Bund Naturschtutz

Großes Interesse: Exkursion in Rudelzhausen begeistert 40 Teilnehmer

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Nicht weniger als 40 Teilnehmer kamen zur mehrstündigen Exkursion des Bund Naturschutzes.

Nicht weniger als 40 Gäste hatte der Bund Naturschutz, Kreisverband Freising, am vergangenen Sonntag in Rudelzhausen-Moosbach, als er zu einer mehrstündigen Exkursion eingeladen hatte.

Anlass war der erste Jahrestag der Gesetzgebung zum Artenschutz nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“, das bekanntlich auch tiefe Gräben zwischen Landwirten und Naturschützern aufgerissen hatte. Genau diese Gräben langsam wieder zuzuschütten, in einen konstruktiven Dialog einzutreten, war eins der Ziele der Veranstaltung, bei der erst die weiteren Reaktionen zeigen können, in wie weit das gelungen ist. Der Versuch jedenfalls war ernsthaft, war doch neben Bund Naturschutz-Kreisgeschäftsführer Manfred Drobny auch Georg Brunner als Gastgeber da. Brunner ist konventionell arbeitender Hopfenbauer, der beispielsweise auch Pflanzenschutzmittel spritzt und dazu auch in der Öffentlichkeit steht.

Nicht weniger als 40 Teilnehmer kamen zur mehrstündigen Exkursion des Bund Naturschutzes.

Seine Hopfenpflanzung aber ist der Beweis für den Erfolg der Forschung der Hersteller: Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliege leben auch nach der Spritzung weiter, fressen munter Blattläuse und andere Schädlinge. Es geht also. Was allen Teilnehmern an der Wanderung auf den Nägeln brennt ist die Agrarsubventionspolitik, die aus Sicht aller, die hier versammelt waren, zweierlei negative Auswirkungen hat: Die Bestimmungen sind erstens teilweise kontraproduktiv, was die Artenvielfalt angeht. Brunner konnte ein Lied davon singen, dass er für eine Fläche den sogenannten Ackerstatus verloren hat, weil er die dortige Blühwiese zu lange hat stehen lassen.

Rückblick aufs umstrittene Volksbegehren

Der Zwang zum Zwischenfruchtanbau macht Blühpflanzen kaputt in einer Zeit, wo Bienen, die doch „gerettet“ werden sollen, am wenigsten finden. Zweitens erleben Landwirte wie die Politik, dass sich die Förderungen in einem immer stärkeren Maß an den Großbetrieben orientieren, was zu regelrechen Agrarfabriken führt. Da kam der Tönnies-Skandal natürlich als Motivationsschub neu dazu. Gerade die teilweise unsinnigen Folgen der Förderungspolitik konnten die Teilnehmer gleich an Ort und Stelle „bewundern“: Eine schöne blühende Wiese, artenreich, und voller Insekten – aber das alles nur, weil Brunner sich nicht an die Bestimmungen gehalten hatte. Das blieb nicht ohne Eindruck. Hopfengärten als Biotope? Brunner zeigt, wie es geht, und damit war er auch schon im Fernsehen.

Natürlich konnte es nicht gehen ohne einen Rückblick auf das umstrittene Volksbegehren. Konrad Pöppel vom Bund Naturschutz in Mainburg wurde dramatisch: „Wenn eine Pflanzenart verschwindet, verschwinden auch zehn Tierarten, meistens Insekten.“ Davon konnte Drobny vor allem für die jungen Teilnehmer aber noch einige einfangen, in eine Becherlupe stecken, damit die Kinder sie betrachten konnten: Der Schachbrettfalter zum Beispiel.

Darüber hinaus erwies sich der Hopfenbauer als ein großartiger Gastgeber, hatte im Schatten auf seinem Hof Bierbänke aufgebaut und Getränke bereit gestellt. Nach drei Stunden in der Natur kam das natürlich gut an.

Quelle: freising-online

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