Pressegespräch Verband Deutscher Hopfenpflanzer

Ernteeinschätzung 2020: Es wird eine gute Qualität erwartet

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Unser Bild zeigt von links nach rechts: Gabriel Krieglmeier, Karl Pichlmeyer (stellv. Vorsitzender Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V.), Adi Schapfl (Präsident VDH), Werner Brunner (stellv. Geschäftsführer VDH).

Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer informierte in der vergangenen Woche im Rahmen einer Pressekonferenz neben der Ernteeinschätzung über weitere wichtige aktuelle Themen wie etwa die Auswirkungen des Coronavirus auf den Hopfenmarkt.

Ausländische Saisonarbeitskräfte

Kurz vor Beginn der Frühjahrsarbeiten wurde der Landweg für die rumänischen und bulgarischen Saisonarbeitskräfte geschlossen. Eine Einreise für die Arbeitskräfte der betreffenden zwei Länder war somit für kurze Zeit nicht möglich.

Um die Versorgung mit genügend Arbeitskräften sicherzustellen, wurde jedoch eine Luftbrücke zwischen Rumänien bzw. Bulgarien und Deutschland eingerichtet. Die Einreise von Polen nach Deutschland war hingegen immer möglich, wobei viele Arbeitskräfte die Reise nach Deutschland gescheut haben. Nur mit der tatkräftigen Unterstützung deutscher Aushilfskräfte, vor allem Studenten und Kurzarbeiter konnten die Arbeiten rechtzeitig bewältigt werden.

Witterungsverlauf

Zu Anfang der Vegetationsperiode war es eher warm und trocken. Auf diese warme Phase folgte eine etwas zu kühle Phase. Im Anschluss an diese Temperaturabweichungen, sowohl nach oben als auch nach unten, folgten flächendeckend optimale Temperaturen.

Die Niederschläge fielen regional sehr unterschiedlich aus und waren nicht überall optimal. Wetterextreme wie Hagel verursachten nur geringe Schäden, wohingegen Welke in diesem Jahr eine besondere Problematik darstellt.

Neuartige Hopfenkrankheit CBCVd

Im Jahr 2019 wurde erstmals in der Hallertau das Citrus Bark Cracking Viroid (CBCVd), in einer Anbaulage festgestellt und mit einem regionalen Monitoringprogramm dort in drei Betrieben nachgewiesen. Um Erkenntnisse über die Verbreitung des CBCVd in allen bayerischen Hopfenanbaugebieten zu erhalten, wurde heuer ein risikobasiertes Monitoringprogramm in allen bayerischen Hopfenanbaugebieten durchgeführt. Trotz des aufwändigen Programms konnte zusätzlich zu den bereits aus dem Jahr 2019 bekannten drei Betrieben im Jahr 2020 in nur vier weiteren Betrieben das CBCVd nachgewiesen werden.

Um eine Verbreitung während der unmittelbar bevorstehenden Ernte und Einschleppungsmöglichkeiten für andere Betriebe zu verhindern, wird den betroffenen Betrieben zunächst untersagt, Fechser zu erzeugen, Maschinen überbetrieblich einzusetzen und Rebhäcksel außerhalb des Betriebs zu verbringen. Coronaproblematik Aktuell gibt es durch die Verschärfungen der Coronaregeln für die Saisonarbeitskräfte bzw. die Hopfenbaubetriebe schwerwiegende Probleme.

Gründe für diese Problematik sind die sehr kurzfristigen Vorgaben und Änderungen, die schwer bzw. teilweise unmöglich in der Praxis umzusetzen sind. Streitpunkte sind beispielsweise die Meldung der Arbeitskräfte 14 Tage im Voraus und die exakte Definition der Saisonarbeitskräfte und die unterschiedliche Auffassung der einzelnen Gesundheitsämter.

Hinzu kommt, dass auch zukünftige, kurzfristige Anordnung in Kraft treten können, wodurch weitere Probleme entstehen könnten. Die geforderten Tests vor Arbeitsaufnahme, die einigen Kriterien entsprechen müssen, sind aktuell teilweise nur sehr schwer zu bekommen.

Die Landrats- bzw. Gesundheitsämter sind überlastet und Testkapazitäten begrenzt. Durch die Sommerferien sind zusätzlich viele Hausärzte, die die Tests ebenfalls durchführen könnten, im Urlaub und für Testungen somit nicht erreichbar. Einige Testzentren sind bereits überlastet und andere noch nicht aufgebaut.

Die durch den Hopfenpflanzerverband geschilderte und durch die Hopfenpflanzer erlebte Problematik wurde den zuständigen Behörden erläutert und mit Nachdruck auf Verbesserungsbedarf hingewiesen.

Ernteschätzung

Die offizielle Hopfenernteschätzung im Anbaugebiet Hallertau fand in der vergangenen Woche statt. Auf einer Gesamtanbaufläche von 17.233 Hektar, davon 475 Hektar Jungfläche, wurde ein Ertrag von 830.000 Zentner (41.500 Tonnen) geschätzt.

Trotz der trockenen Witterungsverhältnisse im Frühjahr lassen diese, in den Sommermonaten mit ausreichenden, wenn auch regional unterschiedlich verteilten Niederschlägen und größtenteils gemäßigten Temperaturen, eine gute Durchschnittsernte erwarten. In diesem Ergebnis sind bereits die Schäden durch Hagel und Welke berücksichtigt.

Die Bestände sind trotz eines starken Krankheitsdrucks während der gesamten Vegetationsperiode überwiegend gesund und lassen eine gute Qualität erwarten. Fundierte Aussagen zu den diesjährigen Alphasäuregehalten können zum Zeitpunkt der Ernteschätzung noch nicht gemacht werden. Die Hopfenernte läuft seit Ende August.

Quelle: freising-online

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