteratur als Experimentalarchäologe aufgeführt. Vielfältig ist Ihr Forschen, noch viel kreativer Ihre Forschungsansätze.“ Das Stadtoberhaupt erinnerte an die Alpenüberquerung Junkelmanns 1985 in einer vollständig rekonstruierten, römischen Legionärsausrüstung, um auf diese Weise experimentell die Lebensbedingungen eines römischen Soldaten zu erforschen. 

Die Erlebnisse dieser Alpenüberquerung führte der Geschichtswissenschaftler in einem Buch mit dem Titel „Die Legionen des Augustus“ zusammen, was ihm höchstes Lob und Anerkennung einbrachte. Kurt Kister, Kritiker der Süddeutschen Zeitung, urteilte: „Gäbe es einen Preis für ein Geschichtsbuch über die antike Welt […] Marcus Junkelmann hätte ihn verdient.“ Das Jahr der Alpenüberquerung war so etwas wie ein Startschuss für die Karriere des neuen Trägers der Silbernen Bürgermedaille. Seine Popularität stieg schlagartig an. Er nutzte seine Bekanntheit, um über seine Forschungen zu berichten und sich immer neue Forschungsbereiche zu erschließen und an die Öffentlichkeit zu vermitteln. Reiser bezeichnete es als vermessen, eine vollständige Liste der Lebensstationen Junkelmanns widerzugeben. „Sie wäre angesichts Ihrer Aktivitäten ohnehin lückenhaft und könnte nur einen Einblick in Ihr Schaffen geben.

Auch wäre es vermessen, hier nur ihren praxisnahen, experimentalarchäologischen Ansatz zu erwähnen. Zahlreiche Publikationen haben Sie verfasst, wobei bei Ihnen nicht das Schreiben für die graue Theorie im Vordergrund stand, sondern das Schreiben zur Wissensvermittlung für die breite Masse.“ Dafür erhielt Junkelmann eine Reihe bedeutender Preise: 1997 den Ceram Preis für das beste archäologische Sachbuch, 2006 den Preis des österreichischen Buchhandels für das beste Jugendbuch, 2011 die Rainer Christlein-Medaille der Gesellschaft für Archäologie in Bayern sowie 2012 der Bayerische Verdienstorden. Bürgermeister Josef Reiser schloss seine Laudatio mit den Worten: „Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich heute diese Aufzählung um eine weitere Auszeichnung erweitern darf. Der Stadtrat der Stadt Mainburg hat Ihnen die Bürgermedaille der Stadt Mainburg in Silber verliehen.“

Quelle: freising-online

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