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Mehr Hilfen vergeben als Spenden erhalten

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Das Team der Kleiderkammer Mainburg mit (v.l.) Luise Keller, Josefine Vogl, Martina Grasl und Martha Böhm geht mit gutem Beispiel voran und übergibt Bettina Rappl (rechts), Verwaltung Hilfsfonds Mainburg, 500 Euro für den Mainburger Hilfsfonds.

Der Caritasverband für den Landkreis Kelheim engagiert sich seit sechs Jahren mit einem Hilfsfonds für Bedürftige in der Region Mainburg. Seit Gründung des Fonds haben dadurch viele Menschen in akuten Notlagen Hilfe erfahren. Auch zusätzliche Sprechzeiten der Allgemeinen Sozialberatung (ASB) in Mainburg wurden damit geschaffen, sodass die Beratungsstelle wöchentlich in Mainburg erreichbar ist. Nun ist eine schlechte Nachricht zu verzeichnen.

Der Jahresbericht aus dem Hilfsfonds Mainburg für das Jahr 2015 zeigt auf, dass die zur Verfügung stehenden Finanzmittel nicht mehr ausreichen und Unterstützung dringend nötig ist. Die Nachfrage nach Beratung in der Region ist nach wie vor sehr groß. „Auch im Jahr 2015 wurden mehr Hilfen vergeben, als durch Spenden eingenommen wurden“, so Bettina Rappl, Verwaltung Hilfsfonds Mainburg und Beratungskraft ASB. Der Fonds benötigt für 2016 zusätzliche Spenden, um die Beratung vor Ort und die finanziellen Hilfen aufrechtzuerhalten. Wenn die Finanzsituation weiterhin abfallend ist, kann die Sprechstunde nur noch im zweiwöchigen Turnus im Sozialzentrum Mainburg stattfinden. Die ASB ist eine Anlaufstelle für Menschen mit verschiedensten Problemen, die Beratung beim ASB ist offen und unabhängig. Häufige Klientel sind verzweifelte Familien und Einzelpersonen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Die Beraterin Bettina Rappl zeigt Wege zur weiteren Problembewältigung auf und vermittelt nach Bedarf Hilfen. Im Einzelfall verweist die ASB an weitere Fachberatungsstellen.

Der Caritas-Hilfsfonds Mainburg hilft insbesondere dort, wo das Netzwerk der sozialen Sicherung nicht mehr trägt, wo das Leben von Familien aus unvorhersehbaren Gründen durcheinander gerät, wo es am Nötigsten fehlt, weil niemand mehr hilft. Jeder Mensch kann plötzlich und unerwartet in eine Notsituation geraten, sei es durch den Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit, Trennung und Scheidung oder anderen Schicksalsschlägen. Der Mainburger Hilfsfonds leistet konkrete Hilfe in prekären Lebenslagen und setzt damit ein Zeichen der Hoffnung und Überwindung von Armut und Not. Im vergangenen Jahr konnten zum Beispiel kleinere Überbrückungshilfen, Zuschüsse für gebrauchte Möbel, Bekleidung für Rehabilitationsaufenthalte, Zuzahlungen für Medikamente und Fahrtkosten zum Arzt und Fachberatungsstellen gewährt werden. Ebenso wurden Hilfesuchenden Gutscheine für die Kleiderkammer und Tafelberechtigungsausweise zur Überwindung der größten Not ausgestellt. Ob einem Antrag auf Hilfe entsprochen wird, darüber entscheidet ein ausführliches Beratungsgespräch bei der Mitarbeiterinn der ASB. „Es muss geprüft werden, ob bereits alle anderen Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen, ausgeschöpft wurden“, erklärt Bettina Rappl. Und weiter: „Die finanzielle Hilfe soll sich aber nicht nur auf einen Geldbetrag beschränken, sie soll nachhaltig wirken.“ So geht es im Erstgespräch um die Klärung der Situation, die Erstellung eines Haushaltsplanes, die Abklärung von Sozialleistungen und weitere Hilfsmöglichkeiten. Die Mitwirkung der Klienten an der Problembewältigung ist dabei von großer Bedeutung. Ziel ist dabei immer die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Notlage muss glaubhaft sowie nachvollziehbar sein und der Hilfeempfänger in der Region Mainburg wohnen.

Der Hilfsfonds Mainburg trägt sich derzeit durch Privatspender der Katholischen Pfarrgemeinde Mainburg und verschiedener Vereine. Ihnen gelten der Dank und die Anerkennung, denn viele Menschen konnten durch Ihre Hilfe wieder Hoffnung schöpfen. Damit der Fonds auch 2016 wirksam helfen kann, hofft die Caritas Kelheim auf neue Verbündete und Unterstützer, die gezielt notleidenden Menschen in Mainburg helfen wollen. Engagement aus der Region kann helfen, betroffenen Mitbürgern wieder eine Perspektive zu geben. Selbstverständlich werden Zuwendungen durch eine Spendenquittung bestätigt. So geht das Team der Kleiderkammer Mainburg mit besten Absichten voran und spendete 500 Euro an den Hilfsfonds Mainburg. Bettina Rappl bedankte sich herzlichst und sichtlich angetan von der enormen Geldspende in den Fonds: „Das bringt uns und die hilfebedürftigen Menschen aus der Region Mainburg wieder ein großes Stück weiter.“ Weitere Infos zum Hilfsfonds Mainburg unter Telefon 08751/8455999. Spenden werden gerne auf dem Konto der Hallertauer Volksbank eG, Geschäftsstelle Mainburg unter dem Stichwort „Caritas – Hilfsfond Mainburg“, IBAN: DE33 7219 1600 0005 7367 65, BIC: GENODEF1PFI, erwartet. Die Sprechzeiten finden in jeder ersten, dritten und fünften Woche, mittwochs von 14.30 bis 16.30 Uhr im Sozialzentrum Mainburg statt. In jeder zweiten und vierten Woche montags von neun bis 11.30 Uhr, ebenfalls im Sozialzentrum Mainburg. Eine telefonische Voranmeldung unter 09441/500715 ist erforderlich.

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