Mit der ganzen Welt „auf Draht“

Alfred Artner von den Wolnzacher Amateurfunkern bei einer Notfunkübung.

(ma)

· Bereits im letzten Jahr präsentierten aktive Funkamateure aus Wolnzach die vielen Möglichkeiten des Amateurfunks in der Hopfenmetropole. Nachdem sie damals Gast im Museum der Hand und im Jugend- und Bildungsdorf Wolnzach waren, beteiligen sie sich dieses Mal mit einem Informationsstand auf der Wolnzacher Messe vom Freitag bis Sonntag, 25./27. März. Ein großer Dank der Organisatoren gilt an dieser Stelle dem Wolnzacher Gewerbeverband, der diese Aktion ermöglicht. Bei der Wolnzacher Messe wird viel Handwerkliches zu sehen sein und letztendlich ist auch der Amateurfunk etwas „Handgemachtes“. Beim Telefon und Internet - unabhängig davon, ob drahtlos oder im Festnetz - ist bei dieser Art der Nachrichtenübermittlung immer eine erhebliche Infrastruktur erforderlich. Im Unterschied dazu ist der Amateurfunk davon völlig unabhängig. Mit einem Stück Draht, einem Sende- und Empfangsgerät sowie einer Stromversorgung in Form einer Autobatterie ist bereits mit dieser Minimalausstattung Kommunikation über große Strecken, ja zum Teil weltweit möglich. Diese Anlage lässt sich daher kurzfristig und problemlos an fast jeden beliebigen Ort transportieren und schnell aufbauen. Zum Teil sind auch bereits die Autos von Funkamateuren mit diesen Gerätschaften ausgerüstet. Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, ist daher der Amateurfunk bestens geeignet, in Not- und Katastrophensituationen schnellstmöglich eine Nachrichtenverbindung zwischen dem Ort des Geschehens und den Hilfs- und Rettungskräften aufzubauen, wenn alle anderen Kommunikationsnetze überlastet oder zusammengebrochen und nicht mehr in Betrieb sind. Beispiele dazu finden wir bei den jüngsten Erdbebenereignissen in Japan, Neuseeland, Chile und Haiti. Auch bei dem Lawinenunglück seinerzeit im österreichischen Galtür oder dem verheerenden Tsunami in Indonesien und Thailand standen Funkamateure in vorderster Reihe, um die ersten Nachrichtenverbindungen aufzubauen. Daher ist der Amateurfunkdienst auch in die Not- und Katastrophenfallorganisationen der Innenministerien in Deutschland eingebunden. An weiterer Stelle bietet der Amateurfunk einen Weg, um Kinder und Jugendliche spielerisch an Elektronik und Nachrichtentechnik heranzuführen - sei es mit Bastelaktionen oder unter Aufsicht und Anleitung von erfahrenen Funkamateuren, selbst das Mikrofon in die Hand zu nehmen und Funkgespräche zu führen. Sogar der Weltraum ist für Funkamateure ebenfalls kein unbekanntes Gebiet. Neben mehreren eigenen Amateurfunksatelliten in Erdumlaufbahnen ist auch eine Amateurfunkstation auf der Internationalen Raumstation ISS vorhanden. Erst kürzlich hatten Schülerinnen und Schüler des Luitpold-Gymnasiums in München die Möglichkeit, direkt mit Astronauten auf der Raumstation während eines Überfluges über Bayern zu sprechen und Fragen zu stellen. Dabei wurden sie von Funkamateuren unterstützt, die sie in wochenlangen Übungen darauf vorbereitet haben.

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