Flüchtlingsstrom

Möglichkeiten zur Unterbringung vorgestellt

Wohin mit den Flüchtlingen? Landrat Hubert Faltermeier (3. v. l.)und Abteilungsleiterin für soziale Angelegenheiten, Monica Brandl, informierten gemeinsam mit den Bürgermeistern Horst Hartmann (Kelheim), Christian Nerb (Saal, links), sowie Josef Neumeier, Leiter des Kreisjugendamtes, und Hafenverbands-Geschäftsführer Herbert Engl (rechts) über die aktuellen Unterbringungsmöglichkeiten im Landkreis und die geplanten Vorhaben

Das Bundesministerium des Innern rechnet damit, dass in diesem Jahr bis zu 800000 Asylbewerber nach Deutschland kommen werden. Das wären etwa viermal so viele Menschen wie im Vorjahr. Für den Landkreis Kelheim bedeutet dies, dass etwa 1100 Flüchtlinge im Jahr 2015 aufzunehmen sind. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde am vergangenen Mittwoch über weitere Unterbringungsmöglichkeiten im Landkreis informiert.

Der Bund hat seine Prognose zur Zahl der eintreffenden Flüchtlinge nach oben korrigiert. So wird auch im Landratsamt Kelheim ein weiter wachsender Bedarf an Unterkünften erwartet, wie Abteilungsleiterin Monica Brandl berichtet: „Wir haben heuer 1100 Menschen unterzubringen“. Möglichst viele Flüchtlinge unterbringen und zusätzlich noch Heimplätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge schaffen - das sind die Herausforderungen, vor denen der Landkreis Kelheim nun steht. Mögliche Beispiele zur Unterbringung der zahlreichen Asylbewerber stellten Vertreter aus dem Landkreis am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz vor. So will der Hafen-Zweckverband (HZV) Kelheim ein Grundstück an der Alten Abensberger Straße östlich vom VfL-Gelände kaufen, um dort eine Gemeinschaftsunterkunft zu errichten, die er dann an den Freistaat vermietet. Platz wäre dort geschätzt für etwa 150 Menschen. Allen voran müsse dies aber zuerst in Absprache mit allen Behörden in „trockene Tücher gelegt werden“, wie Heinz Müller, Pressesprecher des Landratsamtes Kelheim gegenüber dem FORUM mitteilte. Neben den zwei staatlichen Gemeinschaftsunterkünften in Riedenburg und Mainburg gibt es derzeit 32 dezentrale Unterkünfte im ganzen Landkreis. Weitere sieben Objekte würden derzeit noch geprüft, so Müller weiter. Für die Unterbringung der unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge sollten im Schülerwohnheim Mainburg bis Ende des Monats Räume, unter anderem auch die Hausmeisterwohnung, zur Verfügung gestellt werden. „Hier können wir 30 junge Flüchtlinge unterbringen. Da auch der entsprechende Bedarf da ist, wären die Plätze somit auch schon belegt. Mittlerweile wurden Brandschutzmaßnahmen im Gebäude unternommen, so dass die Räume bis nächste Woche an sich fertig wären. Problem ist, dass uns bislang noch ein Träger für die Betreuung fehlt. Wir benötigen sozialpädagogisches Personal und hier ist der Markt quasi leergefegt. Dahingehend laufen derzeit noch Gespräche beispielsweise mit der Caritas und der Vhs. Ich hoffe aber, dass wir bis Oktober soweit sind“, so Müller. Bis Ende des Jahres sollten nach derzeitiger Prognose 113 unbegleitete Minderjährige im Landkreis Kelheim untergebracht werden. Diese Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren stammen haupstächlich aus Syrien, Pakistan und Afghanistan und würden dann auf die drei Einrichtungen bbw Abensberg, Schülerwohnheim Mainburg und Arbeiterwohlfahrt in Saal verteilt werden. 500 Personen hat das Landratsamt in diesem Jahr in Wohnungen, ehemaligen Hotels und Gemeinschaftsunterkünften bisher untergebracht. Für weitere 600 Menschen ist der Kreis Kelheim nun auf der Suche nach winterfesten Unterkunftsmöglichkeiten.

Auch interessant:

Meistgelesen

Drittes Werk ab sofort im Handel
Hallertau
Drittes Werk ab sofort im Handel
Drittes Werk ab sofort im Handel
Klimawandelvortrag von Enno W. im Seidlbräu
Hallertau
Klimawandelvortrag von Enno W. im Seidlbräu
Klimawandelvortrag von Enno W. im Seidlbräu
Handballer mit Rückenwind nach Rothenburg
Hallertau
Handballer mit Rückenwind nach Rothenburg
Handballer mit Rückenwind nach Rothenburg
Musikkabarett des „Mitlife-Greises“
Musikkabarett des „Mitlife-Greises“

Kommentare