Kleinschlepper im Deutschen Hopfenmuseum

Schlepper revolutionierten den Hopfenbau

Die Firma Porsche baute in den 1950er- und 1960er-Jahren nicht nur Sportwagen, sondern auch kleine und mittlere Schlepper - natürlich im sportlichen Rot als Erkennungsfarbe. Ein original erhaltener „Porsche Junior“ ist denn auch einer der Stars der Sonderausstellung „Die Zugkraft des Hopfens“

Kleine Schlepper, großes Interesse: Auch mit seiner diesjährigen Winter-Sonderausstellung „Die Zugkraft des Hopfens“ hat das Deutsche Hopfenmuseum (DHM) in Wolnzach voll ins Schwarze getroffen.

Das Interesse an den kompakten Traktoren, von denen trotz der eingeschränkten Platzverhältnisse ein gutes Dutzend  in den Veranstaltungsraum des Museums rangiert wurde, ist nicht nur bei den Bulldogfans enorm. Neben Hopfen-Traktorenklassikern werden auch seltene Modelle zum Teil zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gezeigt. Rares Bildmaterial, alte Prospekte, interaktive Anwendungen und altes Filmmaterial machen die Ausstellung obendrein zum einem Vergnügen für ältere und jüngere Schlepperfans. Die Sonderschau wird noch bis einschließlich Sonntag, 26. Januar 2014, während der üblichen Museums-Öffnungszeiten (täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr) gezeigt. Passend zur Ausstellung ist vom DHM auch ein hochwertiger Bildband mit dem Titel „Die Zugkraft des Hopfens - Die Geschichte des Schleppers im Hopfenbau“ herausgebracht worden, der im Museumsshop gekauft werden kann.

1950er Jahren ereignete sich überall in der Landwirtschaft ein gewaltiger Umbruch. Maschinen hielten Einzug, allen voran der Traktor. Innerhalb einer Generation wandelte sich das Leben auf den Dörfern radikal. Ganz eigenen Gesetzen folgte dabei die Geschichte des Schleppers im Hopfenbau, die derzeit nicht nur in der aktuellen Sonderausstellung „Die Zugkraft des Hopfens“ im Deutschen Hopfenmuseum (bis 26.  Januar) thematisiert wird. Mit dem gleichnamigen hochwertigen Buch, herausgegeben vom Museum, wird diese Geschichte zum ersten Mal in umfassender Form erzählt. Der Bogen spannt sich von den Anfängen um die Wende zum 20. Jahrhundert über die „Schlepperrevolution“ in den 1950er und 1960er Jahren bis in die nahe Gegenwart. Neben einer umfassenden Auswertung der vorhandenen Literatur und Archivalien kommen auch die ehemals Betroffenen ausgiebig zu Wort. Über 400 zum Teil farbige historische Fotografien, Abbildungen von Werbematerial und Grafiken lassen die Geschichte der Traktoren im Hopfenbau auf 264 Seiten lebendig werden.

Es ist schon das zweite „Meisterstück“ der Autoren Dr. Christoph Pinzl (50) aus Wolnzach und Peter Mayer-Diener (48) aus Au i.d. Hallertau. Beide haben mit dem Bildband „Die Eisernen Pflücker“ vor Jahren bereits ein ähnlich epochales Werk über die Historie der Hopfenpflückmaschine vorgelegt. 

„Als wir mit den ersten Planungen (für das Schlepperbuch) begannen, ahnten wir - zum Glück - nicht annähernd, wie lange uns dieses Buch in seinen Bann schlagen sollte. Sieben Jahre vergingen, bis der fertige Band nun endlich in den Händen seiner Leser liegen kann“, so die Autoren in ihrem Vorwort. Pinzl, Museumsleiter und studierter Kulturwissenschaftler, sorgte dabei mit seinem Knowhow aus vielen anderen, bereits von ihm veröffentlichten Publikationen höchstselbst für die gelungene grafische Umsetzung des Projekts, während Mayer-Diener als gelernter Landmaschinenmechaniker genau der richtige Mann  für Technik und Geschichte des Schlepperbaus war. „Schon seit frühester Kindheit interessierte ich mich für Hopfenbautechnik und konnte jeden Traktortyp an seinem Motorgeräusch erkennen“, sagt der Auer, im „Brotberuf“ technischer Sachbearbeiter in der Luft- und Raumfahrtindustrie, über sich selbst. Das Autorenduo legte bei seinem Gemeinschaftswerk aber seinen Schwerpunkt nicht auf die bloße Aneinderreihung und Abbildung von Technik- und Historie-Fakten, sondern interessierte sich vor allem für die Menschen, die hinter diesem Thema standen. Unterstützt wurden sie dabei von vielen Zeitzeugen aus der Hallertau und weit darüber hinaus, denn auch die hierzulande lange Zeit völlig unbekannte Geschichte der Hopfenanbau- und Schleppertechnik in der ehemaligen DDR wird in dem Band ausführlch dargestellt. 

Das Buch (Einband Hardcover, Maße 21 x 29 cm) ist zum Preis von 25,- Euro im Hopfenmuseum oder im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-929749-08-3).

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