Dellnhauser Volksmusikfest

Die verdiente posthume Ehre

Das Hallertauer Volkslied, so wie es heute erklingt, ist weitgehend auf seine Aktivitäten zurückzuführen, der Eberwein-Vater Josef Eberwein.

Sein Enkel Michael Eberwein hatte diesen Plan schon lange auf dem Herzen, und nun wird er in die Tat umgesetzt: Der große Volkssänger Josef Eberwein wird posthum auf CD veröffentlicht. Dieser Tonträger wird im Rahmen des Dellnhauser Volksmusikfests am Freitag, 5. Juli, erstmals vorgestellt. 

Die Person Josef Eberwein hat von jeher großes Engagement für die überlieferte Musik, ihre Fortführung und Weiterentwicklung bewiesen. 1895 in Dellnhausen geboren, entdeckte der Schneidersohn schon sehr früh sein Interesse an Musik und Gesang. Anfang der 1930er Jahre rief er die Hallertauer Sängergruppe Dellnhausen ins Leben. Eine Männergruppe, mit der er 1933 bei der Rundfunkübertragung des Mainburger Preissingens mitwirkte. Hier kam Josef Eberwein erstmals mit der offiziell geförderten Volksliedpflege in Berührung und erfuhr, welche Lieder als echt und wertvoll galten. Nach dem zweiten Weltkrieg gründete er die Gesangsgruppe Eberwein. Sein Sohn Michl gründete 1948 die Dellnhauser

Musikanten. Als der Bayerische Rundfunk 1949 eine eigene Volksmusikabteilung installierte, begann für die Gesangsgruppe Eberwein und die Dellnhauser Musikanten eine Jahrzehnte währende intensive Zusammenarbeit mit diesem Medium. Josef Eberwein machte sich eifrig auf die Suche nach überliefertem Liedgut. Außerdem fand er großen Gefallen an Neuschöpfungen. Er ersann Texte und Melodien und vertonte Gedichte. Hierbei erhielt er eine entscheidende Anregung von dem Pfaffenhofener Heimatdichter Joseph Maria Lutz. Dessen Texte erzählten häufig vom bäuerlichen Leben und eigneten sich hervorragend zur Vertonung. Gemeinsam wollten beide etwas Neues entwickeln. Und es gelang ihnen. Sohn Michl Eberwein animierte den Vater zudem, Texte zu Zwiefachenmelodien zu erfinden. In vielen seiner Liedtexte scheint die Lebenswelt von Josef Eberwein auf - die Landwirtschaft und der Hopfenbau. Trat Josef Eberwein bis in die siebziger Jahre ausschließlich mit seinem Viergesang auf, so entwickelte er noch mit 75 Jahren erstaunliche Aktivitäten als Coupletsänger mit frechen kleinen Liedern der Münchner Humoristen, die er nach dem ersten Weltkrieg in den Münchner Volkssängerlokalen gehört hatte.

Durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und zahlreiche öffentliche Auftritte erlangte Josef Eberwein schließlich den Ruf des Hallertauer Volkssängers, der seine Heimat in seinen Liedern besang und musikalisch repräsentierte. Mit seinen neugeschaffenen Liedern, den mehrstrophigen Zwiefachen erfand er jenes Hallertauer Liedgut, das es in dieser Form zuvor nicht gab. „Es ist mir deshalb ein Anliegen, dieses Liedgut nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, so Michael Eberwein, der das Erbe seiner Vorfahren weiterführt. Die stets gute Zusammenarbeit zwischen der Familie Eberwein und der Volksmusikabteilung des Bayerischen Rundfunks, heute unter der Leitung von Stefan Frühbeis, ermöglicht diese Hommage an den „Holledauer von da Sunnaseit´n“. 

Karten für diesen Volksmusikabend inklusive CD-Präsentation und alle weiteren Veranstaltungen sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältllich.


Quelle: freising-online

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